Logo-DAV-116x55px

Neuer Wind auf der Gruttenhütte

01.06.2022, 09:24 Uhr

Auf der Gruttenhütte bereiten sich im Moment Esther und Seppi Schwarz auf ihren ersten Hüttensommer vor. Gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Florian und Peter begrüßen die zukünftigen Hüttenpächter erstmals ab Pfingsten ihre Gäste am Fuße des Wilden Kaisers. Die Gruttenhütte liegt auf 1620 m Höhe und bietet einen herrlichen Bergblick von der Sonnenterrasse. Bevor die neue Pächterfamilie Schwarz ihre Gäste willkommen heißt, erzählt uns Esther, mit welchen Voraussetzungen und Veränderungen, aber auch Herausforderungen die Entscheidung eine Hütte zu bewirtschaften, einhergeht.

 

 

Warum habt ihr euch entschieden die Gruttenhütte zu bewirtschaften?

Der Wunsch besteht schon sehr lange. Speziell auf der Suche nach einer passenden Hütte sind wir bereits seit genau fünf Jahren, jedoch aufgrund fehlender Hüttenerfahrung anfangs ohne Erfolg. Durch langjährige Gastronomieerfahrung hat es nun endlich funktioniert und wir sind sehr froh darüber, die Gruttenhütte in Zukunft bewirtschaften zu dürfen. Wir schätzen und suchen besonders den Kontakt zu unseren Gästen. Mein Mann Seppi durfte in einem Hotelbetrieb aufwachsen und auch ich bin schon seit jungen Jahren im Tourismussektor tätig. Die Branche war auch ausschlaggebend dafür, dass wir uns kennenlernten und zusammen Ferienwohnungen im Pitztal anbieten. Das Ambiente in der Hotellerie war uns jedoch immer ein wenig zu formell und spiegelte nicht hundertprozentig unseren sportlichen, aktiven und familiären Lebensstil wider. Josef ist zudem als Skilehrer und Bergführer viel in den Bergen unterwegs, sodass wir als ganze Familie sehr verbunden mit der Gebirgslandschaft sind. Wir hoffen auf der Hütte ein rustikales, informelleres und lockereres Setting vorzufinden, mit welchem wir uns besser identifizieren können: Eine Umgebung, in der ohne Vorurteile nach eigenen Wünschen und Vorstellung der Arbeit nachgegangen werden kann. Zudem sind unsere Söhne bereits volljährig, aus dem schulpflichtigen Alter und zunehmend unabhängig, sodass wir das Leben im Tal hinter uns lassen können. So kam die Idee auf, nochmals neu anzufangen, durchzustarten und einem neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

 

Wie verliefen eure Vorbereitungen?

Die Vorbereitungsphase war und ist sehr stressig. Wir starteten Anfang März, jedoch war die Zeit um einiges zu kurz. Es ist an viel zu denken, von der Erstellung der Speisekarten und Einkaufslisten über Kalkulationen und Reservierungssysteme bis hin zur Personalsuche. Durch externe Unterstützung, eine gute Vernetzung in der Umgebung und zahlreiche Ratschläge anderer erfahrener Hüttenwirtsleute lernten wir, Prioritäten zu erkennen und zu setzen. Intensive Beratungen und Empfehlungen auch über unsere Sektion Turner-Alpenkränzchen ermöglichten es schlussendlich, ein startklares Team für den kommenden Sommer aufzustellen. Wiederholt gestaltete sich die Suche nach Angestellten sehr schwierig, die große Herausforderung war es langfristig verteilt über alle Monate hinweg über Service- und Küchenpersonal zu verfügen - nicht nur in den beliebtesten Sommerwochen von Mitte Juni bis Ende August, für meist nur vier bis fünf Monate.

 

Was wird aus dem Leben im Tal werden?

Das Leben im Tal wird für den Sommer stillgelegt. Über die vergangenen Wintermonate haben wir Ferienwohnungen im Pitztal angeboten. Parallel wird das in den kommenden Monaten zu aufwendig, jedoch planen wir weiterhin im Winter unseren alten Tätigkeiten im Pitztal nachzugehen, eventuell auch für den Sommer 2023 jemanden zu beauftragen, welcher die Weitervermietung für uns während der Hüttenbewirtschaftung übernimmt.

 

Worauf freust du dich im zukünftige Hüttenleben?

