Tourenverhältnisse
Vor allem in den nordwestlichen Mittelgebirgen gab es am heutigen Donnerstag längere Regenfälle, wodurch die Wegverhältnisse in Taunus, Eifel und Rothaargebirge zumindest am Freitag recht feucht sein dürften. Im Schwarzwald wird in der Nacht ab Donnerstagabend teils ergiebiger Regen erwartet, während im Bayerischen Wald und im Fichtelgebirge die Wege und Pfade trocken bleiben dürften.
Am Bayerischen Alpenrand und in den Nordalpen wird erst am Freitagvormittag Niederschlag erwartet. Dieser wird aber nicht besonders ergiebig ausfallen und dürfte somit nicht zu besonders feuchten Wiesen- und Erdpassagen führen.
In den vergangenen Tagen herrschten aufgrund der trockenen und stabilen Witterung beste Tourenbedingungen für längere alpine Klettersteige, wie den Heilbronner Weg (Allgäuer Alpen) oder südexponierte alpine Klettertouren, wie z.B. an der Schüsselkarspitze (Wettersteingebirge).
Nach wie vor ist aber die Steinschlaggefahr auch in den Nordalpen ein Thema: So wurde z.B. in den Lechtaler Alpen diese Woche der Wanderweg 601/ (E4/01) zwischen Hinterbergjoch und Tarrentonalm aufgrund eines Felssturzes gesperrt. Weiter ist auch der Heiterwand Nordweg zur Heiterwandhütte gesperrt. Solche Informationen findet man auf alpenvereinaktiv.com bei den aktuellen Bedingungen.
In Bezug auf Hochtouren wurden in den letzten Tagen recht gute Verhältnisse gemeldet. Die Felspassagen sind meist wieder schneefrei. Die Gletscher sind unterhalb von ca. 3500 m meist aper und erfordern daher eine entsprechende Sicherheit im Gehen mit Steigeisen.
Wochenendwetter
Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge wird von Freitag bis Sonntag ein Mix aus Sonne und Wolken erwartet. Die herbstlichen Maximaltemperaturen pendeln am Kahlen Asten (841 m) um 15°C.
Im Harz und im Thüringer Wald kann es am Freitagvormittag noch kurze Regenschauer geben. Dann ist es eher bewölkt und zum Sonntag hin wieder sonniger. Auf dem Brocken (1148 m) liegen die Höchstwerte bei 12°C.
Auch im Elbsandsteingebirge dominieren die Wolken. Es bleibt aber trocken. Hier bestehen samstags die größten Chancen auf Sonne. Auf dem Goßen Zschirnstein (560 m) erreichen die Höchstwerte 19°C.
Im Bayerischen Wald wird Samstag ebenfalls der sonnigste Tag. Ansonsten überwiegen eher die Wolken. Am Sonntag sind Regenschauer nicht ausgeschlossen. Die Maximaltemperaturen liegen am Großen Arber (1456 m) zwischen 13°C am Samstag und 10°C am Sonntag.
Im Schwarzwald ist der Freitag noch stärker bewölkt. Am Samstag steht ein Mix aus Sonne und Wolken an. Am Sonntag muss man mit teils gewittrigen Regenschauern rechnen. Am Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte bei 13°C.
Alpen: Der Freitag verläuft von den Bündner Alpen über die Arlbergregion bis zu den Allgäuer Alpen meist stark bewölkt und es gibt Regenschauer. Im Südosten der Ostalpen ist es wechselnd bewölkt, meist aber trocken. Die Nullgradgrenze liegt bei schwachem Wind auf etwa 3600 m.
Am Samstag stellt sich recht sonniges, windschwaches Bergwetter ein. Restwolken lösen sich meist auf, etwaiger Hochnebel zieht sich in Richtung Alpenvorland zurück. Im Tagesverlauf bilden sich ganz im Westen Quellwolken und etwa von der Arlbergregion bis zu den Allgäuer Alpen steigt nachmittags die Schauerneigung etwas an. Sonst bleibt es bei gleichem Temperaturniveau trocken und überwiegend sonnig.
Am Bayerischen und Tiroler Alpennordrand ist es Sonntagvormittag bereits wechselnd bis stark bewölkt. Am Nachmittag sind vereinzelt ein paar Regentropfen möglich. Sonst ist es nach klarer Nacht bis über Mittag sonnig. Dann wird es allgemein in der Nordwesthälfte etwas wolkiger, es bleibt aber trocken. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 3300 m und 3700 m.
In den Westalpen verlaufen Freitag und Sonntag unbeständiger. Hier ist ab der Nacht auf Freitag mit Neuschnee oberhalb von ca. 3300 m zu rechnen.
Fazit
Sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen wird der Samstag der beste Tourentag. Am Freitag und Sonntag sollte man sich eher in Richtung Osten orientieren, wo die kommenden Tag trocken verlaufen könnten.
Zur Sicherheit gehört natürlich gerade jetzt im Herbst regenfeste und warme Kleidung mit in den Rucksack. Teleskopstöcke sind in den von Niederschlägen betroffenen Regionen für feuchte Abstiege auch keine schlechte Idee.
Wer noch (alpin)klettern möchte, wird ebenfalls in Richtung Osten die besten Chancen auf trockene Felsen haben. Und wem der Sinn noch nach einer Hochtour steht, sollte wegen der aperen Gletscher eine solide Steigeisentechnik besitzen. Zudem muss man die Spalten-Situation vor Ort selbst gut einschätzen können, da viele hochgelegene Hütten bereits geschlossen sind.
Tourenempfehlungen
Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.