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DAV auf Mountainbike-Ausfahrt mit Umweltminister Thorsten Glauber

20.10.2021, 00:00 Uhr

Am Donnerstag, 14. Oktober 2021, fand eine gemeinsame Mountainbike-Ausfahrt mit dem bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber im Oberallgäu statt. Die Region ist Standort des Pilotprojekts „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“, welches vom Bayerischen Umweltministerium gefördert wird und ein naturverträgliches und konfliktfreies Mountainbiken im Alpenraum anzielt. In den Gesprächen untermauerte der DAV seine Kritikpunkte und Forderungen an den Vollzugshinweisen zum Mountainbiken.

Das Pilotprojekt mit dem Bayerischen Umweltministerium

Der Outdoor-Boom hält an und damit steigt nicht nur die Anzahl an Sporttreibenden in den Natur- und Erholungsräumen, sondern auch der Nutzungsdruck vor Ort. Das führt bekannterweise immer wieder zu Spannungen und Konflikten – so auch zwischen Mountainbiker*innen, Grundbesitzer*innen und auch Wandernden. Dem gilt es engegenzuwirken: In den besonders betroffenen Modellregionen Bad Tölz-Wolfratshausen und Oberallgäu werden im Projekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ Konzepte für ein friedliches Miteinander erarbeitet und erprobt. Das Pilot-Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert und zielt darauf ab, das Mountainbiken in Zukunft möglichst naturverträglich und konfliktfrei in den gesamten Alpen zu ermöglichen. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen konkrete Wegekonzepte, entsprechende Beschilderungen und natürlich Handlungsleitfäden für alle Beteiligten.

 

Ein Einblick in die Modellregion Oberallgäu

In eine der beiden Modellregionen ging es für die Teilnehmenden der Mountainbike-Ausfahrt vom 14. Oktober: Als Startpunkt der gemeinsamen Tour diente der Bahnhof im Oberallgäuer Sonthofen. Neben dem Bayerischen Staatsminister Thorsten Glauber und Mitarbeitenden des DAV Bundesverbands, die gemeinsam mit dem Zug aus München angereist waren, waren auch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Oberallgäu, die DAV-Sektion Allgäu Immenstadt und später auch Christof Endreß, Bürgermeister von Blaichach sowie der neugegründete Mountainbike Allgäu e.V. vertreten. Auf den Mountainbikes führte die Tour über die Weltcup-Hütte am Ofterschwanger Horn und hatte die Besichtigung zweier Mountainbike-Trails vor Ort im Fokus. An den beiden Trails konnten die Herausforderung und Problematiken zur Wegeignung und -freigabe exemplarisch dargestellt werden. Klar wurde auch, dass die Anwohnenden vor Ort direkt mit in den Einigungsprozess einbezogen werden müssen, um vermeidbare Konflikte frühzeitig aus dem Weg zu räumen: „Beide Trails sind trotz anfänglicher Unsicherheiten zur Wegeignung inzwischen von der Unteren Naturschutzbehörde für geeignet befunden worden. Zum Teil haben wir bereits Gespräche mit den Grundbesitzer*innen aufgenommen und werden diese auch weiterführen. Bei einem der Trails sind wir schon dabei einen entsprechenden Gestattungsvertrag mit der Gemeinde, dem Forst, den Grundbesitzer*innen und dem Mountainbike Allgäu e.V. durchzusprechen. Wenn es zu einer Einigung aller Parteien vor Ort kommt, könnte das Oberallgäu als erfolgreiches Beispiel des respektvollen Miteinanders vorangehen“, sagt Benjamin Trotter, Leiter des Projektes „Bergsport Mountainbike“ beim DAV. Das Beispiel zeigte deutlich auf, wie wichtig eine umfassende Einbindung aller Akteure rund ums Mountainbiken ist. Sozial- und naturverträgliche Lösungen rund um die Vollzugshinweise zu finden, liegt im Interesse aller Beteiligten.

 

Vollzugshinweise zum Mountainbiken in Bayern

Die am 16.12.2020 vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentliche Vollzugsbekanntmachung soll die Regelungen für die Erholung in der Natur, insbesondere zum Radfahren, präzisieren. Im Konfliktfall wägen die Unteren Naturschutzbehörden die Meinungen verschiedener Interessengruppen ab und entscheiden, ob ein Weg fürs Mountainbiken geeignet ist. Der DAV formulierte daraufhin eine kritische Stellungnahme mit Änderungsvorschlägen, denen er während der MTB-Ausfahrt Nachdruck verlieh. Die Forderungen umfassen die Einbindung von Akteur*innen rund ums Mountainbiken, sowie der Einbeziehung der Wegehalter*innen bzw. Fahrradverbände bei der Überprüfung der Wegeeignung durch die Unteren Naturschutzbehörden. Eine definierte Wegbreite als geeignetes Kriterium lehnt der DAV dabei ab.

