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CIPRA verleiht Deutschen Alpenpreis

25.11.2017, 11:14 Uhr

Alle zwei Jahre ehrt die CIPRA Persönlichkeiten die sich maßgeblich für den Schutz der Alpen eingesetzt haben. Der 5. Alpenpreis ging am 24.11.2017 an Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl der "Gesellschaft für ökologische Forschung" (GöF)

Lebenswerk Umweltbildung und Alpenschutz

Über vier Jahrzehnte haben die beiden die eklatante und schleichende Veränderungen unserer Umwelt in Ausstellungen und Büchern dokumentiert. 

Weit über Deutschland hinaus haben sie das Bewusstsein für eine lebendige und lebenswerte Umwelt geschärft. 

Ihre große Tat: das umfassende Sammelwerk "Gletscher im Treibhaus". Unzählige akribisch zusammengetragene Bildvergleiche, zeigen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher auf drastische Art und Weise. 

 

Stellvertretend für ihre umfassende Arbeit seien hier genannt:

  • 1983: Grün kaputt - Landschaft und Gärten der Deutschen
  • 1986: Alptraum Auto - Eine hundertjährige Erfindung und ihre Folgen
  • 1988: Deutschlands Strom - Die Politik der Elektrifizierung von 1866 bis heute; Dissertation
  • 1990: Sein oder Nichtsein - Die industrielle Zerstörung der Natur
  • 1991: Himmel und Hölle - Wir setzen auf die Sonne
  • 1993: Kein schöner Wald
  • 1996: Atom - Energie ohne Zukunft: Zehn Jahre nach Tschernobyl
  • 1998: Schöne neue Alpen
  • 2004: Gletscher im Treibhaus
  • 2007: Rasen im Treibhaus – Warum wir ein Tempolimit brauchen
  • 2010: Aktion und Webseite „Nolympia - Kritische Auseinandersetzung mit der Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018
  • 2015: Studie „Der gekaufte Winter"
 

Kritik an der Wachstumsgläubigkeit

Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl gelten zu Recht als Umwelt-Aufklärer, die europaweit das Bewusstsein für die Grenzen unseres Wirtschaftswachstums und dessen Folgen für Umwelt, Natur und Mensch geschärft haben. „Nicht parteipolitisch, aber hochgradig politisch haben sie in zahlreichen Ausstellungen mit Fotovergleichen ihre Kritik an Technik- und Wachstumsgläubigkeit unserer Gesellschaft zum Ausdruck gebracht.“, so Erwin Rothgang, Präsident von CIPRA Deutschland.

 

So setzten sie sich aktiv für den Erhalt unberührter Landschaften ein und kritisierten die "Wachstumsspirale" in den Alpen. Beispielhaft sei hier die Erweiterung des Pitztaler Gletscherskigebiets mit Hilfe eines illegal errichteten "Notwegs" ins Tal genannt.

 

Ein historisch bedeutsames Gesamtwerk

„Mit den Ausstellungen wollten Hamberger und Zängl nicht nur kurze, aktuelle Akzente setzen“,
so Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz in Bayern. „Vielmehr
haben sie durch die fortlaufende Archivierung und Ergänzung ihrer Arbeiten beispielsweise
im Gletscherarchiv oder im Alpenarchiv ein historisch bedeutsames Gesamtwerk geschaffen,
das nicht an Aktualität verliert. “


Prof. Dr. Dominik Siegrist, Leiter des Institutes für Landschaft und Freiraum an der Hochschule
für Technik in Rapperswil (Schweiz), hebt in seiner Laudatio hervor, „Die Methode,
historische Bildaufnahmen mit aktuellen Fotografien von ein und demselben Standort nebeneinander
zu stellen, informiert den Betrachter nicht nur über eine schleichende Entwicklung
auf einfache aber doch markante Art und Weise. Sie macht die Besucher der vielen
Ausstellungen betroffen und erschreckt zugleich durch ihre tiefe Ästhetik.“

 

Nur alle zwei Jahre

Alle zwei Jahre verleiht die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA Deutschland verleiht den Deutschen Alpenpreis. Gewürdigt werden herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft oder aus der Bürgerschaft für ihren Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung des (deutschen) Alpenraumes. 

 

Bisherige Preisträger:

  • 2006: Prof. Dr. Klaus Töpfer
  • 2008: Dr. Helmut Karl
  • 2011: Dr. Wolfgang Burhenne
  • 2015: Prof. Dr. Werner Bätzing