Die neue Tabellenform der Wettervorhersage wurde speziell für Bergsportler*innen, die im alpinen Gelände unterwegs sind, konzipiert. Die dargestellten Werte beziehen sich auf die jeweilige Region und stellen eine typische Einschätzung der zu erwartenden Wetterbedingungen für den angegebenen Zeitraum dar.
Mehr Infos zu den neuen Regionsprognosen:
Ziel der Darstellung ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Tourenplanung, Routenwahl und sicherheitsrelevante Einschätzungen bereitzustellen. Aufgrund der komplexen alpinen Topographie können die tatsächlichen Wetterverhältnisse lokal deutlich von der regionalen Prognose abweichen, insbesondere in steilem Gelände, in Tälern, in stark exponierten Lagen oder bei konvektiven Wetterlagen.
Die Prognosen sind in 6-Stunden-Zeiträume unterteilt und ermöglichen dadurch eine zeitlich differenzierte Einschätzung möglicher Wetterentwicklungen (z. B. einer zunehmenden Gewitterneigung im Tagesverlauf).
Ergänzend zu den numerischen Parametern wird durch erfahrene Meteorolog*innen der GeoSphere Austria eine kurze textliche Headline erstellt, welche die maßgeblichen Wetterbedingungen der Region zusammenfasst.
Erläuterungen zu den Wetterdaten
Temperatur
Die Temperaturangaben erfolgen für mehrere, für die jeweilige Region typische Höhenstufen (z. B. 1500 m, 2500 m).
Die Werte beziehen sich auf freie, exponierte Lagen (z. B. Grate oder Übergänge)
In Tallagen oder an Hängen können die Temperaturen abhängig von Exposition, Sonneneinstrahlung und Geländeform um wenige Grad abweichen
Angegeben ist ein repräsentativer Mittelwert für die Region
Die Temperaturangaben unterstützen die Einschätzung der Kältebelastung, der erforderlichen Ausrüstung sowie möglicher Vereisungserscheinungen.
Sonnenscheindauer
Die Sonnenscheindauer gibt die mittlere Dauer des Sonnenscheins innerhalb der Region an.
Berücksichtigt werden tourentypische Höhenbereiche
Sehr hohe Lagen werden bewusst ausgeschlossen, um Situationen zu vermeiden, in denen lediglich Gipfelbereiche sonnig sind, während darunter eine geschlossene Wolkendecke liegt.
Nebelwahrscheinlichkeit
Die Nebelwahrscheinlichkeit beschreibt die Wahrscheinlichkeit für eingeschränkte Sicht unter 1000 m und wird ebenfalls in Stufen von 0–3 angegeben.
Besonders relevant für Orientierung, Routenfindung und die allgemeine Sicherheit im alpinen Gelände.
Niederschlag
Der Niederschlag wird als Erwartungsbereich angegeben (z. B. 5–30 mm).
Geringe Spannweiten deuten auf flächigen, gleichmäßigen Niederschlag hin
Große Spannweiten weisen auf eine hohe räumliche Variabilität hin, wie sie bei Schauern oder Gewittern typisch ist
Die Spannweite ermöglicht eine Einschätzung, ob eher kurze, lokale Niederschläge oder länger anhaltende Ereignisse zu erwarten sind.
Niederschlagsdauer
Die Niederschlagsdauer beschreibt, wie lange im betrachteten Zeitraum im Mittel Niederschlag fällt.
Kurze Dauer → eher schauerartige Ereignisse
Lange Dauer → überwiegend anhaltender Niederschlag
Niederschlagswahrscheinlichkeit
Die Niederschlagswahrscheinlichkeit wird in Stufen von 0–3 angegeben und bezieht sich auf messbaren Niederschlag.
0 = keine oder sehr geringe Wahrscheinlichkeit (bis 15 %)
1 = mäßige Wahrscheinlichkeit (bis 30 %)
2 = hohe Wahrscheinlichkeit (bis 60 %)
3 = sehr hohe Wahrscheinlichkeit (über 60 %)
Neuschnee
Die Neuschneemenge wird analog zur Niederschlagsmenge als Bereich dargestellt.
