Tourenverhältnisse
Die Deutschen Mittelgebirge präsentierten sich donnerstagfrüh wieder weiß. Während Taunus oder Rothaargebirge nur leicht überzuckert sind, weisen Schwarzwald oder Bayerischer Wald nicht nur in den höchsten Lagen geschlossene Schneedecken auf, die aber eher dünn sind.
Am Bayerischen Alpenrand ist deutlich mehr Neuschnee heruntergekommen, wobei es bis in die Täler hinab schneite. Vor allem im Allgäu sind es beachtliche Werte. Dort wuchs die Schneehöhe an der Station Schwarzenberg (1344 m) von 40 cm am Mittwoch auf 95 cm am Donnerstagmittag an. Weiter im Osten liegen die Werte zwischen 20 cm und 40 cm. Und es kommt im Laufe des Donnerstags noch weiterer Neuschnee hinzu.
Auch in Österreich gab es im Westen mit mehr als einem halben Meter Neuschnee im Arlberggebiet den meisten Schneezuwachs.
In der Schweiz sind die Schneefälle in den Berner, Glarner und Urner Alpen am ergiebigsten, mit 60 cm Neuschnee in 24 Stunden an der Messstation Titlisboden (2149 m).
Auch südlich des Hauptkamms gab es in den höheren Lagen etwas Neuschnee.
Lawinenverhältnisse
Donnerstagfrüh wurde in Deutschland für Allgäuer Hochalpen, Wetterstein und nördlichen Karwendel, in der Schweiz von den Berner Alpen bis ins Rätikon und in Österreich in den Lechtaler Alpen, Zillertaler Alpen sowie in den Hohen Tauern mit Stufe 4 eine „große Lawinengefahr“ ausgegeben. Ansonsten herrscht oberhalb der Waldgrenze mit Stufe 3 verbreitet eine „erhebliche Lawinengefahr“.
Der Neuschnee wurde von starkem Wind aus nordwestlicher Richtung begleitet und ist störanfällig. Die Triebschneeansammlungen sind groß und teils vom Neuschnee überdeckt. In den Hochlagen sind oberflächennah schwache Schichten aus kantigen Kristallen zu finden. Ansonsten ist die darunterliegende Altschneedecke laut Bayerischem Warndienst allgemein gut verfestigt. In Tirol wird hingegen weiter auf eine teils schwache Altschneedecke hingewiesen.
Auch in Bezug auf die weitere Entwicklung gehen die Einschätzungen etwas auseinander. In Bayern wird davon ausgegangen, dass die Lawinengefahr nach den Neuschneefällen etwas zurückgeht. In Tirol lautet die Ansage, dass die Lawinengefahr zumindest am Freitag noch gleichbleibt. In der Schweiz prognostiziert man, dass die Gefahr von trockenen Lawinen am Samstag in allen Regionen abnimmt.
Wochenendwetter
Mittelgebirge: Im Rothaargebirge gibt es am Freitag und Sonntag einen Mix aus Sonne und Wolken. Am Samstag fällt wiederholt Niederschlag, der in höheren Lagen als Schnee herunterkommt. Es wird sehr windig. Die Maximaltemperaturen pendeln am Kahlen Asten (841 m) um 3°C.
Im Harz und im Thüringer Wald ist der Ablauf ähnlich. Am stürmischen Brocken (1142 m) liegen die Höchstwerte bei 0°C.
Im Elbsandsteingebirge wird Samstag hingegen recht sonnig. Am Sonntag gibt es dann auch dort Niederschläge. Die Höchsttemperatur auf dem Großen Zschirnstein (560 m) liegt zwischen 5°C am Freitag und 8°C am Samstag.
Im Bayerischen Wald ist der Ablauf vergleichbar. Die Höchsttemperaturen liegen am Großen Arber (1456 m) zwischen -3°C und 1°C.
Auch am Schwarzwald wird der Samstag am freundlichsten. Der Sonntag verläuft stark bewölkt mit etwas Schnee in den Hochlagen. Am teils stürmischen Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte zwischen -4°C am Freitag und -1°C am Samstag.
Alpen: In der Nacht zum Freitag kommt es in den Ostalpen an der Alpennordseite zu weiteren Schneeschauern, begleitet von stürmischem Wind. Tagsüber verlagert sich der Niederschlag ganz nach Osten, während die Schauer von Vorarlberg bis zu den Salzburger Bergen abklingen. Es ist winterlich kalt und es weht kräftiger Wind. In den Südalpen gibt es bei stürmischem Nordwind sonnige Auflockerungen.
Am Samstag setzt sich überall sonniges Bergwetter durch. Der Wind schwächt sich deutlich ab, bleibt aber in exponierten Lagen noch stark. Die Temperatur liegt in 2000 m zwischen -9°C im Norden und 2°C im Süden.
Der Sonntag verläuft entlang der Alpennordseite stark bewölkt, vom Bregenzerwald bis zu den Ybbstaler Alpen schneit es noch leicht. Südlich des Alpenhauptkamms sowie der Niederen Tauern bleibt es mit lebhaftem Wind aus Nord bis Nordwest trocken bei lockerer Bewölkung. Es wird nur wenig milder.
In den Westalpen ist der Wetterablauf mit dem markanten Nord-Süd-Gegensatz ähnlich.
Fazit
Während in den nördlichen Mittelgebirgen Freitag und Samstag bessere Wandertage sind, sollte man im Schwarzwald und in den südöstlichen Regionen den Samstag wählen. Überall muss man mit winterlichen Verhältnissen bei teils starkem Wind rechnen. Deswegen sind warme Kleidung, Teleskopstöcke und Winterbergstiefel sehr zu empfehlen.
In den Bayerischen Alpen sollte man den Samstag ins Auge fassen und kann dort Schneeschuhtouren oder auch Skitouren von höher gelegenen Ausgangspunkten unternehmen. Diese sollten zu Beginn (wegen der meist fehlenden Unterlage) auf Forststraßen und über Wiesenhänge verlaufen. Oberhalb der Waldgrenze muss man aber gut aufpassen.
Dort dürfte die Lawinengefahr in den Nördlichen Kalkalpen und am Alpenhauptkamm am Wochenende noch bei Stufe 3 liegen. Der aktuelle Lawinenlagebericht ist bei der Tourenplanung also unbedingt zu berücksichtigen.
Wäre nicht das instabile Wetter der Karwoche, wären die weiteren Aussichten für Skihochtouren mit einem Rückgang der Lawinengefahr gut. Bereits vor den Schneefällen waren z.B. die wilden Gletscherbrüche am Tödi (Glarner Alpen) relativ gut eingeschneit. Spätestens jetzt dürfte überall ausreichend Schnee auf den Gletschern vorhanden sein. Aber wie gesagt muss man gut darauf achten, wie sich Wetter- und Lawinenverhältnisse kommende Woche entwickeln.
Und für alle, die sich in den Osterferien nach Frühling statt Winter sehnen, macht eine Reise Richtung Lago Maggiore, Gardasee & Co. großen Sinn. Dort dürften in den kommenden Tagen sonnige Verhältnisse fürs Sportklettern oder Wandern herrschen. Die hohen Gipfel sind aber auch dort noch schneebedeckt.
Tourenempfehlungen
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