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Wegewart beim Deutschen Alpenverein

27.09.2019, 08:45 Uhr

Ein Ehrenamt der Extraklasse

Wenn die Bergsteigerin und der Bergwanderer im Gebirge unterwegs sind, gehen viele ganz selbstverständlich davon aus, dass alle Wege geräumt und von den Verwüstungen des vergangen Winters befreit sind, die Seilversicherungen intakt und die Steighilfen sicher befestigt sind sowie Markierungen und Hinweisschilder deutlich sichtbar und in ausreichender Zahl vorhanden sind. Ferner verlassen sie sich darauf, dass ein Not-Biwak in großen Höhen gut ausgestattet und mit Feuerholz, Notrationen sowie warmen Decken versorgt ist. Um dies alles sicherzustellen ist eine große Schar an unermüdlichen Helfern der DAV-Sektionen im Alpenraum im Einsatz, die ehrenamtlich viele Tage im Jahr in dieser Sache unterwegs sind.

 

Anfang Juli 2019 begleitete Walter Hofmann, Fachübungsleiter der Sektion Aschaffenburg, den Wegewart Josef „Jupp“ Sickenberger bei seinem ersten Kontrollgang am Aschaffenburger Höhenweg in diesem Jahr. Josef Sickenberger ist ehrenamtlicher Wegewart und zuständig für die Instandhaltung der Wege und das Aschaffenburger Biwak.

 

 „Mit großem Engagement und Professionalität ist er hier am Werk. Bereits 14 Tage vorher war er alleine angereist und hatte zwei Tage lang unweit der Edelhütte am „Popbergnieder“ Teile des im Winter abgerutschten Grashangs mit Hacke und Schaufel wieder begehbar gemacht. Ich bin nachhaltig beeindruckt.“, erzählt Walter Hofmann.

 

Gut ausgerüstet mit Hacke, Akkubohrmaschine, Schraubenschlüssel und anderem Werkzeug, sind sie den gesamten Weg bis zur Kasseler Hütte abgegangen. Abgerutschte Wegstellen wurden saniert, Drahtseile gespannt und nachgezogen, Steighilfen überprüft und bei Bedarf ausgebessert.

 

An den Scharten wurden Wegetafeln angebohrt, damit die Wanderer sich besser orientieren können, vor allem bei schlechtem Wetter. Die meiste Arbeit wartete jedoch am Biwak. Der Schnee hatte das Ofenrohr auf der Außenseite komplett umgedrückt und der Weidezaun rund um das Biwak war vom Schnee ebenfalls komplett beschädigt. Hier war es besonders hilfreich, dass Jupp das Handwerks des Spenglers erlernt hat. Nach ca. 1,5 Stunden waren die beiden fertig. Der Ofen war wieder nutzbar und der Weidezaun stand auch wieder an der richtigen Stelle.

 

Nachdem abschließend die Notrationen (Tütensuppen, Teebeutel usw.) und Feuerholzbestände überprüft und von Jupp ergänzt wurden, führte der Kontrollgang weiter bis zur Kasseler Hütte, wo sie gerade noch rechtzeitig zum Abendessen angekommen sind.

 

„Vorbeikommende Wanderer waren ohne Ausnahme sehr interessiert an unserer Tätigkeit und „Jupp“ erklärte ihnen geduldig die Zusammenhänge.  Sie waren alle nachhaltig beeindruckt und ich – ich muss es nochmals betonen - war es auch.“, so Hofmann.

 

Wenn zwischenzeitlich nichts Unvorhergesehenes den Weg beeinträchtigt, wird Jupp Sickenberger zum Saisonende im Herbst nochmals einen Kontrollgang durchführen. Er steht jederzeit für die Sektion Aschaffenburg als Bindeglied zur ARGE Zillertal, die alles rund um die Hütten und die Wege der Zillertaler Runde koordiniert, als Ansprechpartner zur verfügung um die jeweiligen Besprechungen der ARGE besuchen. Dafür im Namen aller Sektionsmitglieder und aller Alpinisten den herzlichsten Dank an ihn.

 

Solltet auch Ihr Interesse am Ehrenamt Wegewart bzw. Wegewartin haben wendet euch einfach an eure Sektion.

 

Die Sektion Aschaffenburg betreut als Aufgabengebiet den Aschaffenburger Höhenweg in den Zillertaler Alpen, der einen Abschnitt des so genannten Berliner Höhenweges  darstellt. Der hochalpine Weg führt über den Siebenschneidensteig von der Karl-von Edel-Hütte (2238 m) zur Kasseler Hütte (2177m).

 

Dabei sind 760 Höhenmeter im Aufstieg und 800 Höhenmeter im Abstieg sowie 14 km Wegstrecke zu bewältigen. Der Weg ist mit neun Stunden Gehzeit angegeben. An den Schneiden bzw. Übergängen sind mehrfach Drahtseilversicherungen und Steighilfen angebracht, um die schweren Passagen überwinden zu können.

 

Damit Wettereinbrüche und Konditionsprobleme nicht zu lebensgefährlichen Zwangslagen führen, befindet sich schon seit Jahrzehnten ein Not-Biwak der Sektion Aschaffenburg auf diesem Weg, das vor 9 Jahren komplett erneuert wurde.

 

Wegearbeit der Alpenvereine

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Rund 50.000 Kilometer Bergwege werden vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein erhalten und markiert. Das Hütten- und Wegenetz der Alpenvereine ist nicht nur die tragende Säule des Bergsports und des Sommertourismus in den Alpen, sondern auch die effektivste Besucherlenkung. Gut erhaltene und markierte Wege erhöhen die Sicherheit der Bergsteiger und verringern die Zahl von Bergrettungseinsätzen.    

Orientierung auf Bergwegen

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Detaillierte Erläuterungen zum Wegekonzept der Alpenvereine, zur Markierung und Gehzeitberechnung erleichtern die Tourenplanung. Für die Orientierung der Wanderer auf den Bergwegen hat der DAV mit dem OeAV gemeinsam das AV-Bergwegekonzept entwickelt.    Wie bei der Skipisteneinteilung werden für die Schwierigkeitsklassifizierung von Wegen die Farben blau für einfach, rot für mittelschwer und schwarz für schwierig verwendet. Diese Farben finden Sie als Punkt auf den neuen gelben Wegweisern im Gebirge. Am unteren Rand des gelben Wegweisers steht immer der Name des Wegehalters, häufig einer DAV-Sektion.    Die Zwischenmarkierungen auf Bäumen, Felsen usw. sind in der Regel rot-weiß-rot, unabhängig von der Schwierigkeit des Bergweges.