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100 Möglichkeiten, den World Overshoot Day zu verschieben

20.08.2021, 08:04 Uhr

Um Klimawandel und Ressourcenverbrauch soll sich die große Politik kümmern? Ja, aber trotzdem kann jede*r etwas beitragen. Die Initiative Global Footprint Network sammelt in 100 Tagen 100 Vorschläge, die helfen können, den World Overshoot Day zu verschieben.

Am 29. Juli war World Overshoot Day. Das ist das Datum, am dem wir, die Menschheit, die biologischen Ressourcen verbraucht haben, die uns pro Jahr zur Verfügung stehen. Je später das Datum im Jahr liegt, desto besser haben wir gehaushaltet. Zur Jahresmitte alle Ressourcen verbraucht zu haben, ist hingegen kein gutes Zeugnis.

 

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, das Datum nach hinten zu verschieben. Die Initiative Global Footprint Network veröffentlicht auf der Website overshootday.org/100-days-of-possibility 100 Tage lang täglich eine Idee, wie der ökologische Fußabdruck reduziert werden kann. Darunter sind Vorschläge, die wir als Gesellschaft umsetzen können aber auch einige, die jede*r selbst realisieren kann.

 

Viele Probleme, wenige Ursachen

Bei allen vorgestellten Maßnahmen wird auch die Anzahl der Tage angegeben, um die der World Overshoot Day nach hinten verschoben werden könnte, würden sie konsequent umgesetzt. Die 15-Minuten-Stadt würde beispielsweise den World Overshoot Day um elf Tage verschieben. Dazu müssten Städte so geplant sein, dass die Bewohner*innen die meisten ihrer täglichen Wege in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen können. Die weltweite Lebensmittelverschwendung zu halbieren, würde sogar 13 Tage Zeitpuffer geben.

 

Overshoot, also die Biosphäre kontinuierlich zu übernutzen, ist die Ursache der meisten Umweltprobleme, vom Verlust der Artenvielfalt bis zur Entwaldung, Wasser- und Luftverschmutzung, Überfischung und der Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre, die zu immer extremerem Wetter führt.

 

Die Initiative berechnet auch, wie viele Erden die Menschheit bräuchte, wenn alle Menschen den gleichen Lebensstil hätten, wie die Bewohner*innen eines Landes. Deutschland kommt auf wenig schmeichelhafte 2,9 Erden, den Negativrekord halten die USA mit 5 Erden.

 

Die Kampagne läuft bis zur nächsten Klimakonferenz (COP26), die vom 31. Oktober bis zum 12. November in Glasgow stattfindet. Bis dahin sollen 100 Vorschläge zusammengekommen sein

 

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