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Aktiv im Winter

Mit Bus und Bahn in die Berge

Der perfekte Wintertag! – In unserer Vorstellung liegt da vielleicht eine dicke Schicht Neuschnee, darüber wölbt sich ein stechend blauer Himmel, wie er eben nur in der kalten Jahreszeit zu finden ist. Hinein in diese Szenerie strahlt die Sonne. Wer die Berge mag, für den oder die ziert eine solches Ideal-Panorama am liebsten noch ein Gipfel. Und wie kommen wir da hin? Ein paar Anreisetipps haben wir euch im folgenden zusammengestellt.

Denn wir sind mittendrin. – Beim Langlaufen, Winterwandern oder Rodeln, beim Schneeschuh- und Skitourengehen. Auch Eislaufen oder eine Schneeballschlacht, einen Schneemann oder ein Iglu bauen gehören zu dem, was wir uns vorstellen können und wie wir unseren Winter aktiv gestalten.

 

Winterzeit = Ruhezeit

Ein wenig erstaunlich mögen all unsere Aktivitäten schon erscheinen, ist die Winterzeit doch an und für sich die Ruhezeit in der Natur. Denn Energie in Form von Sonnenlicht ist jetzt nur begrenzt verfügbar. Geschützt unter Schnee und im Frost regenerieren die Pflanzen; Tiere – wenn sie nicht gleich ganz schlafen – bewegen sich nur noch das Allernötigste, um Kraftreserven aufzusparen.

 

Lange Zeit ist auch der Mensch diesem langsameren Winter-Takt gefolgt: Wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind, stellt sich auch der menschliche Körper darauf um, auszuruhen und Kraft zu sammeln für den nächsten, mit dem Frühling startenden Jahreszyklus.

 

Erst mit der Nutzbarmachung von fossiler Energie und Elektrizität begann der Mensch, diesen auch für ihn natürlichen Rhythmus auszuhebeln. Und heute – ganz gleich, ob viel oder wenig Freizeit – nutzen wir diese, um auch im Winter in die Berge zu gehen.

 

Ab in die Berge – mit Bus und Bahn

Wobei „In die Berge gehen“ genau genommen nicht die richtige Formulierung ist, denn für die Allermeisten liegen die Berge nicht in Geh-Entfernung, sondern man ist erst einmal fahrend unterwegs.

 

Der Bergwinter klappt dabei auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut, umweltfreundlich und komfortabel. Zwar fährt der eine oder andere Bergbus jetzt nicht, dafür lassen sich aber zusätzlich – gegen einen kleinen Obolus vielleicht – mitunter Shuttle-Angebote nutzen, um die eigene Unternehmung von einem naheliegenden Skigebiet zu starten.

 

Grundlegende Tipps

In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich das, was wir für Wintertouren im Kopf behalten sollten, gar nicht so sehr von dem für Unternehmungen während des restlichen Jahres. Noch zwei, drei Punkte mehr beachtet, und das Wintererlebnis mit Bus und Bahn kann beginnen:

 

… für deine öffentliche Anreise

  • Plane deine Aktivität so, dass die Reise- und Tourdauer in einem vertretbaren Verhältnis stehen – 1:3 oder besser.
  • Verschaff dir einen Puffer: Plane, lieber den vorletzten statt den letzten Zug zurück nach Hause zu nehmen.
  • Gerade bei Tagesausflügen im Winter ist eine Verbindung mit wenigen oder gar keinen Umstiegen empfehlenswert. Eine Karte mit Bahn- und Buslinien im Alpenraum gibt es hier.
  • Reduziere dein Gepäck möglichst weit, ohne relevante Sicherheitsvorkehrungen (wie 1. Hilfe-Set, Lawinenausrüstung) zu vernachlässigen. 

