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Heiße Zahlen: Sommer 2018

31.08.2018, 16:23 Uhr

Der Sommer 2018 war „außergewöhnlich warm, trocken und sonnig“, so lautet die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Vielerorts wurden alte Rekorde gebrochen.

Es war fast wie in Südeuropa: wochenlang Hitze, Sonne von früh bis spät und kaum Niederschlag. Ab Mitte Juni 2018 sorgten Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa für trockenes Wetter - zunächst noch mit angenehmen Temperaturen, aber ab Ende Juli verlagerte sich der hohe Druck ostwärts und die heiße Luft aus dem Süden strömte nach Deutschland. Die extrem hohen Temperaturen hielten bis Ende August an. In vielen Regionen wurden neue Rekorde aufgestellt – darunter auch traurige. In mehreren Gegenden Deutschlands litten insbesondere die Bauern unter der anhaltenden Dürre.

 

Zweitheißester Sommer seit Messbeginn

Nach den ersten Auswertungen der Ergebnisse von rund 2000 Messstationen stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) fest, dass der Sommer 2018 als der zweitheißeste seit Beginn der Messungen im Jahre 1881 in die Geschichte eingehen wird. Nur der Sommer 2003 übertraf mit seinen Temperaturen den diesjährigen. 19,3 Grad Celsius war der bundesweite Temperaturdurchschnitt, der damit um rund 3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode (1961 bis 1990) liegt. Der Durchschnitt in 2003 lag mit 19,7 Grad nur knapp darüber. Allerdings konnten regional auch Spitzenwerte festgestellt werden: In Berlin wurden mit 20,8 Grad die höchsten Werte seit Messbeginn errericht, so auch in Brandenburg (20,3), Sachsen-Anhalt (20,2), Sachsen (19,7), Bremen und Mecklenburg-Vorpommern (beide 19,2).

 

So viel Sonne wie in Rom

Die höchste Temperatur in 2018 meldete Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt): Am 31. Juli kletterte das Thermometer auf 39,5 Grad. In Frankfurt am Main erreichten die Temperaturen 18 Tage hintereinander über 30 Grad. Deutschlandweit fielen im Sommer 2018 nur 54 Prozent der üblichen Niederschläge. Der Astronaut Alexander Gerst kommentierte aus dem All: „Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte!“

Mit 770 Stunden Sonnenscheindauer zählt der diesjährige Sommer zu den drei sonnenreichsten seit 1951. Am meisten davon gab es an der Ostsee in der Umgebung von Rügen: Die kleine Insel Greifswalder Oie, konnte sich mit seinen 900 Sonnenstunden „durchaus mit Orten am Mittelmeer messen, wie zum Beispiel Rom, das im Schnitt auf etwa 925 Sonnenstunden kommt“, so der DWD.

 

Weniger als die Hälfte des üblichen Niederschlags

Besonders trocken war es Hessen: Durchschnittlich fielen hier nur 90 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, statt den üblichen 222. Der vorherige Rekord vom Sommer 1911 wurde damit gebrochen. Auch Thüringen gehört mit nur etwa 95 Litern pro Quadratmeter zu den besonders von Dürre betroffenene Bundesländern. Aber auch in anderen Bundesländern wurde vielerorts weniger als die Hälfte des üblichen Niederschlags gemessen, wie in Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

 

Punktuell hingegen wurde es richtig feucht: Im bayerischen Mauth-Finsterau schüttete es am 12. Juni 166,5 Liter pro Quadratmeter vom Himmel - die in 2018 deutschlandweit größte gemessene Niederschlagsmenge eines Tages.