Tourenverhältnisse
In den meisten Mittelgebirgen sind die Wegverhältnisse trocken. Im Gegensatz dazu muss man nach den Regenfällen vom Donnerstag in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm zumindest am Freitag mit rutschigen Erdwegen, feuchten Wiesenpfaden und nassen Kletterfelsen rechnen.
Im Hochtouren-Bereich sind auch sehr hoch gelegenen Felsgrate schneefrei. Die meisten Gletscher haben, wie zum Beispiel der Kesselwandferner (Ötztaler Alpen) bis hinauf zum Fluchtkogel so gut wie keine Firnauflage mehr. Dennoch waren die Tourenbedingungen in den letzten drei Tagen dort recht gut. Das apere Gletschereis war bis nachmittags hart und griffig. Allerdings rannen dort bereits ab dem späten Vormittag sehr viele oberflächliche, kleine Gletscherbäche hinab. Andererseits sind Schneebrücken mit großer Vorsicht zu beurteilen. So gab es am Mittwoch einen Spaltensturz am Taschachferner (Ötztaler Alpen).
Ein wichtiges Thema ist gerade in diesem heißen Sommer nach wie vor die Steinschlaggefahr. So liegt beispielsweise am steileren Anstieg vom Gepatschferner zum Kamm der Vorderen Hintereisspitze (Ötztaler Alpen) so viel loses Geröll, dass der Autor dieser Zeilen am Mittwoch hier sicherheitshalber umdrehte. Extremere Beispiele sind der Normalanstieg zum Piz Palü (Bernina) , der wegen nicht aufhörender Felstürze vom Piz Cambrena Ende Juli verlegt wurde und die Südseite des Matterhorns (Wallis), wo wegen eines massiven Felssturzes am Mittwoch an der Südseite der italienische Bergführerverein von Breuil-Cervinia die Besteigungen des Matterhorns mit Kundschaft ausgesetzt hat.
Wochenendwetter
Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge gibt es freitags noch ein paar Wolken. Das Wochenende wird sehr sonnig. Die Maximaltemperaturen steigen am Kahlen Asten (841 m) von 17°C am Freitag auf 27°C am Sonntag.
Im Harz und im Thüringer Wald wird es wohl nicht ganz so sonnig. Auf dem windigen Brocken (1148 m) liegen die Höchstwerte zwischen 13°C am Freitag auf 23°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge wird es von Freitag bis Sonntag immer sonniger. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) steigen die Höchstwerte von 22°C auf 28°C.
Im Bayerischen Wald ist die Wetterentwicklung vergleichbar. Die Maximaltemperaturen klettern am Großen Arber (1456 m) von 19°C auf 23°C.
Auch im Schwarzwald dürfen wir uns auf sonnige Tage freuen . Am sonntags windigen Feldberg (1493 m) steigen die Höchstwerte von 18°C auf 23°C.
Alpen: Am Freitagvormittag wird es in den Ostalpen nach Auflösung von Restwolken einige Sonnenstunden geben. Die Gipfel stecken aber oft im Nebel. Von den Südalpen und den Zentralalpen her wird es nachmittags wieder gewittrig sein. Am Alpennordrand ist die Gewitterneigung geringer. Es ist deutlich kühler als zuvor
Am Samstag bilden sich nach einem sonnigen Vormittag Quellwolken. Lokale Schauer und vereinzelte Gewitter sind in den Südalpen und am östlichen Hauptkamm nachmittags mögich. In den Nordalpen bleibt die Gewitterneigung ganztags gering. Die Nullgradgrenze zwischen 4000 und 4300 m.
Der Sonntag beginnt in den Ostalpen wieder sonnig. Die Temperaturen steigen auf hochsommerliches Niveau, die Wärmebelastung im sonnseitigen Gelände steigt rasch an. Mit Quellwolken steigt die Schauer- und Gewitterneigung nachmittags in Südtirol und um den westlichen Hauptkamm leicht an.
Auch in den Westalpen steht ein sommerliches Bergwetter an. Am Samstag ist die Gewittergefahr geringer, am Sonntag hingegen höher als in den Ostalpen.
Fazit
Sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen muss man bei der Tourenplanung die, vor allem sonntags wieder recht hohen Temperaturen berücksichtigen. Ein früher Start, sowie nordseitige und waldreiche Anstiege sind daher eine gute Idee.
Wer in Sachen Gewittergefahr auf Nummer sicher gehen möchte ist in den Nordalpen gut aufgehoben. Aber auch dort sollte man am Vorabend einer größeren Bergtour die aktuellen Bergwetter-Prognosen aufmerksam lesen und am Tag der Tour noch einmal gegen checken. Auf Websites wie Meteoschweiz oder Geosphere Austria findet man täglich in der Früh erstellte, seriöse Bergwetterprognosen.
Wer eine größere Tour am Alpenhauptkamm anvisiert, sollte sich am Samstag nach Westen und am Sonntag mach Westen hin orientieren. Überall muss man sich in Bezug auf Hochtouren gut über die aktuellen Gletscherverhältnisse erkundigen, sich dort anseilen und auch über eine potentielle Steinschlaggefahr Informationen einholen.
Tourenempfehlungen
Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.