Logo-DAV-116x55px

Vorbild an Nachhaltigkeit: Hütten mit Umweltgütesiegel

22.11.2022, 12:39 Uhr

Dem Ziel, alle Alpenvereinshütten zu vorbildlichen Beherbergungsstätten im Hinblick auf eine ökologische und nachhaltige Bewirtschaftung zu entwickeln, kommt der DAV stetig näher. Anlässlich der Hauptversammlung am 18. und 19. November 2022 in Koblenz verkündete DAV-Präsident Roland Stierle, dass zwei weitere Hütten des DAV die strengen Kriterien zur Vergabe des Umweltgütesiegels erfüllt haben. Die Martin-Busch-Hütte und das Hochjoch-Hospiz in den Ötztaler Alpen wurden in den Kreis der mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichneten Hütten aufgenommen.

Kriterien des Umweltgütesiegels

Seit 1996 wird das Umweltgütesiegel vom Deutschen Alpenverein, dem Österreichischen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol an Hütten vergeben, deren Pächter und Sektionen den Umweltgedanken besonders konsequent leben. Kriterien für die Verleihung sind eine umweltgerechte Bewirtschaftung, geregelter Wasserverbrauch und sparsamer Energieeinsatz. So sollen für eine umweltgerechte und effiziente Energieversorgung erneuerbare Energieträger wie Wasser, Sonne, Wind, Biomasse und Pflanzenöle zum Einsatz kommen und gleichzeitig die Verbräuche reduziert werden. Investitionen in Ver- und Entsorgungsanlagen sollen dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Neben den baulichen Voraussetzungen und der Hüttentechnik werden auch darüber hinausgehende Voraussetzungen geprüft. Auch etwa durch die konsequente Vermeidung von Müll und die nachhaltige Bewirtschaftung der Alpenvereinshütten soll ein geringstmöglicher ökologischer Fußabdruck hinterlassen werden.

 

Besonders wichtig dabei: die Zusammenarbeit der Hüttenwirtsleute und der Sektion. Nur wenn beide Partner Hand in Hand arbeiten, können die strengen Maßgaben des Siegels eingehalten werden.

 

Sparsamer Umgang mit Energie und Wasser ist seit jeher wichtig

Die besondere Lage der Alpenvereinshütten, oft in Insellagen fernab von erschlossenen Gebieten, macht es erforderlich mit allen Ressourcen gut zu haushalten. Den Energieverbrauch zu minimieren und den Wasserbedarf einschränken, das kennen wir seit diesem Jahr auch im Tal, auf dem Berg ist das immer schon zentral.

Der Standard bei der Energieversorgng auf den Hütten ist etwa ein netzunabhängiges, hybrides System aus PV-Anlage und Batterien, wenn möglich ein Kleinwasserkraftwerk oder ein rapsölbetriebene Blockheizkraftwerke samt Kraft-Wärmekopplung aus Kühlwasser und Abgasen als Redundanz. Warmwasser wird entweder aus Sonnenenergie oder mit überschüssiger Abwärme erzeugt.

Der Alpenverein setzt sich somit seit vielen Jahren für eine nachhaltige Versorgung und Umweltfreundlichkeit seiner Hütten ein.

 

Der Erfolg spricht für sich:

Zusammen mit dem Alpenverein Südtirol und dem Österreichischen Alpenverin konnten seit 1996 bereits 135 Hütten mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet werden.

 

Die Umweltgütesiegel-Hütten 2022

Hochjoch-Hospiz

Ötztaler Alpen, 2.413 m Höhe
DAV-Sektion Berlin

Gut für die Umwelt:

  • Heizung mit Holz und Rapsöl-BHKW,
  • Stromversorgung über Kleinwasserkraftwerk, Photovoltaik und Rapsöl-BHKW,
  • Filtersackanlage zur Abwasserreinigung

 

 

Martin-Busch-Hütte

Ötztaler Alpen, 2.501 m Höhe
DAV-Sektion Berlin

Gut für die Umwelt:

  • Stromversorgung mit Wasserkraftwerk und Photovoltaik,
  • Hüttenversorgungsfahrzeug mit Elektroantrieb (Spezialanfertigung)
 

Voisthalerhütte

Hochschwabgruppe, 1.654 m Höhe

ÖAV-Sektion Austria

 

Gut für die Umwelt:

  • Holzmassivbau, energetisch und bautechnisch nach den neusten Standards
  • keine Gästeduschen
  • vollbiologische Kläranlage mit anschließender Versickerung
  • entspiegelte PV-Anlage mit Pufferbatteriench, für die Übergangszeit ergänzt mit einem Rapsöl-Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärmekopplung
 

Zellerhütte

Totes Gebirge, 1.575 m Höhe

ÖAV-Sektion TK Windischgarsten

 

Gut für die Umwelt:

  • Kachelofen in der Holzstube
  • PV-Anlage und Blockheizkraftwerk auf Pflanzenölbasis
  • engagierter Hüttenpächter, der sich stark mit der Technik befasst auf Verbräuche reagiert
 

Wassermangel auf Alpenvereinshütten?!

Video

Mehr erfahren
Besonders in diesem Sommer gehen Meldungen durch die Medien, dass den Hütten alpenweit das Wasser ausgeht. Woher kommen diese Probleme? Und was können mögliche Lösungen sein? Das sieht sich Janina Stilper auf der Hochlandhütte oberhalb von Mittenwald an.

Hütten müssen Wasser sparen

... und wie wir unseren Beitrag leisten können

Mehr erfahren
Nach einem anstrengenden Aufstieg einkehren und den wohlverdienten Kaiserschmarrn mit Bergblick genießen – für viele das Höchste. Wie viel Arbeit dieses Erlebnis im Hintergrund erfordert, wissen wir oft gar nicht. Selbst ganz grundlegende Vorgänge wie die Wassergewinnung stellen im Gebirge einen großen Aufwand dar. Die Kosten für einen Liter Trinkwasser liegen auf Alpenvereinshütten bei rund 5 €. Zum Vergleich: Im Tal zahlt man nur 16 Cent.

Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten

Gütesiegel

Mehr erfahren
Der Schutz und die Bewahrung von Natur und Umwelt ist ein zentrales Anliegen des DAV.  Der umweltgerechte und energieeffiziente Hüttenbetrieb ist und bei den Alpenvereinshütten besonders wichtig. Ein Anreiz, der Sektionen und Hüttenpächter stärker motiviert, ist die Verleihung des Umweltgütesiegels. Ein Siegel, das erst nach einer umfassenden Prüfung vergeben wird.