Auf der Umrundung des Widderstein kommt man  gleichnamiger Hütte vorbei.
Vor allem der Sonntag ist auch für längere Touren gut geeignet. Foto: DAV/Pröttel
So wird´s am Wochenende

Bergbericht 28. bis 30. August 2026

Ab Samstag gehen die Temperaturen wieder zurück, was den Vorteil hat, dass am Wochenende keine Gewittergefahr herrscht. Bei Hochtouren ist weiterhin auf teils problematische Verhältnisse zu achten, die eindeutig mit der globalen Erwärmung in Zusammenhang stehen.

Tourenverhältnisse

Nachdem es in den letzten Tagen vor allem in den Alpen immer wieder gewittrige Regenfälle gab und auch am Freitag Niederschlag erwartet wird, muss man vor allem auf waldreichen und nordseitigen Passagen mit feuchten Verhältnissen rechnen.

Bei Hochtouren ist nach wie vor die große Steinschlaggefahr ein wichtiges Thema. So herrscht beispielsweise am Übergang vom Marmolada Gletscher (Dolomiten) zum Klettersteig große Steinschlaggefahr. Ein Eintrag von gestern weist darauf hin, dass bereits um 7:30 Uhr am Einstieg vom oberhalb befindlichen Gletscher permanent Steine abgingen.

Ansonsten sind die Gletscher weitgehend aper und die Spalten von daher gut zu sehen. In den Spaltenzonen ist die Wegfindung aber oft nicht ganz einfach, wie zum Beispiel am Oberaargletscher (Berner Alpen).

Die Gletscherverhältnisse sind grundsätzlich von großen Veränderungen geprägt. Ein aktueller Eintrag aus den Stubaier Alpen weist darauf hin, dass der Gletscher südlich der Nürnberger Scharte verschwunden ist, weswegen die Scharte nur noch schwer zu begehen sei. Als weitere Beispiele aus den Stubaier Alpen sind der Übergang vom Fernauferner über Lange Pfaffennieder auf den Sulzenauferner, sowie vom Pfaffensattel nach Süden aufgrund des Gletscherrückgangs nicht mehr möglich. Solche wichtigen Hinweise findet man auf alpenvereinaktiv.com unter „Hinweise und Sperrungen“ (siehe Screenshot).

Auf alpenvereinaktiv.com gibt es zudem wichtige Informationen zu Wegverlegungen. So ist nach Murenabgängen im August die direkte Route zwischen Leutkircher und Ulmer Hütte (Lechtaler Alpen) über den Oberen Kapallweg gesperrt. Dieser Abschnitt kann über den Unteren Kapallweg umgangen werden. Als weiteres Beispiel wurde nach Muren 2024 am Cottbuser Höhenweg (Ötztaler Alpen) eine neue Wegführung unterhalb des Karleseggs angelegt.

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge werden die kommenden Tage windig und am Freitag gibt es gewittrige Schauer. Dann bessert sich das Wetter. Vor allem der Sonntag wird recht sonnig. Die Maximaltemperaturen liegen am Kahlen Asten (841 m) bei 17°C.
Im Harz und im Thüringer Wald ist die Wetterentwicklung vergleichbar. Auf dem stürmischen  Brocken (1148 m) sinken die Höchstwerte von 17°C am Freitag auf 14°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge soll bereits der Freitag trocken verlaufen. Samstagvormittag sind Schauer nicht ausgeschlossen. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) sinken die Höchstwerte von 26°C auf 22°C.
Im Bayerischen Wald ist am Freitag und Samstag mit gewittrigen Schauern zu rechnen. Der Sonntag soll freundlich verlaufen. Die Maximaltemperaturen gehen am windigen Großen Arber (1456 m) von 23°C am Freitag auf 16°C am Sonntag zurück.
Im Schwarzwald wird der Freitag gewittrig und schaueranfällig. Das Wochenende wird recht freundlich. Am windigen Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte zwischen 18°C und 13°C.

Alpen: Der Freitag ist in den Ostalpen von stürmischem Südföhn vor einer Kaltfront geprägt. In windgeschützten Bereichen findet man brauchbares Bergwetter bei Sonnenschein bzw. Schleierbewölkung. Mit einer Nullgradgrenze von ca. 4600 m ist es noch ziemlich warm. Ab Mittag trübt es im äußersten Westen bzw. Südwesten ein und es kommt zu ersten Schauern und Gewittern. Bis es in den zentralen Nordalpen oder auch am Hauptkamm zu einem Zusammenbruch des Föhns kommt, dauert es bis zum späteren Nachmittag bzw. Abend. Über Nacht zieht die Kaltfront mit Sturm und kräftigen, gewittrigen Schauern über die ganzen Ostalpen.
Bis zum Samstagmorgen wird es von Westen her wieder trocken, um die Berge bleiben teils aber dichte Restwolken und Nebelbänke zurück. Am Vormittag wandeln sich diese in Haufenwolken um. In der Folge gibt es nördlich des Hauptkamms teils sonniges, aber kühleres, fast herbstliches Bergwetter bei wechselnder Bewölkung und lebhaftem Wind.
Am Sonntag wird es recht sonnig. Neben hohen Wolken bilden sich wieder Haufenwolken, die nachmittags in den Zentralalpen sowie südlich davon für punktuelle Schauer und Gewitter sorgen. Ansonsten bleibt es überwiegend trocken. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 3900 bis 4300 m.

In den Westalpen wird es im Norden wohl auch stabiler als im Süden.

Fazit

In den meisten Mittelgebirgen wird am Sonntag das beste Bergwetter herrschen. Dort wie auch in den Alpen sollte man sich warm genug anziehen, da es in höheren Lagen ziemlich windig wird und die Temperaturen zurückgehen.

Am bayerischen Alpenrand und in den Nordalpen dürfte auch der Samstag brauchbares Bergwetter bringen, wobei der Sonntag aber der bessere Tag wird. Bis dahin dürften auch die Felsen wieder abgetrocknet sein, wenn es sich nicht gerade um schattige Rinnen und Verschneidungen handelt.

In Bezug auf Hochtouren und hochgelegene Hüttenübergänge muss man sich vorab weiterhin gut über die aktuellen Verhältnisse, bzw. über eventuelle Wegverlegungen informieren.

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

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