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Gründungsakt der Stiftung Europahütte

29.08.2022, 13:30 Uhr

Die Landshuter Europahütte (2.693 Meter) liegt direkt auf der Grenze zwischen Österreich und Italien und wird von der Sektion Landshut des Deutschen Alpenvereins (DAV) und dem Land Südtirol geführt. Somit ist sie ein echtes Symbol grenzübergreifender Zusammenarbeit. Doch der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar. Wegen des massiven Rückgangs des Permafrosts entstanden Risse im Mauerwerk. Daraufhin wurde der Standort geologisch untersucht und es wurde klar: ein Ersatzbau muss her.

Länderübergreifende Führung ermöglicht Ersatzbau

Nicht nur ein Ersatzbau, sondern auch eine neue Führung muss her. Deshalb fand am Wochenende ein Treffen der Länder Tirol und Südtirol und der DAV-Sektion Landshut auf der Landshuter Europahütte statt. Schließlich wurde am Sonntag, den 28. August 2022, der Gründungsakt der Stiftung Europahütte unterzeichnet. 

 

Ein Symbol für das Überwinden von Grenzen, für Zusammenarbeit und Zusammenhalt

„Die Europahütte steht symbolisch für das Überwinden von Grenzen, für Zusammenarbeit und Zusammenhalt", so Arno Kompatscher, Landeshauptmann von Südtirol. „Wir wünschen uns, dass die Europahütte von einem Geist des Friedens und der Gewaltlosigkeit beseelt wird und diese Botschaft weitergibt und verbreitet. Mit dem Projekt Europahütte setzen wir unsere Bemühungen um grenzüberschreitende Kooperation in der Europaregion fort.“


Auch Bernhard Tschochner, Sektionsleiter der DAV-Sektion Landshut blickt motiviert in die Zukunft: "Wir, die Sektion Landshut und der deutsche Alpenverein freuen uns auf das Zusammenwirken über Grenzen hinweg. Was uns die Politik im Großen vorgibt, gilt es in der Zusammenarbeit mit den Behörden und Gemeinden in der Projektentwicklung zum Neubau der Europahütte umzusetzen. Die Landshuter Urhütte mit ihrer Vergangenheit in Symbiose mit dem Neubau – im Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne – der den heutigen Umwelt- und Klimaanforderungen gerecht wird."

 

Die Ersatzhütte soll voraussichtlich 2024/25 fertiggestellt sein.

 

Die Europahütte und zwei Weltkriege

Die Sektion Landshut des damals Deutschen und Österreichischen Alpenvereins hat das Schutzhaus in seiner ersten Form 1899 erbaut. Nach dem ersten Weltkrieg fiel Südtirol an Italien und die Grenze verlief von nun an direkt durch den Speisesaal der Hütte. Während des zweiten Weltkrieges und von 1966 bis 1972 musste die Hütte aufgrund von Grenzproblemen ganz schließen. Ab 1983 entspannte sich die Lage wieder. Der gesamte Bau wurde in Zusammenarbeit der Länder schrittweise saniert und erhielt 1989, zum 100-jährigen Jubiläum, schließlich den Namen "Europahütte". Seitdem wehen dort vier Fahnen: die Tiroler, die Bayrische, die Italienische und natürlich die Europäische.

 

 

 

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