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Ulrike Scharf lehnt Skischaukel am Riedberger Horn ab

02.07.2015, 17:15 Uhr

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat den Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn im Oberallgäu abgelehnt. Hier würde in einen höchst sensiblen Naturraum eingegriffen, so die Ministerin. Der DAV und weitere Umweltverbände begrüßen diese Entscheidung.

 

Die Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein hatten 2014 eine Änderung ihrer Flächennutzungsplanung auf den Weg gebracht. Zur wirtschaftlichen Stärkung der Liftanlagen Riederberger Horn und Grasgehren sollten eine Verbindungsbahn gebaut und neue Skipisten angelegt werden. Dagegen hatte der DAV gemeinsam mit der Alpenschutzorganisation CIPRA Deutschland und deren Mitgliedsverbänden detailliert Stellung genommen. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die Planung fundamentale Gesichtspunkte des Natur- und Bodenschutzes verletzte.

 

Die Region um das Riedberger Horn ist im Allgäu eines der wichtigsten Quellgebiete für die vom Aussterben bedrohten Birkhühner. Auch geologisch gilt das Gebiet als höchst sensibel. Im weichen Flyschgestein kommt es immer wieder zu Erdrutschen. Eine Abholzung des Bergwaldes hätte diese Gefahr deutlich erhöht.

 

Die Kritik entzündete sich auch daran, dass die Planungen am Riedberger Horn die „Schutzzone C“ des Alpenplans ignorierten. Dieser seit 1972 gültige Plan verbietet technische Erschließungen wie Seilbahnen und Skipisten in etwa 42 % des bayerischen Alpenraums. Die Zone C wäre von der geplanten Skigebietsverbindung durchschnitten worden. Die Naturschutzorganisationen unter dem Dach der CIPRA Deutschland befürchteten, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen würde - mit unabsehbaren Folgen für den Umweltschutz in den gesamten Bayerischen Alpen. Eine Aufweichung der strengen Regeln hätte möglicherweise weiteren Planungen an anderen Orten Tür und Tor geöffnet.

 

Der DAV begrüßt dieses wichtige Signal aus der Politik außerordentlich, das nicht zuletzt ein Zeichen für einen nachhaltigen Winter- und Sommertourismus in den bayerischen Alpen setzt.

 

Quelle: CIPRA Deutschland

 

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