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26.06.2019
30.09.2019
Dolomiten / Italien

Die Dolomiten feiern: 10 Jahre UNESCO-Weltnaturerbe

Seit zehn Jahren tragen die Dolomiten den Titel „Weltnaturerbe“. Die offiziellen Feierlichkeiten zum runden UNESCO-Jubiläum einer der faszinierendsten Berglandschaften beginnen am 26. Juni 2019 in Cortina.

„Eine der schönsten Berglandschaften der Welt“

Als die UNESCO am 26. Juni 2009 die Dolomiten in die Weltnaturerbeliste eintrug, begründete sie das vor allem mit der besonderen Ästhetik dieser Bergregion: „Ihre besondere Schönheit beruht auf ihrer spektakulären vertikalen Formenvielfalt: Zinnen, Spitzen und Felsnadeln stehen im starken Kontrast zu horizontalen Felsvorsprüngen, Plattformen und Hochebenen und erheben sich steil und abrupt über ausgedehnte Geröllhalden und sanfte gewellte Hügellandschaften“, hieß es in der damaligen Erklärung. Und weiter, fast schon schwärmend: „Die große Farbenvielfalt der Dolomiten ergibt sich aus dem Kontrast zwischen den nackten Felswänden der Gipfel und den Wäldern und Wiesen der Hochtäler und Almen.“

 

Bleiche Berge & Alpenglühen

Hier hohe Berggipfel, dort tiefe Schluchten. Mal einsam und erhaben, mal als Teil gewaltiger, ineinander übergehender Bergmassive. Manche Felstürme sind mehr als 1.500 Meter hoch und gehören damit zu den höchsten Kalksteinwänden der Welt. – Dieses einzigartige Szenario der Dolomiten gilt als Archetyp der 'Dolomiten-Landschaft' schlechthin.

 

Noch im 18. Jahrhundert nannten die Einheimischen ihre Berge „monti pallidi“. Denn diese „bleichen Berge“ wirken in der Mittagshitze blass und verschwommen, in der Dämmerung und im Licht des Mondes kalt und nahezu übernatürlich.

 

Nachdem der französische Geologe Déodat de Dolomieu erkannte, dass es sich bei dem hiesigen Gestein um ein bis dahin unbekanntes Mineral handelte, wurde es ihm zu Ehren als „Dolomite“ benannt. Die besondere Zusammensetzung des Dolomitgesteins ist auch für ein andererseits besonders spektakuläres Farbenspiel verantwortlich: im Sonnenaufgang und -untergang leuchtet der Fels in warmen Farbtönen – von Orange über Rot bis hin zu Violett.

 

Neun Gebirgssysteme – ein Welterbe

Die Dolomiten – 142.000 ha gehören zum UNESCO-Welterbe – setzen sich aus neun verschiedenen Gebirgssystemen zusammen; getrennt durch Täler, Flüsse und andere Berge.

 

Die italienischen Provinzen, in denen sich die Dolomiten befinden, stehen seit der Ernennung der Dolomiten zum Welterbe vor der besonderen Herausforderung, nicht nur die landschaftliche Schönheit der Berge zu bewahren, sondern auch verschiedene Sprachen und kulturelle Unterschiede in einem Gebiet zu berücksichtigen, das historisch äußerst heterogen gewachsen ist.

 

Gemeinsam feiern: mehr als 140 Events

Trotz aller historischer Unterschiede – gefeiert wird gemeinsam und überall. Die offiziellen Feierlichkeiten beginnen am 26. Juni 2019, dem Jahrestag der Welterbe-Ernennung. In Cortina werden an diesem Tag vier Musikkapellen aus den Dolomiten spielen; außerdem stellen sich Hersteller von Qualitätsprodukten des Dolomiten UNESCO-Netzwerks vor. Parallel starten 50 junge Bergsteiger der Bergsteigervereinigungen Südtirol, Friaul-Julisch Venetien, Trentino und Veneto, um eine Woche lang Wanderwege instand zu halten.

 

Am 29. Juni geht es in Sankt Vigil in Enneberg mit einem großen Volksfest, dem „Dolomites UNESCO Fest“, weiter. Gäste können dabei das Welterbe, seine geologischen und geomorphologischen Besonderheiten, die dort lebenden Menschen und die Kulinarik der Dolomitenregion kennenlernen.

 

Insgesamt wird es im gesamten Dolomitengebiet mehr als 140 Veranstaltungen rund um das Jubiläum geben. Eine Auswahl (aus Südtirol):

  • 26. Juni in Sexten: Das begehbare Gipfelbuch – Im Tal werden die Gipfelbücher verschiedener Dolomitengipfel ausgestellt und auch für Interessierte ohne Bergerfahrung erreichbar sein.
  • 11. Juli in St.Ulrich/Val Gardena: Dolomites Unesco World Heritage-Sonderausstellung mit Landschaftbildern
  • 13. bis 20. Juli: Bergwoche Sexten
  • 8. August in St. Christina/Val Gardena: Freilichtausstellung Fotos von Landschaften und Gebirgsstöcke aus dem Südtiroler Anteil des Welterbegebietes
  • 21. August in Toblach: Filmpremiere von Reinhold Messners Film "Die Große Zinne"
  • 30. September in Sexten: Dolomites UNESCO Forum „10 Jahre Dolomiten UNESCO Welterbe, quo vadis?
 

Die UNESCO-Idee

1972 hat die UNESCO das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, kurz: die Welterbekonvention, unterzeichnet. Ihr Ziel ist es, außergewöhnliche Kulturgüter und besondere Naturlandschaften langfristig zu erhalten. Gleichzeitig wird an Welterbestätten den Menschen – Einheimischen wie Besuchern – der Wert des jeweiligen Ortes vermittelt und darüber informiert, wie das Welterbe nachhaltig geschützt werden kann und für zukünftige Generationen erlebbar bleibt.

 

Wie wichtig der Schutz der Welterbestätten ist, verdeutlicht schon eine Zahl: 2017 waren mehr als 60 Prozent der Naturerbestätten illegalen Aktivitäten wie Wilderei, Plünderung und illegalem Handel mit Naturgütern ausgesetzt. Auch Kulturerbestätten sind gefährdet, vor allem durch den wachsenden Siedlungsdruck.

 

Weitere Informationen

Einen Überblick verschiedener Veranstaltungen zum zehnjährigen Jubiläum gibt es auf der offiziellen Website des Dolomiten UNESCO Welterbes sowie auf den einschlägigen Tourismusseiten der Regionen und Provinzen.