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Neue Erschließungspläne im Stubaital

01.03.2021, 18:01 Uhr

Im Stubaital erhitzen neue Erschließungspläne die Gemüter: Von Neustift i. Stubaital soll eine Zubringerbahn in das Skigebiet Schlick2000 gebaut werden. Eine großflächige Zerschneidung wertvollster Berg- und Almlandschaft, ohne nennenswerte Pistenfläche zu erschließen.

Großer Eingriff, kaum Nutzen

Unter dem Motto "Verbinden was zusammen gehört" präsentierten die Projektwerber Anfang Februar ihr Vorhaben, seit ein paar Tagen liegt auch ein befürwortendes Gemeinderatsurteil vor. Von Neustift i. Stubaital aus soll eine Verbindungsbahn (10er-Einseilumlaufbahn) mit Mittelstation bei der Kaserstattalm bis zum Sennjoch ins Skigebiet von Schlick2000 führen. 

 

Wie so oft kommt es aber darauf an, was noch so geplant ist: 

  • 700 Meter langer Ziehweg durch extrem steile, teils felsdurchsetzte Südhänge
  • 150 Meter langer Skitunnel, um in das eigentliche Skigelände (die "Goldsutten") zu kommen
  • 2 Pisten mit jeweils ca. 300 Meter Länge
  • mehrere hundert Meter langer Ziehweg zur Mittelstation
 

Mit diesem Vorhaben wird eine alpine Berg- und Almlandschaft zerschnitten, eine Geländekammer wird unter hohem technischem Aufwand erschlossen, alpine Lebensräume werden aufs Spiel gesetzt. Auch sonst bringt die Erschließung nur Nachteile: Eine Talabfahrt ist geländebedingt gar nicht möglich und die Talstation ist nicht in Ortsnähe, so dass mit einem gesteigerten Vekehrsaufkommen gerechnet werden muss. 

 

Alpenvereine gegen Skigebietserweiterung

Der Österreichische Alpenverein positioniert sich klar gegen die Skigebietserschließung. „Was wir dringend brauchen, ist nicht noch ein Lift mehr, sondern vielmehr die Abkehr vom konsumlastigen Massentourismus hin zu mehr naturverträglichen Formen des Fremdenverkehrs“, sagt Clemens Matt, Generalsekretär des ÖAV. „Wir müssen diese Krise als historische Chance begreifen, ein Umdenken einzuleiten – ein Umdenken über unseren Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen. Dass selbst in solchen Zeiten die nächsten fragwürdigen Skigebietserweiterungen geplant werden, zeugt nicht gerade von zukunftsorientiertem Denken.“

 

Der Deutsche Alpenverein bestärkt hier den ÖAV in seinen Bemühungen und wird sich als anerkannter Naturschutzverband in Österreich bei einer möglichen Umweltverträglichkeitsprüfung im Schulterschluss mit dem ÖAV gegen dieses Vorhaben einsetzen. 

 

Geländebesichtigung in der Goldsutten

 

Weitere Informationen und Aktuelles zum Vorhaben unter www.goldsutten.com