Kleine gelbe Kapelle auf einem Felsen neben einem Bach mit grüner Vegetation, dahinter ein traditionelle Berghütte und steile, felsige Berge unter bewölktem Himmel.
Anton Karg Haus im Wilden Kaiser. Foto: Verena Helminger
Hüttentipps "Alpingeschichte"

5 Hütten mit Alpingeschichte

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Erschließung der Alpen mit Wegen und Hütten und ermöglichte damit Bergsteiger*innen einen besseren Zugang zu Gipfeln und Kletterwänden. Diese 5 Hütten sind früher wie heute ein beliebtes Ziel für Bergsport aller Art.

Berliner Hütte - Die “Grand Dame” der Alpenhütten  

Die denkmalgeschützte Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen. Foto: Rene Michael Zulauf

1879 erbaut repräsentiert die Berliner Hütte den Wandel einer Alpenvereinshütte vom einfachen Unterstand zum repräsentativen “Berghotel”. Der prunkvolle, fünf Meter hohe Speisesaal mit Holzvertäfelung und Kronleuchtern sowie der ausladende Treppenaufgang im Foyer zeugt vom bürgerlichen Stolz der Kaiserzeit. Sogar ein eigenes Postamt, eine Dunkelkammer und eine Schuhmacherwerkstatt gehörten in früheren Tagen zur Berliner Hütte, auch elektrisches Licht erhielt die Hütte über ein eigenes Wasserkraftwerk. In ihrer Größe und Form ist die Berliner Hütte eine Ausnahmeerscheinung unter den Alpinbauten und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Auch heute noch lässt die Hütte seine Gäste staunend zurück und entlässt sie während des Aufenthalts in die beeindruckende Bergwelt der Zillertaler Alpen.  

Anton-Karg-Haus - Kletterstützpunkt im Kaisergebirge 

Anton Karg Haus im Wilden Kaiser. Foto: Verena Helminger

Die Höhe von 829 Metern lässt einen gar nicht vermuten, dass hinter der Hütte Klettergipfel mit Touren mit bis zu 30 Seillängen hinaufragen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Anton-Karg-Haus gerne zur Sommerfrische von angesehenen Bürgern Kufsteins besucht, aber dank der guten Zugverbindung nach Kufstein und der Aussicht auf anspruchsvolle Kletterrouten etablierte sich das Haus zu einem ein immer beliebt werdender Stützpunkt zum Klettern im Wilden Kaiser. 
Wer die imposanten Wände lieber mit etwas Distanz betrachten möchte, findet ebenso attraktive Wandertouren für die ganze Familie vor. Claudia und Lydia sorgen auf der Hütte mit regionalen Speisen für die nötige Stärkung. 

Rappenseehütte - Stützpunkt für den Heilbronner Weg 

Die Rappenseehütte in den Allgäuer Alpen. Foto: DAV-Archiv

Die Rappenseehütte in den Allgäuer Alpen wurde 1885 als eine der frühesten Hütten in nur einem Monat aus Holz errichtet. Heute ist sie mit mehr als 300 Schlafplätzen die größte DAV-Hütte. Von historischer Bedeutung war der Stützpunkt für die Anlage des Heilbronner Wegs, er führt über den Allgäuer Hauptkamm und war der erste alpine Höhenweg, der bereits 1899 eröffnet wurde. Der Heilbronner Weg markiert den Beginn des „Genuss-Wanderns“ in felsigem Gelände und bescherte der Rappenseehütte einen regelrechten Gästeboom, so dass diese bereits 1913 erweitert werden musste. Trotz ihrer Größe hat die Hütte ihren gemütlichen alpinen Charakter bewahrt und auch die neuen Wirtsleute Tine und Dominik Müller erfreuen die Hüttengäste mit einer guten Mischung aus traditionellen und modernen Gerichten sowie ihrer großen Erfahrung als Hüttenwirtsleute.

Gamskarkogel-Hütte - Einmalige Ausblicke vom höchsten Grasberg Europas

Gamskarkogel-Hütte, Aussichtsloge in der Ankogel-Gruppe. Foto: Verena Helminger

Bereits 1828 erkannte Erzherzog Johann höchstpersönlich den Gamskarkogel als prächtige Aussichtsloge und ließ die Schutzhütte direkt am Gipfel auf 2465m errichten. Damit gilt die Hütte als eine der ältesten, rein zu bergsteigerischen Zwecken errichteten Schutzhütten der Ostalpen. Im ältesten Teil der Hütte befindet sich heute die Küche. Von der Terrasse kann man besonders gut zu Sonnenauf- und Sonnenuntergängen die umliegenden Gipfel der Hohen Tauern, des Tennen- und Hagengebirges, sowie Hochkönigmassiv und Dachstein erblicken. 

Die Radlseehütte - Pioniergeist zum Neubeginn 

Ein wunderbarer Aussichtspunkt, die Radlseehütte in den Sarntaler Alpen. Foto: Matthias Leitner

Die Radlseehütte ist der erste Neubau einer Schutzhütte des Alpenverein Südtirol seit seiner Neugründung. 1912 von einem Brixner Tapeziermeister erbaut, war die Hütte in den Anfangsjahren ein echter Pionierort – sogar im Winter war sie damals für die ersten Skitourengeher geöffnet. Mit der faschistischen Machtübernahme folgten dunkle Jahre. Nach 1940 fiel das Haus in die Hände einer faschistischen Organisation. Es kam zu Vernachlässigung und Plünderungen, bis die ursprüngliche Hütte schließlich niederbrannte und nur noch Ruinen blieben. 1950 übernahm der Alpenverein Südtirol das Ruder und mit vereinten Kräften konnte die Radlseehütte neu aufgebaut und im Juli 1956 feierlich eröffnet werden. Heute ist die Hütte ein beliebter Stützpunkt für Wanderer in den Sarntaler Alpen. 

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