 

… für deine Unternehmung selbst

  • Wähle die Tourenlänge inkl. Weg vom/zum Bahnhof zum/vom eigentlichen Toureinstieg mit Bedacht. Passe sie der Tageslänge an. Ab Ende Januar/Anfang Februar werden die Tage wieder merkbar länger.
  • Kenne das Gelände, in dem du dich bewegst, idealerweise aus dem Sommer. Oder mach dich zumindest mit der Karte vertraut. Bei Durchquerungen u. ä.: Denke auch an einen möglichen Plan B und damit alternative Ziele und Bahnhöfe bzw. Bushaltestellen.
  • Überleg dir besser eine Mehrtagestour als viele Tagesausflüge: Auch im Winter sind – insbesondere in den Bayerischen Voralpen – eine Reihe von Alpenvereinshüttten geöffnet, die sich bestens auch für Übernachtungen eignen.
  • Unternimm Touren mit Ski, Snowboard und Schneeschuhen nur dann, wenn genügend Schnee liegt. Schone vor allem Aufforstungen und Jungwald.
  • Informiere dich darüber hinaus über Wildschutzgebiete und berücksichtige besonders im Winter relevante Naturschutzaspekte, auch Kampagnen wie „Natürlich auf Tour“, „RespekTIERE deine Grenze“ und ähnliche. 

 

… und zu guter Letzt:

  • Gönne dir selbst – und der Natur – auch einfach mal ganz und gar eine Pause. Warum zum Beispiel nicht einfach mal wieder gemütlich lesen – Tipps für Sachbücher, Bildbände, Bergkrimis und mehr findest du im DAV Bücherberg
 

Aktiv unterwegs im Winter

Für die Winteraktivitäten kommt mehr oder weniger Ausrüstung ins Spiel:

 
 

Winterspaziergang: die einfachste Art, den Winter zu genießen. Denkbar simpel für die Anreise mit den Öffis, da abgesehen von der regulären Winterkleidung keine spezielle Ausrüstung nötig ist. Über eine Thermoskanne mit heißem Tee freut man sich unterwegs allemal. Ortsnahe Wege, die sich für den Winterspaziergang eignen, sind meist geräumt.

 

Winterwandern: Ähnlich dem Winterspaziergang sehr unkompliziert anzugehen. Je nach Ziel und Ambition sportlich anspruchsvoll, zur Ausrüstung gehören oft Wanderstöcke (mit großen Wintertellern) sowie Spikes/Grödel. Bei Wanderungen in besonders engen Tälern oder bei Querungen zu Berghütten sind grundlegende lawinenkundliche Einschätzungen bereits von Vorteil. Wie ein gut gepackter Winterwanderrucksack aussieht, siehst du auch in diesem DAV-Video

 

Viele weitere Infos gibts in unserem Artikel zum Winterwandern.

 

Rodeln: Ein Schneeteller lässt sich allemal am eigenen Rucksack befestigen. Wer nicht den eigenen Schlitten mit Bus und Bahn mitnehmen möchte oder sich erst spontan zu einer Rodelpartie entscheidet, kann oft an Berghütten oder Liftstationen einen Rodel ausleihen.

 

Bitte achte beim Rodeln auf ausreichende Unterlage! Warum? Erfährst du im Artikel Zipflbob und Mikroplastik.

 

Langlaufen: Zählst du dich auch in der Loipe eher zu den Skiwandernden, wirst du deine Ausrüstung wahrscheinlich so planen, dass du Wechselschuhe etc. einfach im Rucksack verstaust. Alternativ lässt sich schon in Langlaufschuhen anreisen (mitunter etwas kalt) oder man kann beim Skiverleih o. ä. vor Ort nachfragen, die Schuhe abzustellen. Andere Möglichkeit: Die Langlaufausrüstung inkl. Ski und Stöcke ganz und gar vor Ort ausleihen.

 

Schneeschuh- und insbesondere Skitourengehen: Zählen zu den eher komplexeren Wintersport-Unterfangen. Sowohl, was die Ausrüstung als auch notwendigen Lawinenkenntnisse angeht. Wird meist mit eigener oder im Vorfeld bei einer DAV-Sektion ausgeliehenen Ausrüstung durchgeführt. Mit etwas Planung und Organisationsgeschick sind auch hier vielfältige, mitunter außergewöhnliche und überraschend einsame Touren mit Bus und Bahn möglich.

