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Nadine Ormo

Nadine Ormo lebt und arbeitet in München, auf kulturnatur.de bloggt sie rund um die Berge. Das sagt sie zum Alpenplan:

 

Im bayerischen Alltag erleben wir - längst nicht mehr nur in den Städten, sondern auch in vielen Bergtälern - seit einigen Jahren einen immensen Flächenfraß: Immer größere Parkplätze, immer breitere Straßen, immer mehr Einkaufszentren und Gewerbegebiete, die autofreundlich und fußgängerfeindlich in die Landschaft wuchern. Wir umbauen uns mit einer charakterlosen Monotonie.

 

Jeder von uns kennt den Moment des Aufatmens, dies alles für ein paar Augenblicke, Stunden oder Tage hinter sich lassen zu können. „Danke Alpenplan“ sage ich, da ich, wie viele andere, von den Erlebnissen in nahezu unberührter Bergnatur, die über die letzten Jahrzehnte auch mit Hilfe des Alpenplans erhalten wurde, immer wieder zehre. Dass wir solche großflächig unverbauten Landschaften erleben dürfen, empfinde ich als riesige gesellschaftliche Errungenschaft, die wir verteidigen müssen.

 

In der Theorie wissen wir längst, wie wichtig die durch den Alpenplan ausgewiesenen Ruhezonen auch als natürlicher Schutz gegen Gefahren wie Lawinen und Hochwasser sind. In der Praxis sind rein ökonomische Interessen dennoch weiter oft Trumpf und „Nachhaltigkeit“ bleibt kaum mehr als ein Lippenbekenntnis: Wie lange noch wollen wir in Bayern hochoffiziell die Bedeutung intakter Natur predigen, dabei gleichzeitig Skigebiete vergrößern und mit Schneekanonen auf zunehmend wintergrüne Hänge schießen? Mit der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn würde nicht nur der bayerische Alpenplan aufgeweicht, sondern auch die Alpenkonvention als international gültiges Alpenschutz-Abkommen missachtet. Nicht zuletzt sehe ich daher auch das Bundesumweltministerium in der Pflicht, die Alpenkonvention einzuhalten und den bayerischen Alleingang zu stoppen.

 

 

Nadine Ormo gab dieses Statement im Oktober 2017 im Zuge der Kampagne #DankeAlpenplan ab. Das Ziel der Kampagne ist es, den Alpenplan als starke Planungsgrundlage für den Schutz von unerschlossenen Naturräumen in den bayerischen Alpen zu erhalten. Der Alpenplan regelt die Verkehrserschließung und ist damit ein wichtiges Instrument zum Schutz des bayrischen Alpenraums. Ende März hat das bayerische Kabinett die Aufweichung des Alpenplans in die Wege geleitet. Der Landtagsbeschluss steht im November an.

 

Mehr Informationen finden Sie unter alpenverein.de/alpenplan.