Große Spannweiten weisen auf eine stark unterschiedliche Neuschneeverteilung innerhalb der Region hin
Die Angaben sind insbesondere für alpine Routen, Spurarbeit, Lawinengefahr sowie winterliche Tourenbedingungen relevant. Die Neuschneemengen beziehen sich auf tourentypische Höhenbereiche und sind gemeinsam mit der Schneefallgrenze zu interpretieren.
Schneefallgrenze
Die Schneefallgrenze gibt jene Höhe an, ab der Niederschlag im Verhältnis 50 % Wasser / 50 % Eis (Schnee) fällt.
Es handelt sich um einen repräsentativen Mittelwert für Region und Zeitraum
Lokale Abweichungen sind insbesondere bei intensiven Niederschlagsereignissen oder Kaltlufteinflüssen möglich
In Verbindung mit den Neuschneemengen liefert die Schneefallgrenze wichtige Hinweise für Routenwahl, Ausrüstung und sicherheitsrelevante Entscheidungen.
Frostgrenze (Nullgradgrenze)
Die Nullgradgrenze beschreibt jene Höhe, ab der Temperaturen unter 0 °C auftreten.
Bei Inversionswetterlagen, insbesondere im Winter und in den Übergangsjahreszeiten, kann sie lokal deutlich variieren
Die Frostgrenze ist ein relevanter Parameter zur Einschätzung von Vereisungsgefahr, Schneebeschaffenheit sowie möglicher Steinschlagaktivität infolge von Gefrier- und Tauprozessen.
Wind und Windböen
Die Windgeschwindigkeit beschreibt den zu erwartenden mittleren Wind in freien Lagen der angegebenen Höhe. Windböen kennzeichnen mögliche kurzfristige Windspitzen.
Auch bei mäßigen Mittelwindgeschwindigkeiten können ausgeprägte Böen auftreten
Besonders relevant in exponierten Bereichen wie Graten, Gipfeln und ausgesetzten Wegen
Starker Wind kann die Fortbewegung erheblich erschweren und die gefühlte Temperatur deutlich reduzieren
Windrichtung
Die Windrichtung beschreibt die vorherrschende Hauptwindrichtung in der jeweiligen Region und Höhenlage.
Die Windrichtung ist unter anderem relevant für die Einschätzung von Föhneffekten, Staulagen sowie windexponierten Routenabschnitten.
Gewitterwahrscheinlichkeit
Wichtig: von einem Gewitter spricht man, wenn Donner hörbar ist. Die Gewitterwahrscheinlichkeit wird in Stufen (0–3) angegeben.
0 = keine oder sehr geringe Wahrscheinlichkeit (bis 15 %)
1 = mäßige Wahrscheinlichkeit (bis 30 %)
2 = hohe Wahrscheinlichkeit (bis 60 %)
3 = sehr hohe Wahrscheinlichkeit (über 60 %)
Genauer Ort und Zeitpunkt einzelner Gewitter lassen sich üblicherweise nicht exakt vorhersagen. Jedoch kann man über Stufen angeben wie wahrscheinlich es ist, dass in der Region Gewitter auftreten können.
Hinweis zur Intensität: Auch bei geringer oder mäßiger Gewitterwahrscheinlichkeit können starke oder schwere Gewitter mit Hagel, Sturmböen oder Starkregen auftreten.
Hinweis zur Tourenplanung: Touren sind auch bei mäßiger oder erhöhter Gewitterneigung möglich. Die Planung sollte jedoch defensiv erfolgen und spätestens zum angegebenen Zeitraum über geeignete Abbruch- oder Ausstiegsmöglichkeiten verfügen, um bei ersten Gewitteranzeichen rasch sicheres Gelände zu erreichen.
Hinweis
Die dargestellten Prognosen stellen eine regionale Einschätzung dar. Im alpinen Gelände können sich Wetterbedingungen rasch ändern. Die aktuellen Verhältnisse vor Ort sind stets zu berücksichtigen.