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Schlaf gut, Bergfreund!

02.10.2018, 09:02 Uhr

Die Angst vor dem Hüttenkoller ist groß. Man stelle sich vor: Zwanzig Wanderer wie in der Sardinenbüchse in ein Lager gepfercht. Zwei schnarchen, die anderen muffeln und die Wolldecke kratzt. Es pfeift der Wind durch die Ritze und in aller Herrgottsfrüh rumpeln die Ersten schon Richtung Gipfel zur Tür hinaus. Erholung geht anders. Wie ihr trotzdem eine unvergessliche und erholsame Zeit auf der Hütte haben könnt, verrät das letzte Kapitel der Reihe "Mein erstes Mal auf einer Alpenvereinshütte".

Der DAV gibt in diesem Kapitel einige Tipps, wie du den worst case einer schlaflosen Nacht in den Bergen vermeiden kannst. Wer die Ratschläge beherzigt, kämpft statt mit Augenringen nur noch mit dem Aufstieg:

 

Zufrieden und satt

Die Erfahrung zeigt: wer gut gegessen hat, schläft tiefer. Trotz ihrer Lage bieten die Alpenvereinshütten ihren Gästen am Abend ein Menü, das mit den Angeboten im Tal locker mithalten kann. Wenn dazu das Alpenglühen einsetzt und man sein verdientes Bier dazu bekommt, kann der Tal-Gasthof nur noch schwer mithalten. In der Regel gibt es eine Halbpension mit mehreren Gängen (Achtung: Bestellung à la carte ist abends oft nicht mehr möglich). Kulinarische Schmankerl gibt es besonders auf „So schmecken die Berge“-Hütten. Hier wird mit regionalen und nachhaltig produzierten Produkten aus der unmittelbaren Umgebung gekocht.

 

Alpenruhe

 

Mal ganz was neues: ein Abend ohne Netflix oder Fernseher! In der warmen Stube wird’s trotzdem nicht langweilig. Die Hüttenbibliothek bietet alpine Lektüre und an geselligen Spielen mangelt es meist auch nicht. Genügend Partner zum Ratschen findet man an jedem Tisch, denn jeder hat was zum Berg zu sagen. Tipps zur morgigen Tour, Erfahrungen des Aufstiegs und der neueste Tratsch aus der Sektion. Man versteht sich unter Bergfexen! Doch spätestens um 22 Uhr ist Schluss. Die Hüttenruhe gilt ausnahmslos für alle Gäste und sollte dringend eingehalten werden.

 

Der Schlafplatz

 

Je nach Beschaffenheit und Alter der Hütte können die Schlafgelegenheiten sehr unterschiedlich ausfallen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Lagern und Mehrbettzimmern. Letztere sind in der Regel etwas teurer, bieten aber meistens Stockbetten mit etwas mehr Privatsphäre – ideal für Familien. In beiden Fällen sind die Betten jedoch nicht bezogen, da auf den Hütten keine Möglichkeit besteht, die Wäsche regelmäßig zu waschen. Deshalb ist jeder Gast angehalten, seinen eigenen Hüttenschlafsack mitzubringen, oder diesen beim Hüttenwirt zu kaufen. Das Gleiche gilt für Oropax gegen lästige Schnarcher.

 

Die Einstellung

Wie so oft im Leben ist die Erwartungshaltung entscheidend für das Erlebnis. Klar ist: eine Übernachtung auf dem Berg ist kein Wellnessurlaub. Keine Federbetten, meistens keine Duschen und fremde Leute auf dem Zimmer. Die Alpenvereinshütte bietet eben Erholung und Abenteuer in einer besonderen Form. Unser Tipp: Lass dich ein auf die ungewohnten Umstände. Seit Beginn des Alpinismus sind die kargen Bedingungen auf den Schutzhütten Teil der Erfahrung. Manche kommen genau deshalb immer wieder in die Berge, um in der Nostalgie der alten Tage zu schwelgen und wegen des Verzichts auf WLAN, Duschen und Himmelbett.

 

Hütten-Check-In

Hüttenguidelines für Einsteiger

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Hütten-Guidelines für Einsteiger Wo ist eigentlich die Rezeption, der Trockenraum und mein weiches Bett für die müden Glieder? Wer hat hier das Sagen und was ist eigentlich eine Schlafmarke?   Der Erstbesuch auf einer Berghütte mag für viele Einsteiger ungewohntes Terrain sein. Zum Glück gibt der Alpenverein in der Rubrik: „Mein erstes Mal auf einer Alpenvereinshütte“ nützliche Tipps für das Aufeinandertreffen mit den Wirtsleuten und eine Orientierungshilfe für die erste Übernachtung auf einer AV-Hütte. 

Light is right!

Packtipps für den Hüttenbesuch

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Hütten-Guidelines für Einsteiger Wer´s nicht im Kopf hat, muss es in den Beinen haben    Das gilt auch für Hüttenbesuche: Der Aufstieg zu den Alpenvereinshütten ist selten ein Spaziergang. Wer vorher seinen Kopf benutzt, spart sich später schmerzende Beine. Da kann man jeden fragen, der längere Touren geht – jedes gesparte Gramm, und sei es nur der Stiel der Zahnbürste, ist wertvoll. Und trotzdem ächzen die meisten Bergsteiger unter der erdrückenden Last ihrer „Expeditionsausrüstung“ auf ihre Stöcke gestützt die Wege hinauf.   Das 2. Kapitel unserer Rubrik "Mein erster Hüttenbesuch" macht deinen Rucksack leichter und schont die Waden – sie werden es dir danken! 

Bereit fürs erste Mal?

Hütten-Guidelines für Einsteiger

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Hütten-Guidelines für Einsteiger Meistens unbeholfen, manchmal ein Fiasko, aber immer besonders! Vorbereitung und Planung sind meistens die halbe Miete damit die Premiere zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.   Wie läuft das überhaupt ab? Kann ich was falsch machen? Was passt am besten zu mir? Was muss ich Mitnehmen?   Der DAV gibt ab jetzt jede Woche Tipps und zeigt Tricks für das große Erlebnis, vom Aufstieg bis zum Frühstück – ein Handbuch für das erste Mal auf einer Alpenvereinshütte.