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Aus Liebe zum Trail …

23.07.2020, 13:49 Uhr

18 freiwillige Mountainbiker und Wegewarte pflegen einen Weg im Arbeitsgebiet der Sektion Heidelberg. Das Besondere an dem Kurs: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die Perspektive des jeweils anderen kennen und erfahren, warum ihnen allen so viel an Wegen in gutem Zustand liegt.

Die Sonne zeigt sich erst noch verhalten, als es von Ischgl aus mit dem Bike in Richtung Heidelberger Hütte losgeht. Später reißt es jedoch auf. Und nach zwei Stunden anstrengender Fahrt bergauf bekommt die Gruppe bereits einen ersten Eindruck davon, was es bedeutet, schwer zugängliche, hochalpine Wege zu unterhalten.

Am Abend gibt es dann einen theoretischen Einblick in die Arbeit der Wegewarte und Hintergrundinfos über das Mountainbiken im DAV sowie die Rechtslage in Bayern. So unterschiedlich die Erwartungen auch sein mögen, schon am ersten Abend auf der Hütte wird klar, dass die bunt zusammengewürfelte Gruppe voll motiviert ist.

 

Sonne am Morgen...

Der nächste Morgen beginnt früh und kalt, dafür aber sonnig. Ausgestattet mit Schaufel, Rechen und Spitzhacke geht es nach einer fachkundigen Einweisung von Wegewart Michael zu Fuß Richtung Fimberpass. Dieser Teil des Alpenvereinswegs 315 wird die Gruppe die meiste Zeit des Tags beschäftigen. Schon beim Aufstieg heißt es deshalb: Aufgepasst auf Wegeschäden und deren mögliche Behebung. Die typischen Probleme sind schnell erkannt. Wasser und viele Wegenutzer setzen den Bergpfaden zu, aber auch Weidevieh trägt seinen Teil dazu bei, dass es an Arbeit für die Freiwilligen nicht mangelt.

 

In kleineren Teams geht es nun unter Anweisung der beiden Experten Marc und Michael ans Werk. Es werden verstopfte Wasserrinnen ausgeräumt oder neu angelegt, lose Steine beseitigt und künstliche Barrieren gegen Abschneider gebaut. Die zahlreichen Mountainbiker, die auf dem Weg zum Pass vorbeikommen, staunen nicht schlecht, wenn sie Versuchskaninchen für einen neu hergerichteten Wegeabschnitt spielen dürfen und bedanken sich häufig für die geleistete Arbeit. Nach einem ganzen Tag an der frischen Luft steckt den Wegepflegern die Arbeit in den Knochen. Höchste Zeit für eine Belohnung in Form eines Apfelstrudels hinter der Hütte in der Sonne.

 

 

Das Fazit des Wochenendes

Nach dem Abendessen lassen die Kursteilnehmer den Tag Revue passieren und können in einem kleinen Bilder-Quiz testen, welcher Schaden durch wen verursacht wurde. Das Fazit des Wochenendes: Wer seinen Trail liebt und nutzt, kümmert sich auch gern darum. Respekt für alle, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um den Erhalt kümmern und durch das eigene Verhalten oder Engagement ihren Beitrag leisten. Das schönste Gefühl gibt’s dann zum Schluss, wenn auf dem selbstgepflegten Weg Richtung Tal gerollt werden kann…

 

Wir bedanken uns bei allen Freiwilligen für ihren Einsatz, bei der Heidelberger Hütte für den hervorragenden Apfelstrudel und unserem Partner VAUDE für die Unterstützung und die warmen Windbreaker.

 

Bergsport Mountainbike – Dialog statt Konfrontation

Bergpodcast Folge 07

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Mit dem Mountainbike raus auf den Trail und dort einfach mal sportlich die Seele baumeln lassen: Das ist der Reiz und das Versprechen des Mountainbikens. Doch dort, wo sich Bikerinnen und Biker verausgaben wollen oder Erholung suchen, sind auch andere Wegnutzer mit den gleichen Zielen unterwegs. Und nicht immer gelingt auf den Trails die friedliche Koexistenz aller Nutzungsgruppen. Dabei werden die Interessen von Wanderern und Bikerinnen oft als gegensätzlich dargestellt und die Wahrnehmung geschürt, dass es durch Mountainbiker ein höheres Risiko gibt als durch Wanderer. Dem will der DAV in dem Programm "Bergsport Mountainbike – Nachhaltig in die Zukunft" mit Fakten auf den Grund gehen. In zwei Modellregionen geht man nun neue Wege und bringt verschiedene Nutzergruppen an einen Tisch. Es geht dabei vor allem um eine Besucherlenkung, die nicht mit Verboten arbeitet, sondern mit der Attraktivität der Angebote.