Bergwanderin bei der Überschreitung der drei Unnütze am Achensee.
Das stabile Sonntagswetter ist wohl auch für größere Unternehmungen gut geeignet. Foto: DAV/Pröttel
So wird´s am Wochenende

Bergbericht 4. bis 6. September 2026

Vor allem am Sonntag kann man sich in Sachen Bergwetter nicht beschweren. Dabei wird es nach einem noch hochsommerlichen Freitag zunehmend herbstlicher.

Tourenverhältnisse

Vor allem in schattigen Lagen und in Waldbereichen können die Wegverhältnisse in den Mittelgebirgen, teilweise auch in den Nordalpen derzeit feucht sein.

Ansonsten sind Felsgrate in den Nördlichen Kalkalpen und am Alpenhauptkamm trocken und schneefrei. Die Gletscher sind der Jahreszeit entsprechend aper. Nicht selten wird von weit geöffneten Spalten berichtet. So soll am Anstieg zum Norden, bzw. Silbersattel (Monte Rosa Gruppe) eine riesige Spaltenzone auf ca. 4400 m kaum zu überwinden sein. Auch am Weissmies (4011 m, Walliser Alpen) wird von außergewöhnlich großen Spalten berichtet.

Schließlich sei einmal mehr auf die für die Tourenplanung sehr wertvollen „Aktuellen Bedingungen“ auf alpenvereinaktiv.com hingewiesen. In Bezug auf das kommende Wochenende findet man aktuell z. B. folgenden wichtigen Eintrag:
„Am 5.9.2026 wird der Normalweg auf die Parseierspitze geräumt und neu markiert. Durch die Räumarbeiten wird massiver Steinschlag entstehen. Damit besteht absolute Lebensgefahr und die Route bleibt deshalb an diesem Tag komplett und ganztägig gesperrt!“ (An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle ehrenamtlichen Wegewart*innen!)

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge gibt es Freitag und Samstag viel Wind, Wolken und Regenschauer. Der Sonntag soll dann sonnig verlaufen. Die Maximaltemperaturen pendeln am Kahlen Asten (841 m) um 16°C.
Im Harz und im Thüringer Wald soll bereits der Samstag freundlicher werden. Es bleibt aber windig. Auf dem freitags stürmischen Brocken (1148 m) sinken die Höchstwerte von 15°C am Freitag auf 11°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge steht in den kommenden Tagen ein Mix aus Sonne und Wolken an. Nur Samstagvormittag sind Schauer angesagt. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) sinken die Höchstwerte von 22°C auf 18°C.
Im Bayerischen Wald wird der Freitag recht freundlich, am Samstag ist mit Schauern zu rechnen. Der Sonntag soll richtig sonnig werden, aber kühl. Die Maximaltemperaturen gehen am windigen Großen Arber (1456 m) von 18°C am Freitag auf 14°C am Sonntag zurück.
Im Schwarzwald wird der Freitag am sonnigsten. Das Wochenende wird dann bewölkter, aber ab Sonntag wieder freundlicher. Am Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte zwischen 20°C und 16°C.
Alpen: Am Freitag herrscht in den Ostalpen sonniges und stabiles Bergwetter, nur in den Nordalpen vom Dachstein ostwärts können sich in der Früh noch dichte Wolken stauen und die Sicht einschränken. Der Wind weht in Hochlagen mäßig bis lebhaft. Von Westen wird warme Luft herangeführt: Auf 2000 m werden 17°C erreicht.
Am Samstag ziehen in den Nordalpen vormittags dichtere Wolken auf und um die Mittagszeit ist mit ein paar Regenschauern zu rechnen, später können die Wolken im Norden wieder auflockern. Der Süden ist am Vormittag begünstigt. Am Nachmittag entwickeln sich dort mächtige Quellwolken sowie einzelne Schauer und Gewitter. Der Wind aus West weht lebhaft mit Spitzen im Norden um 60 km/h. Es kühlt mit Werten auf 2000 m zwischen 10°C im Norden und 14°C im Süden ab.
Nach Auflösung von Restwolken bringt der Sonntag verbreitet strahlenden Sonnenschein. Es ziehen nur harmlose Schleierwolken über den Himmel und es entwickeln sich auch nachmittags kaum Quellwolken. Regenschauer und Gewitter bleiben die absolute Ausnahme. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Nordwest.

Fazit

Für längere Touren ist der Sonntag - sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen - der beste Tag. Man muss allerdings nordseitig und in schattigen Lagen mit etwas feuchten Wegverhältnissen rechnen. Zudem muss man sich ausreichend warm anziehen, da es windig wird und im Vergleich zum Freitag deutlich abkühlt.
Wer nur samstags Zeit hat, könnte eine Halbtagestour anvisieren und diese ab Mittag durchführen, wenn das schlechte Wetter in den Nordalpen (und dort am ehesten in Richtung Westen) wieder abgezogen ist.

Wegen der für Samstag angesagten Regenschauer sollte man für Klettertouren - wenn möglich - den Freitag nutzen, an dem Felsen, Grate und Wände noch trocken sein dürften. Aber auch ab Sonntagmittag dürften zumindest südseitige Routen wieder abgetrocknet sein.

In Bezug auf Hoch- und Gletschertouren muss man sich weiterhin gut über die jeweilige Spalten- und eventuelle Steinschlagsituation erkundigen.

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

Themen dieses Artikels