Gestriger Blick vom Leonardstein zum Buchstein.
Derzeit muss man besonders gut auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung achten. Foto: DAV/ Pröttel
So wird´s am Wochende

Bergbericht 31. Juli bis 2. August 2026

Es steht einmal mehr ein Bergwochenende ins Haus, bei dem man bei der Tourenplanung die heißen Temperaturen und die damit einhergehende Gewittergefahr berücksichtigen muss. In Bezug auf Gletscher-Hochtouren werden die Verhältnisse in vielen Bereichen des Alpenhauptkamms immer heikler.

Tourenverhältnisse

In den Mittelgebirgen, in den Bayerischen Voralpen und in den Nördlichen Kalkalpen herrschen aufgrund trockener Wege und Felsen grundsätzlich gute Touren-Verhältnisse.

Anders schaut es am Alpenhauptkamm aus. Die hohen Temperaturen verschlechtern die Hochtouren-Verhältnisse zunehmend. Die Gletscher sind überdurchschnittlich stark ausgeapert, verbreitet wird von hoher Steinschlagaktivität berichtet. An Firngraten wie z.B. am Galenstock (Urner Alpen) muss man damit rechnen, dass man nicht mehr auf guten Trittfirn, sondern auf hartes Blankeis trifft.

Die ungünstigen Hochtouren-Verhältnisse spiegeln sich in vielen Warnhinweisen wieder. So wird z.B. beim Anstieg zum Ankogel über das Kleinelendkees (Hohe Tauern) beim Gletschereinstieg von „Steinschlag im Minutentakt und sehr steilem Blankeis“ berichtet. Als ein weiteres Beispiel wurde der Anstieg zum Urkundsattel (von erfahrenen Alpinisten) abgebrochen, da der Weg auf den Gletscher „Steinschlag gefährdet und extrem anspruchsvoll ist“.

Gleichzeitig gab es teilweise auch Murenabgänge, die beispielsweise „den Weg im Bereich der Rofenhöfe (Ötztaler Alpen) komplett unterspült haben“.

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge steht ein freundliches Wochenende an. Nur am Freitagnachmittag könnte es gewittrige Schauer geben. Die Maximaltemperaturen pendeln am Kahlen Asten (841 m) um 22°C.
Im Harz und im Thüringer Wald ist die Wetterentwicklung ähnlich. Auf dem Brocken (1148 m) liegen die Höchstwerte zwischen 20°C am Freitag auf 18°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge sollen am Freitagnachmittag und am Samstag gewittrige Schauer auftreten. Der Sonntag wird recht sonnig. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) liegen die Höchstwerte zwischen 31°C am Freitag und 25°C am Sonntag.
Im Bayerischen Wald wird Freitag der beste Bergtag. Am Wochenende kann es nachmittags zu lokalen Gewittern kommen. Die Maximaltemperaturen sinken am Großen Arber (1456 m) von 27°C auf 22°C.
Im Schwarzwald ist wiederum der Freitag am anfälligsten für Gewitter. Das Wochenende wird nach heutigem Stand weitgehend trocken und gewitterfrei. Am Feldberg (1493 m) pendeln die Höchstwerte um 22°C.

Alpen: Der Freitag wird in den Ostalpen sonnig und heiß. Nachmittags folgen Gewitter mit Schwerpunkt Ostschweiz und Tirol. Im heißeren Osten ist es stabiler, hier gibt es nur vereinzelt nachmittägliche Hitzegewitter. Die Nullgradgrenze liegt bei 4200 m.
Am Samstag sind in der Westhälfte teils schon am Vormittag lokale Regenschauer und Gewitter möglich. Ansonsten scheint erstmal die Sonne. Am Nachmittag steigt die Schauer- und Gewittertätigkeit ausgehend von den Zentralalpen an. Am ehesten bleibt es am östlichen Alpensüdrand gewitterfrei.
Am Sonntagvormittag gibt es ebenfalls noch sonnige Phasen, im Westen aber schon bald beginnende Quellwolkenbildung und nachmittags dann ausgehend von den Zentralalpen wieder Wärmegewitter mit punktueller Unwettergefahr samt kräftigen Regengüssen und Blitzschlag.

Fazit

In den meisten Mittelgebirgen ist die Gewittergefahr am Wochenende moderat. Dennoch sollte man vormittags die aktuellen Prognosen einholen.

In den Alpen muss man nicht nur wegen der hohen Temperaturen, sondern auch wegen potentieller nachmittäglicher Gewitter früh starten. Zudem sollte man möglichst waldreiche, nordseitige Touren anvisieren. Und schließlich muss man auf einen guten Sonnenschutz, sowie auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung achten.

In Bezug auf Hochtouren muss man sich bei den Hüttenwirtsleuten gut über die jeweilige Gletscher- und Steinschlagsituation erkundigen. Angesichts der unsicheren Gewitterentwicklung muss man aber seine Tour so planen, dass man spätestens am frühen Nachmittag wieder auf der Hütte bzw. im Tal ist. Das gilt natürlich auch für alpine Klettertouren. Tagesfüllende Unternehmungen sind diesbezüglich nicht zu empfehlen.

Für alpine Klettertouren oder gar lange Hochtouren ist das Wochenendwetter leider wohl nicht geeignet.

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

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