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Florian Lehman

Florian Lehman ist Geschäftsführer und Inhaber einer Ski Firma aus Bayern (Melt Sports GmbH). Das sagt er zum Alpenplan:

 

„Als Geschäftsführer und Inhaber einer kleinen Ski Firma aus Bayern möchte man meinen, ich wäre für den weiteren Auf- und Ausbau von Skigebieten.

 

Aber hier möchte ich deutlich gegen den Ausbau sprechen:

 

Dieser macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn. Hier werden am Ende nur die Baufirmen verdienen und es werden Steuergelder sinnlos verbrannt. Jede Planrechnung die hier einen wirtschaftlichen Erfolg prognostiziert, ist mit Sicherheit falsch und entbehrt jedweder wirtschaftlichen Vernunft.

 

Noch viel wichtiger als der Aspekt der Steuerverschwendung ist für mich aber der Punkt der Zerstörung der Umwelt.

 

Der Bau und die Erschließung der Anlage wird bereits einiges an wertvoller Natur zerstören. Bezieht man jetzt aber noch die niedrige Höhenlage und die Südlage des Hanges mit ein, und ebenso die Klimaerwärmung, welche schon die letzten Jahrzehnte zu milderen Wintern und dem Ausbleiben von Schnee gesorgt hat, ist ein Skibetrieb ohne riesige Massen an Kunstschnee nicht denkbar.

 

Diesen Schnee zu produzieren bedeutet weitere Steuergelder zu versenken und vor allem ist es Verschwendung wertvoller Ressourcen wie Wasser und Energie.

 

Skifahren ist in den letzten zwei Jahrzehnten stark geschrumpft, lassen Sie sich das von mir, jemandem aus dieser Industrie sagen. Die Absatzzahlen brechen immer weiter ein – Skifahren wird immer mehr zum Szenesport und ist (bald) kein Massensport mehr.

 

Selbst die Aufrüstung mit immer größeren und besseren Liftanlagen in etablierten Skigebieten hat diese Entwicklung nicht gebremst.

 

Daher sollte es uns allen wichtiger sein, die Natur unserer Heimat zu erhalten und zu schützen als eine unsinnige Liftanlage zu bauen. Und ich möchte lieber meinen Kindern noch ein paar unberührte Flecken zeigen können und die Freude an der Natur näher bringen, als 1-2 Paar Ski mehr im Jahr zu verkaufen.

 

Und ich möchte jetzt schon folgendes Szenario vorhersagen: In einigen Jahren, wenn das Projekt pleite ist und Millionen verbrannt wurden, wird von Politik und Betreibern wieder von unvorhersehbaren Ereignissen gesprochen, welche ja keiner abschätzen konnte.

 

Es wird wieder keiner Verantwortung übernehmen, ein absehbar scheiterndes Projekt gestartet, begünstigt oder befürwortet zu haben.

 

Der Steuerzahler und die Natur werden das Nachsehen haben und keiner wars...“

 

Florian Lehman gab dieses Statement im Oktober 2017 im Zuge der Kampagne #DankeAlpenplan ab. Das Ziel der Kampagne ist es, den Alpenplan als starke Planungsgrundlage für den Schutz von unerschlossenen Naturräumen in den bayerischen Alpen zu erhalten.

Mehr Informationen finden Sie unter alpenverein.de/alpenplan.