Altschnee auf der Südseite der Hornbachkette auf ca. 2200 m.
Bei Querungen von steilen Schneefeldern sind Grödel sehr zu empfehlen. Foto: DAV/Pröttel
So wird´s am Wochenende

Bergbericht 4. bis 7. Juni 2026

Zum Wochenende hin stabilisiert sich das derzeitige „Aprilwetter“ etwas. Allerdings gibt es bis dahin im Hochgebirge weiteren Neuschnee. Wegen des morgigen Feiertags erscheint der DAV Bergbericht – wie bei Brückentagen üblich – bereits am heutigen Mittwoch.

Tourenverhältnisse

Wiederholte Niederschläge sorgten in den letzten Tagen sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen für feuchte Wegverhältnisse. Vor allem steilere Erdpassagen und Wiesenpfade können recht rutschig sein, zumal es auch in den kommenden Tagen immer mal wieder regnen wird.

Der Schnee ist in den Nördlichen Kalkalpen und am Alpenhauptkamm grundsätzlich weiter auf dem Rückzug. Dennoch muss man selbst in südseitigen Karen mit Altschnee rechnen. So liegen beispielsweise in den großen Karen auf der Südseite der Hornbachkette (Allgäuer Alpen) ab 2250 m große, zusammenhängende Schneefelder. In nordseitigen Karen muss man ab ca. 1900 m mit Schnee rechnen.

Und weiter oben unternimmt der Winter sogar ein kleines Comeback. So präsentierte sich der Gipfel der Zugspitze (2962 m) Mittwochmorgen frisch verschneit. Die Schneefallgrenze lag am heutigen Mittwoch zwischen 2200 m und 2700 m. Und im Hochgebirge bleibt es erst mal winterlich. Meteoschweiz prognostiziert in der Nacht auf Freitag oberhalb von rund 2700 m 10 bis 20 cm Neuschnee. Im Hochtourenbereich sind dementsprechend Gletscher und Felsanstiege am Wochenende verschneit.

Wochenendwetter

Mittelgebirge: Im Rothaargebirge wird es am Donnerstag regnerisch und windig. Zum Wochenende bessert sich das Wetter, aber vor allem nachmittags muss man mit Schauern rechnen. Ganztägig trocken könnte der Sonntag verlaufen. Die Maximaltemperaturen liegen am Kahlen Asten (841 m) bei 14°C.
Im Harz und im Thüringer Wald ist der Wetterablauf ähnlich, wobei dort auch am Sonntag Regenschauer nicht ausgeschlossen sind. Am windigen Brocken (1142 m) steigen die Höchstwerte von 10°C am Freitag auf 13°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge soll der Donnerstag trocken verlaufen. Am Freitag gibt es vor allem vormittags Regen und am Wochenende wird ein Mix aus Sonne und Wolken erwartet. Die Höchsttemperaturen liegen am Großen Zschirnstein (560 m) zwischen 16°C am Freitag und 20°C am Sonntag.
Im Bayerischen Wald wird es am Donnerstag tagsüber noch recht freundlich, aber windig. Am Freitag kommt nach Regen nachmittags wieder die Sonne heraus. Das Wochenende dürfte im Großen und Ganzen freundlich, aber auf den Hochlagen windig verlaufen. Die Höchstwerte liegen am Großen Arber (1456 m) zwischen 9°C am Freitag und 15°C am Samstag.
Im Schwarzwald bringt der Donnerstag starken Wind, viele Wolken und immer wieder Regenschauer. Ab Freitag bessert sich das Wetter, wobei kurze Regenschauer vor allem Samstagnachmittag nicht ausgeschlossen sind. Am teils stürmischen Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte zwischen 8°C am Freitag und 13°C am Sonntag.

Alpen: Der Donnerstag wird in den Ostalpen vorübergehend freundlicher. Besonders nach Osten zu ist es morgens teils wolkenlos, von Westen her ziehen dann hohe Wolkenfelder auf. Dazu weht mäßiger Südföhn. Im Vorfeld einer Kaltfront kommt es nachmittags erst im Süden und im Westen zu ersten Schauern, vereinzelt auch Gewittern. Am Abend gehen die Schauer im Westen in kräftigen Regen über. Trocken und sonnig bleibt es bis zum Abend von den Salzburger Bergen ostwärts.
In der Nacht auf Freitag sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen auf 2000 m mit bis zu 20 cm Neuschnee im Hochgebirge. Am Freitagmorgen erfassen die Niederschläge auch die Osthälfte. Hinter der Front am Vormittag im Westen bereits Wetterberuhigung mit lokalen schwächeren Schauern. Im Osten und Südosten bleibt es bis über Mittag noch unbeständig und nass. Der Nachmittag wird im Südwesten trocken, es bleibt aber vorerst frisch. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 2500 m und 3300 m.
Der Samstag bringt zunächst freundliches Bergwetter. Vor allem in der Westhälfte zeigen sich bis Mittag wieder größere Quellwolken und hohe Wolkenfelder, hier steigt die Neigung für gewittrige Schauer am Nachmittag wieder an. Trocken und recht sonnig bis zum Abend bleibt es gegen Osten. Die Temperatur steigt wieder etwas an.
Der Sonntag bringt eine leichte Stabilisierung. Tagsüber überwiegt der Sonnenschein, tageszeitlich anwachsende Quellwolken bleiben häufig harmlos. Nur in der Westhälfte bleibt die Neigung für lokale Schauer oder Gewitter leicht erhöht.
In den Westalpen ist es bereits am Donnerstagvormittag sehr durchwachsen, dafür verläuft der Freitag freundlicher. Das Wochenendwetter ist dann vergleichbar.

Fazit

In den kommenden Tagen sollte man sich sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen auf Regenschauer und nasse Wegverhältnisse einstellen. Deshalb sind Teleskopstöcke für rutschige Abstiege bestimmt keine schlechte Idee.

Während man sich vom Wetter her in den Nordalpen donnerstags eher Richtung Osten orientieren sollte, dürfte am Freitag in Richtung Westen früher die Sonne herauskommen. Von den beiden Wochenendtagen wird der Sonntag das beste und auch wärmste Tourenwetter bringen.
Bis etwa 2200 m dürfte der Neuschnee nicht liegen bleiben, weshalb man Gipfelziele mit dieser Maximalhöhe anvisieren sollte.

Am Alpenhauptkamm muss man hingegen oberhalb von etwa 2500 m mit winterlichen Verhältnissen rechnen. Auf den Gletschern kann das tückisch sein. Und zwar dann, wenn bereits offene Gletscherspalten wieder mit Neuschnee eingeweht werden und die Spaltensturzgefahr somit schwerer einzuschätzen ist.

Und wer in den kommenden Tagen sportklettern möchte, muss sich freie, südseitige Felsen heraussuchen, die schnell abtrocknen. Für längere alpine Klettertouren ist das Wochenende aufgrund nasser Felsen und instabilen Wetters eher nicht geeignet.

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

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