Ich freue mich, die Bergregion Ellmau und deren Leute kennenlernen zu dürfen. Durch den Umbau im Jahr 2017 sind die Gast- und Schlafräume der Gruttenhütte komfortabel und neu ausgestattet. Unterschiedlichste Gäste am Berg zu verwöhnen und zu bekochen, kann ich kaum mehr erwarten. Außerdem bietet die Regionen zahlreiche einzigartige Wanderungen und Klettersteige – nicht nur für unsere Gäste, sondern hoffentlich als Arbeitsausgleich auch für uns selbst.

 

Was wirst du über den Sommer am meisten vermissen?

Meinen blühenden Garten im Tal. Normalerweise bereite ich viel Marmelade oder Chutneys aus unserem eigenen Obst und Gemüse zu. Dies wird diesen Sommer aus Zeitgründen auf Eis gelegt. Ansonsten freue ich mich sehr, das Pitztal temporär zu verlassen. Es ist doch sehr abgeschieden und die Angebotsvielfalt auch für uns als Familie ist limitiert. In Ellmau ist die Infrastruktur einfach besser ausgebaut, einem schnellen Einkauf- oder Badenachmittag im Tal sehe ich sehr positiv entgegen.

 

Wie erreicht man die Hütte?

Neben der Anfahrt mit dem eigenen Pkw nach Schaffau/Ellmau/Going, besteht die Möglichkeit mit der Bahn sicher und bequem bis zu den Bahnhöfen St. Johann i. Tirol oder Kufstein anzureisen. Von dort aus führen Busse zu den Ausgangspunkten der drei unten aufgeführten Zustiegsmöglichkeiten hinauf zur Gruttenhütte:

 

  • Ab der Wochenbrunner Alm (1,5 Stunden Gehzeit)
  • Von Ellmau oder Schaffau über die Riedlhütte (2,5 Stunden Gehzeit)
  • Von Going über die Gaudeamushütte und das Klamml (3 Stunden Gehzeit)
 

Welche Übergänge und benachbarte Hütten stehen zur Auswahl?

Oben auf der Hütte angekommen, führen weitere Wege und Klettersteige zu benachbarten Hütten. Dazu zählen beispielsweise der Klammlweg zur Gaudeamushütte oder der Wilde-Kaiser-Steig hinauf zur Kandlhütte. Weitere Nachbarhütten sind das Hans-Berger-Haus, das Anton-Karg-Haus, die Ackerlhütte, die Baberstuberhütte oder auch das Stripsenjochhaus – sie bieten sich für Übergänge von der Gruttenhütte sehr gut an. Wer mehrere Tage im Kaisergebirge verbringen möchte, findet auf der 2007 umgebauten und renovierten Gruttenhütte Schlafplätze im Matratzenlager, Mehrbett- oder Zweierzimmer (wahlweise auch mit Halbpension). Diese sind bereits über das Online-Buchungssystem für die Sommermonate zu reservieren.

 

Wir wünschen dem Hüttenwirtspaar und euch allen einen guten Start in den Hüttensommer 2022 auf der Gruttenhütte!

 

Newcomer auf der Hütte

Das neue Hüttenwirtspaar auf der Tölzer Hütte

Mehr erfahren
Jedes Jahr aufs Neue dürfen wir neben vielen langjährigen Hüttenwirtsleuten auch neue Pächter*innen herzlich willkommen heißen. Die neuen Wirtsleute Miriam und Mathias der Tölzer Hütte am Schafreuter befinden sich momentan mitten in den Vorbereitungsplanungen. Wir haben mal bei den beiden nachgefragt und ein kurzes Interview geführt.

Hüttensaison 2021/2022 - Ausblick und Rückblick

Unsere Hüttenwirtsleute ziehen Bilanz!

