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Geologie und Böden

Geologie und Gebirgsbildung

Die Alpen sind vor etwa fünfzig Millionen Jahren durch das Zusammentreffen der europäischen Platte mit einem Teile der afrikanischen Platte entstanden. Somit sind die Alpen ein sehr junges Gebirge. Weite Teile der Voralpen an der westlichen und östlichen Randlage bestehen aus Kalkgestein, die Gebirgsstöcke der West- und Zentralalpen sind, mit kleinräumigen Ausnahmen, aus kristallinen Gesteinen wie Gneis oder Granit. Die Eiszeiten übten den größten Einfluss auf das heutige Landschaftsbild aus: Täler wurden durch das Abschmelzen der Gletscher ausgeschürft und verbreitert. Terrassen, Moränen und viele weitere eiszeitliche Landschaftsformen sind so entstanden.

Alpine Böden

Neben der mineralogische Zusammensetzung des Untergrunds sind vor allem das Klima und die Vegetation für die alpine Bodenbildung hauptverantwortlich. Besonders in den Höhenlagen können sich Böden aufgrund der starken Temperaturwechsel nur schwer bilden. Die meisten alpinen Böden sind sehr jung, insbesondere weil die Gletscher der letzten Eiszeit fast alle älteren Reste weggeschliffen haben.

 

Die Auffaltung der Alpen begann vor ungefähr 30 Millionen Jahren mit der Kollision von Europa und Afrika. Die verschiedenen Gesteinsarten die in den Alpen vorzufinden sind, sind jedoch alle wesentlich älter.

 

Entstehung der Alpen

 Vor 240 Millionen Jahren drifteten Afrika und Europa voneinander weg, sodass sich zwischen den Kontinenten ein Meer bilden konnte. Dieses sogenannte Tethys-Meer überspülte im Laufe der Zeit den gesamten, heutigen Alpenraum. Das flache, tropische Meer war Lebensraum von Korallen, Schwämmen, Muscheln und kalkschaliger Mikroorganismen. Über Jahrmillionen wuchsen so riesige Korallenriffe von zum Teil mehreren Kilometern Mächtigkeit an, die heute in weiten Teilen der Alpen als marines Kalk- oder Dolomitgestein aufgeschlossen sind. An den Küsten des Tethys-Meer wurden Sande und Schotter, die sich mit der Zeit zu Sandstein verfestigten, durch Flüsse eingetragen und abgelagert.

 

Vor 95 Millionen Jahren beginnt eine erneute Kollision der beiden Kontinente. Das Tethys-Meer verschwindet aus dem Alpenraum und die im Meer abgelagerten Sedimente werden komprimiert und übereinander geschoben. Im Norden bildet sich ein Tiefseegraben in dem sandige Sedimente (heute als Flysch bekannt) geschüttet werden.

 

Vor 70 bis 40 Millionen Jahre erreicht die Erdkruste im Bereich der Alpen, durch die voranschreitende Aufschiebung, eine Verdoppelung ihrer Mächtigkeit. Die verschiedenen Gesteinsschichten sind ähnlich wie ein Stapel Karten übereinander geschichtet. Die eigentliche Auffaltung der Alpen begann vor ca. 28 Millionen Jahren. Beim Zusammenschub wurden einige Gesteine so weit in die Tiefe gedrückt, dass sich unter hohen Drücken und Temperaturen das Material metamorph veränderte und umkristallisierte. Diese metamorphen Gesteine wurden durch erosive Prozesse freigelegt und sind heute an der Oberfläche zu finden. In den darauffolgenden Millionen von Jahren wurden die Alpen durch Wind und Wasser so geformt wie wir sie heute kennen. Das Material, welches durch diese Erosionsprozesse verfügbar wurde ist in den Voralpen und in der Po-Ebene in den sogenannten Molassegebieten abgelagert.

 

Sedimente und Gesteine

Die in den Alpen und im Alpenvorland dominierenden Gesteine und Sedimente sind im Folgendem kurz erklärt.

 

Molasse und Flysch

Der Begriff Molasse steht für Sedimente und Sedimentgesteine (Gerölle, Sand, Schluff, Ton) die bei der Abtragung eines Gebirges entstehen und in dessen Umfeld abgelagert werden. Generell spricht man erst ab der letzten Hebung des Gebirges von Molasse, davor werden die Sedimente als Flysch (Sedimente die während der Hebung entstehen) bezeichnet.