 

Das sagt der Umweltminister Thorsten Glauber

„Wir haben im Rahmen des Projekts heute wieder vor Ort gesehen, dass Besucherlenkung durch dezidierte Ansprache und Wegeführung möglich ist. Ich bin davon überzeugt, dass man die Herausforderungen des Tourismus und der Besucherlenkung nicht über Verordnungen allein regeln kann. Das kann nur ein Rahmen sein. Wir müssen Angebote schaffen, um den Schutz des Naturraums zu gewährleisten und gleichzeitig den Erholungssuchenden die Möglichkeit zu geben, diesen Naturraum zu erleben. Das schaffen wir nur gemeinsam. Herzlichen Dank an den DAV, für die jahrelange Zusammenarbeit, die wir auch weiterhin fortführen werden. Denn die Aufgabe wird in den nächsten Jahren noch eine große Herausforderung sein.“

 

Mountainbiken in Bayern

Neuer gemeinsamer Brief der Verbände an Umweltminister Glauber

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Seit Dezember 2020 sorgen die vom bayerischen Umweltministerium veröffentlichten „Vollzugshinweise“ in der MTB-Szene für einigermaßen Aufruhr. Demnach drohen ab der kommenden Saison zahlreiche Wege-Sperrungen, weil die Kriterien zur Wege-Eignung sehr restriktiv ausgelegt werden können.

Vollzugshinweise zum Mountainbiken in Bayern

DAV unterstreicht seine Forderungen in Gespräch mit Umweltminister Glauber

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Die am 16.12.2020 vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlichte Vollzugsbekanntmachung soll die geltenden Regelungen für die Erholung in der Natur und insbesondere zum Radfahren in Bayern präziser auslegen. In einer Stellungnahme kritisiert der Deutsche Alpenverein verschiedene Punkte der nun veröffentlichten, endgültigen Fassung der Vollzugshinweise und konnte seine Forderungen in einem Gespräch mit Umweltminister Glauber untermauern.

Natürlich biken

Naturverträglich unterwegs mit dem Mountainbike

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Schon längst sind es nicht mehr nur Wander- oder Kletterbegeisterte, die die Berge erklimmen. Immer mehr Bergfans bestreiten den Weg zum Gipfel auf zwei Rädern. Eine lange, ausgelassene Abfahrt entschädigt Mountainbiker*innen für ihre Mühen.

Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft

Ein Projekt in zwei Modellregionen

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In dem vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Projekt geht es darum, in zwei Modellregionen nachhaltige Mountainbike-Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen um die konfliktfreie Ausübung des Sports zu erreichen.

Umweltministerium fördert MTB-Projekt des DAV

Feierliche Übergabe des Förderbescheids in der Jugendbildungsstätte Bad Hindelang

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Mountainbiken wird alpenweit zu einem immer größeren Trend. Dabei kommt es zunehmend zu Spannungen zwischen Grundbesitzerinnen, Mountainbikern und Wanderinnen. Der Deutsche Alpenverein will dieses Problem nachhaltig lösen. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie hat auch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erkannt und fördert den DAV für das Projekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ in den nächsten drei Jahren. In zwei Pilotregionen werden nun modellhaft Mountainbike-Konzeptionen erarbeitet, umgesetzt und evaluiert. Die feierliche Übergabe des Förderbescheids fand am 19. September 2018 in der DAV Jugendbildungsstätte in Bad Hindelang statt. Anlässlich des Projektstarts betonte Umweltminister Dr. Marcel Huber, dessen Ministerium das Projekt mit 250.000 Euro fördert: „Immer mehr Mountainbiker und E-Bikes erobern die Alpen. Gemeinsam gilt es, Wege für ein harmonisches Nebeneinander in der Natur zu finden. Zusammen mit dem Deutschen Alpenverein wollen wir konkrete Lösungen für ein naturverträgliches und konfliktfreies Mountainbiken im Alpenraum ermöglichen. Daher investieren wir 250.000 Euro in dieses zukunftsweisende Projekt mit Modellcharakter.“