Mehr erfahren
Der Winter ist nun fast vorbei; die kommende Sommersaison steht in den Startlöchern. Unsere Wirtsleute ziehen einen kurzen Rückblick der Wintersaison 2021/22 und geben einen Ausblick auf den Hüttensommer 2022. Die Wintersaison 2021/22 biegt auf die Zielgerade ein. Auch diese Saison wurden die Hüttenwirt*innen mit den bereits bekannten Herausforderungen der Covid-19-Pandemie konfrontiert. Besonders der Start in die Saison verlief aufgrund des kurzen Lockdowns in Österreich Ende des Jahres, und den unterschiedlichen Einreisebestimmungen etwas holprig. In Bayern gab es auch in diesem Jahr strengere Vorgaben als im Nachbarland, sodass die Winterräume nicht genutzt werden konnten.    Auch die Wetterlage spielte den Hütten in diesem Winter nicht in die Karten. Trotz erster starker Schneefälle im Dezember, war der Winter deutlich zu mild, sehr nass und dementsprechend schneearm. Dennoch kann man von einer erfolgreichen Saison sprechen. Durch die Lockerung der Vorschriften für Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe und dem kalten und traumhaft-sonnigen März konnten die Hüttenwirt*innen in Deutschland und Österreich in der zweiten Saisonhälfte aufatmen.   Auch die Buchungslage für die kommende Sommersaison ist vielversprechend. Trotzdem stehen die Wirtsleute aktuell vor völlig neuen Herausforderungen: die wirtschaftliche Lage sieht alles andere als vielversprechend aus: Rohstoffknappheit sowie stetig ansteigende Energie- und Lebensmittelpreise führen zu großer Ungewissheit in der Sommerplanung.   Eines steht fest – „Der Hüttenausflüg könnte ein wenig teurer werden“.     

Öffnungstermine der Alpenvereinshütten

Sommersaison 2022

Mehr erfahren
Viele Alpenvereinshütten in Bayern und Österreich haben nun schon geöffnet. Hier gibt es einen Überblick, wann die Hütten in die Sommersaison starten. Es wird wärmer und es zieht uns wieder hinaus in die Berge. Auf den Alpenvereinshütten kann aufgrund der Corona- Lockerungsmaßnahmen der deutschen und österreichischen Regierung in diesem Sommer wieder der übliche Hüttenbetrieb ohne größere Einschränkungen stattfinden. Wir bitten trotzdem alle Gäste sich an unsere allgemeinen Hinweise zum Hüttenbesuch zu halten. Nachzulesen in den beiden Artikeln: Hüttenbesuch in Bayern und Hüttenbesuch in Österreich.  Sollten sich die rechtlichen Vorgaben ändern, sind diese ebenfalls dort nachzulesen.    Die nachfolgende Liste aller bewirtschafteten DAV Hütten enthält Informationen zur Öffnung im Bereich Tagesbetrieb und/oder Beherbergung. Die Daten sind sorgfältig recherchiert und werden laufend aktualisiert – wir empfehlen aber trotzdem, sich vor einer geplanten Tour telefonisch oder auf der Website bei der Hütte zu erkundigen. 

Wandern mit App – verlässlich oder nicht?

Mehr erfahren
Wanderapp oder klassische Wanderkarte? Was brauche ich wirklich und auf was kann ich mich im Zweifelsfall verlassen? Was sind die Vor- und Nachteile der digitalen Hilfsmitteln? Wir klären auf! Vor einigen Wochen sind drei Wandernde an der Maiwand im Landkreis Rosenheim abgestürzt – scheinbar hatte sie eine Wanderapp vom Wanderweg weggeführt. Die daraufhin eingeschlagene Route war steil, schwer zu erkennen, teils von Schnee bedeckt und zusätzlich mit einem Schild "Nur für Erfahrene" gekennzeichnet. Die App konnte diese schweren Bedingungen nicht voraussehen. Aber was tun in so einem Fall? 

Hüttenbesuch in Österreich in Coronazeiten

Corona-Regeln für Übernachtungs- und Tagesgäste

Mehr erfahren
Österreich ist ein Mekka für Bergfexe: Hohe Gipfel, liebliche Täler, große Wände, ein weites Hüttennetz stehen auf der Haben-Seite der Alpen-Republik. Die Hütten sind wichtige Stützpunkte und beliebte Ausflugsziele. Folgende Regeln müssen derzeit beim Hüttenbesuch beachtet werden.

Infos über die Initiative "So schmecken die Berge"

Unser Einsatz für Regionalentwicklung!

Mehr erfahren
Auf Alpenvereinshütten mit der Auszeichnung "So schmecken die Berge" kommen hauptsächlich regionale Speisen und Getränke auf den Tisch. Der Großteil der Produkte stammt aus einem Umkreis von 50 Kilometern – und möglichst aus ökologischer Berglandwirtschaft. Es gilt: so lokal und regional wie möglich.