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Visionen wahr machen

17.02.2020, 07:11 Uhr

Rückblick auf die Tagung #machseinfach - Ressourcenschutz im Bergsport in Regensburg

„Wenn wir sagen „wir könnten“ – dann können wir’s auch gleich tun“ – diese Ansage des DAV-Vizepräsidenten Manfred Sailer gab den Teamgeist wieder, der die Tagung „Ressourcenschutz im Bergsport“ beseelte. Naturschutzreferentinnen und Vorstände, Gremienmitglieder und Hauptberufliche aus dem ganzen DAV waren am 7./8.2. nach Regensburg gekommen, um Ideen auszutauschen, wie der DAV beim Klima- und Ressourcenschutz auf schnellere Gangart kommen könnte. Wobei da nicht nur die einzelnen Mitglieder, die Sektionen und der Bundesverband gefordert sind, ihr Verhalten zu ändern: Wichtig ist es vor allem, Verhältnisse zu ändern, durch Vorgaben der Politik – die aus den DAV-Ebenen eingefordert werden sollten.

 

Klimaneutraler DAV-Bundesverband

Vieles läuft schon gut und vieles Gute läuft schon im weltgrößten Bergsportverband. Das skizzierte Steffen Reich, Ressortleiter Naturschutz und Kartografie, am Eröffnungsabend. Und einiges Weitere startet demnächst, etwa die „Projektgruppe Klimaschutzkonzeption“, für die Reich nahelegte, die DAV-Selbstverpflichtung aus der Hauptversammlung 2019 zu konkretisieren: Klimaneutralität im DAV-Bundesverband schneller umzusetzen als die Bayerische Verwaltung, die bis spätestens 2030 klimaneutral sein will. In einem „Nachhaltigkeits-Slam“ präsentierten vier Experten vielerlei Ideen, etwa zur Nachhaltigkeit in der Outdoor-Industrie, zur JDAV-Aktion „DownUpCycling“ oder zur „Verschließung“ der Alpen contra Overtourismus. Solche Visionen wahr zu machen: Diese Forderung wurde vom Publikum gefeiert.

 

#machseinfach

Am nächsten Tag war dann das persönliche Engagement aller gefordert: In drei Workshops und einer abschließenden Diskussion erarbeiteten die Teilnehmenden Ideen und konkrete Ansätze für den DAV, die Sektionsarbeit und die Mitglieder:

 

  • Reparaturkurse, Tausch- und Teil-Angebote, die klar machen, dass Bergausrüstung nicht jährlich modisch aktualisiert werden muss, sondern jahrelang genutzt werden kann,
  • einen CO2-Rechner und eine „Ökologie-Ampel“ zur Bewertung des Klima-Fußabdrucks von Sektionstouren und ein klares Nein zu Flugreisen,
  • die finanzielle Förderung der Bahn-Anfahrt zu Sektionstouren oder eine Bahn-Kundenkarte für alle Tourenleiter der Sektion,
  • ein vegetarisches Angebot zum Bergsteigeressen auf allen Hütten,
  • den Umstieg auf Ökostrom für Hütten, Kletterhallen, Geschäftsstellen und Privatverbraucher als sofort möglichen ersten Schritt,
  • die Forderung nach Tempo 120 auf Autobahnen durch den DAV an die Politik,
  • die Intergration von BNE in sämtliche Ausbildungsinhalte, das Thema „nachhaltiges Handeln“ muss vielen erst bei- und nähergebracht werden.

 

Offensichtlich liegt es nicht an einem Mangel an Ideen. Eher daran, sich selbst zu sagen „mach’s einfach! – und rede drüber“.