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Neue Bergsteigerdörfer: Gschnitztal und Luce

15.01.2019, 14:52 Uhr

Das Gschnitztal in Tirol und die Gemeinde Luče in Slowenien konnten vor dem internationalen Gremium der Bergsteigerdörfer überzeugen und werden 2019 aufgenommen.

Die Liste der noch zu bereisenden Ziele wird immer länger, denn: zwei Gemeinden konnten die strengen Kriterien der Bergsteigerdörfer erfüllen und wurden ausgewählt, 2019 dem internationalen Netzwerk beizutreten; das Gschnitztal in Tirol und Luče in Slowenien. Damit entscheiden sich die Gemeinden, gemeinsam mit den Alpenvereinen auf einen nichttechnisierten, authentischen und umweltschonenden Bergtourismus hinzuarbeiten.

 

Gschnitztal: authentischer Charakter, alpinistisches Potential

Als Ausgangspunkt für sieben Dreitausender und viele weitere anspruchsvolle Berg- und Skitouren in den Stubaier Alpen, die Gschnitztaler Hüttentour und einige Klettersteige bietet das Gschnitztal mit seinem majestätischen Talschluss die besten Voraussetzungen für Bergsteiger. Das Seitental des Wipptals konnte sich eine außergewöhnliche Biodiversität und unberührte landschaftliche Kleinode erhalten. Die Gemeinden Trins und Gschnitz sehen im Beitritt zu den Bergsteigerdörfern die Chance, ihren authentischen Charakter zu erhalten und das alpinistische Potential des Tals hervorzuheben.

 

Luče: Karst und Kulturerbe

Eingebettet in die malerische Karstlandschaft der Steiner Alpen mit der Raduha – einem der schönsten Aussichtsberge der Region – zieht der kleine Ort Luče seit Mitte des 19. Jahrhunderts Wanderer und Bergsteiger an.

So ist er eng mit der Gründung der Slowenischen Bergsteigergesellschaft verbunden. Biodiversität, natürliche Schönheit und Kulturerbe wie die gelebte Hausmannskost sind Werte, die Luče auch für zukünftige Generationen erhalten will. Dabei kann sie das nachhaltige Entwicklungsmodell der Bergsteigerdörfer unterstützen.

 

Der offizielle Betritt der neuen Bergsteigerdörfer erfolgt mit den Beitrittsfeiern, bei der sich die Gemeinden zur Philosophie der Bergsteigerdörfer der Alpenvereine bekennen. Diese werden im Frühling und Sommer 2019 stattfinden – die Termine werden an dieser Stelle rechtzeitig bekanntgegeben

 

Was sind Bergsteigerdörfer?

Weniger Masse, mehr Klasse

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Das oberste Ziel der "Bergsteigerdörfer": Förderung naturnaher, ressourcenschonender und nachhaltiger Tourismusformen. Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es hier!

Die Bergsteigerdörfer werden international

Die Vizepräsidenten des ÖAV und DAV über neue Wege im Alpintourismus

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Die Bergsteigerdörfer gehen neue Wege: die Initiative ist nun auch ausserhalb Österreichs angekommen. Die Vizepräsidenten von DAV und ÖAV heißen die Ramsau herzlichst willkommen! Liebe Alpenvereinsmitglieder, liebe Alpenfreunde!   Die „Bergsteigerdörfer“ sind keine Erfindung der Alpenvereine, sie waren immer schon da. Seit der Gründung des Österreichischen Alpenvereins 1862 und des Deutschen Alpenvereins 1869 stehen die Alpen im Fokus der Vereine. Anfangs war es vor allem ein wissenschaftliches Interesse an der wilden, unberührten Berglandschaft mit ihren Gletschern, Seen und steil aufragenden Bergflanken. Es wurde kartiert, vermessen, verzeichnet und natürlich bestiegen – erstbestiegen. Schon bald zeigte vor allem die städtische Bevölkerung großes Interesse, dieses unbekannte Land zu erkunden, sich sportlich zu betätigen, die Sommerfrische zu genießen. Erste Schutzhütten wurden gebaut, Wege und Brücken angelegt. Einheimische Personen waren plötzlich sehr gefragt, wenn es darum ging, die Besucher auf die Berge zu begleiten, und in den kleinen Bergdörfern entstanden Gasthäuser und Übernachtungsmöglichkeiten. Für die Bergbewohner ergab sich neben der meist mühevollen Landwirtschaft eine zusätzliche Einnahmequelle.   Der Alpenverein spielte damals die Rolle des Erschließers und Erforschers. Es war ihm ein Anliegen, die Kenntnis von den Alpen zu verbreiten, die Liebe zu ihnen zu fördern und ihre Bereisung zu erleichtern. Bereits 1927 wurde aber auch der Naturschutz in die Satzung des Alpenvereins aufgenommen, denn rasch wurde erkannt, dass die Bergwelt nicht nur wild und romantisch ist, sondern auch sehr verwundbar.