 

Viele weitere Infos findest du auf unserer Skitouren-Themenseite und im Artikel zum Schneeschuhwandern.

 

Generell ist es auch bei Wintertouren empfehlenswert, „klein“ anzufangen: Also zunächst kleinere Unternehmungen wählen, sich herantasten an das Thema Packen für den Winter und schauen, welche Ausrüstung sich bewährt oder was vielleicht durch eine andere Lösung ersetzen werden sollte.

 

Wohin es gehen könnte

Viele Bergregionen wurden einst mit der Eisenbahn erschlossen. Und auch heute gelangt man damit in viele mehr oder minder „klassische“ Wintersport-Orte sehr gut.

 

Teils kann man im Winter in diesen Orten direkt beim Bahnhof in die Loipe steigen, mindestens aber die Winterwanderung beginnen; vielerorts ist auch das Skigebiet maximal eine kurze Shuttlebus-Strecke entfernt. Und wer eine Umsteigeverbindung mit gutem Anschluss von der Bahn auf den Bus nicht scheut, kann einmal mehr aus den Vollen schöpfen, und noch mehr Aktivitäten in Betracht ziehen.

 

In den Alpen wären dies zuvorderst Orte wie Bayrischzell, Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen, Lenggries, Oberammergau oder Oberstdorf.

 

Mittelgebirge

Doch es müssen nicht immer die Alpen sein. Einige Zielbahnhöfe in deutschen Mittelgebirgen, bei denen das Wintervergnügen nicht weit ist:

  • Bayerischer Wald: Bayerisch Eisenstein, Bodenmais, Zwiesel
  • Erzgebirge: Altenberg, Johanngeorgenstadt, Oberwiesental
  • Harz: Bad Harzburg, Schierke
  • Sauerland: Willingen, Winterberg
  • Schwarzwald: Baiersbronn, Hinterzarten, Schluchsee
  • Thüringer Wald: Oberhof, Steinach, Zellamehlis
 

Weitere Tipps

 

Klimafreundlich zur Ski- & Schneeschuhtour

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Bergsport ohne Auto? Das geht auch in der kalten Jahreszeit wunderbar mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die brandneue Netzkarte des Öffi-Skitouren-Experten Michael Vitzthum zeigt das dichte Geflecht von Bahn- und Buslinien, die die Ostalpen vom Allgäu bis zum Berchtesgadener Land in den Wintermonaten durchziehen. Text und Grafik: Michael Vitzthum   Bis zum Alpenhauptkamm lassen sich mit dem Bahn- und Bus-Angebot etliche Regionen und Bergziele klimafreundlich erreichen und besonders bewusst erleben. Viele neue Tourenideen eröffnen sich beim Blick auf die Karte, sie ist geradezu eine Einladung zu Rundtouren, Überschreitungen und Durchquerungen, wenn es die Verhältnisse erlauben. Jede Ski- oder Schneeschuhtour mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz, denn bei der An- und Abreise haben wir Aktiven den mit Abstand größten Hebel zur Reduzierung unseres CO2-Fußabdrucks. Im Verkehrssektor steigen die Emissionen seit Jahren weiter an, sie sind unserer uneingeschränkten Mobilität geschuldet. Weniger Autos und dafür mehr öffentliche Verkehrsmittel bedeuten auch weniger Feinstaub, Mikroplastik, Lärm und Gestank auf unserem zum Teil oft sehr weiten Weg in die Berge und zurück. Immer mehr Individualverkehr bedeutet immer weiteren Ausbau der Infrastruktur mit Straßen, Tunneln und Parkplätzen, die noch mehr Verkehr anzieht – ein Teufelskreis, den wir gemeinsam durchbrechen können! 

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