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Macht Bergwandern gesund?

04.12.2016, 10:15 Uhr

Wie wirkt sich Wandern auf unsere Gesundheit und unsere Lebensqualität aus? Der Österreichische Alpenverein hat eine Studie veröffentlicht, die den großen Effekt des Bergsports auf Psyche und Körper nachweist.

Klar, wir alle gehen in die Berge und sind der Meinung, dass wir damit auch etwas für unsere Gesundheit tun. Das Team aus Forschern der Universitäten Salzburg und Innsbruck sowie des Österreichischen Alpenvereins wollte es genauer wissen. Die Wirkungen von Ausdauersport wurden bereits oft untersucht. Doch es fehlten bislang Studien, die auch die besondere körperliche Belastung beim Bergsport unter die Lupe nahmen. Überraschend, da Jahr für Jahr immerhin rund 40 Millionen Bergsportler in den Alpen unterwegs sind.

 

Glücklich nach drei Stunden wandern

Wandern macht glücklich, gelassen und gibt Energie – so das wichtigste Resultat der Studie. Bereits nach einer einzigen dreistündigen Wanderung sollen sich diese positiven Effekte zeigen: Die Stimmung steigt, die Gelassenheit wird größer, Energielosigkeit und Angst sinken.

Das Team um Univ.-Doz. Arnulf Hartl (Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg), Univ.-Prof Martin Kopp, Martin Niedermeier (beide Universität Innsbruck) und Jürgen Einwanger (Österreichischer Alpenverein) führte zunächst eine Befragung unter insgesamt 1536 Bersportlern durch.

 

Detailliertere Erkenntnisse wurden schließlich durch eine Feldstudie gewonnen. Die Forscher wählten als Stichprobe 47 Personen aus, die in drei verschiedenen Situationen untersucht wurden: beim Bergwandern in freier Natur, beim Training auf dem Laufband und bei einer sitzenden Tätigkeit. Die Wanderung ging auf die Höttinger Alm nördlich von Innsbruck.

 

Die Erkenntnisse waren eindeutig: Beim Bergwandern konnten die meisten positiven Effekte gemessen werden. Belegt wurde dies nicht nur durch die subjektive Einschätzung der Probanden. Der gemessene geringere Cortisolspiegel gab einen fundierten Beweis für eine Stressreduktion.

 

In die Berge statt ins Fintnessstudio

Es zeigte sich auch, dass die Umgebung eine große Rolle spielt: Die positiven Effekte auf die psychische Gesundheit scheinen höher zu sein, wenn die Menschen ihre Umgebung als schöner empfinden. Bergwandern ist objektiv gesehen anstrengender als die Bewegung auf dem Laufband. Dies wurde jedoch von den Probanden so nicht empfunden: „Man kann daraus schließen, das die Umgebung beim Bergwandern von der körperlichen Anstrengung ablenken kann“, so das Forschungsteam.

Bei den Probanden aus der Kontrollgruppe, die bei einer sitzenden Tätigkeit untersucht wurden, zeigte sich ein gegenteiliges Bild: Gehobene Stimmung und Gelassenheit verringerten sich, Angst und Energielosigkeit stiegen sogar an.