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Ehrenamtliche Arbeit und Abenteuer: eine Win – Win Situation

06.08.2020, 10:41 Uhr

Im Jahr 2019 hatten Mitglieder der Sektion Köln die befreundete Sektion Bergfreunde Rheydt bei der Renovierung deren Berghütte unterstützt. Die Richterhütte liegt im Salzburger Teil der Zillertaler Alpen. Das Team – überwiegend von Rentnern und Pensionären besetzt, deshalb spaßeshalber auch Rentnereinsatzkommando (REK) genannt – erlebte bei den Einsätzen Abenteuer ohne Ende:

Aufstieg mit Schneeschuhen bei hohem Schnee, den Rucksack bepackt mit Verpflegung, Arbeitskleidung und Werkzeug, Freischaufeln des Einganges, Notstrom, Schneeschmelzen, um Wasser zu gewinnen …

 

Herausforderung im Hochgebirge

Improvisation und handwerkliches Geschick waren gefragt, weil ein Baumarkt so weit entfernt und soweit talwärts lag. Aber gerade diese Situation war die Herausforderung:

 

Aufwändige Räumarbeiten wurden vorgenommen, Kellerräume, Schlafräume, die Küche, das Winterlager vollkommen entkernt, Holz zu Brennholz verarbeitet, Schutt, Müll und überflüssiges Gewerk in entsprechende Transportsäcke zum Abtransport durch den Hubschrauber gepackt. Dies diente als Grundlage für die Umbauten, die professionelle Handwerker im Anschluss vornahmen. So konnte die Berghütte im August 2019 in neuem Glanz mit vollkommen neuer Technik, neuer Transportseilbahn, neuer Küche und Toiletten, Zusatzheizung und neuem Winterlager erstrahlen.

 

Zweiter Einsatz in Osttirol

Aufmerksam geworden auf diesen Einsatz fragte Robert Kolbitsch, DAV-Ressortleiter Hütten und Wege, bei Wolfgang Halter, dem Ansprechpartner für das Rentnerteam nach, ob die Gruppe nicht auch 2020 beim Abbruch der Seilbahnstation unterhalb der Neuen Prager Hütte helfen würde.

 

Gefragt, gesagt, geplant, getan. Unter der Anleitung von Lutz Tauchmann, erfahrenes Rentnerunikum des DAV-Bundesverbandes, machte sich der Kölner Trupp auf den Weg und an die Arbeit.

 

Aufstieg zur Neuen Prager Hütte, gelegen auf 2.796 m südöstlich des Großvenedigers in Osttirol, um dort vom Hüttenwirt Wilfried Studer und seiner Frau Sylvia exorbitant gut bewirtet und beherbergt zu werden. Täglich war der Abstieg zur 400 m unterhalb gelegenen Baustelle und der Wiederaufstieg nach getaner Arbeit zu meistern. Glänzendes Wetter, aber auch anstrengende Arbeit, deren körperliche Erschöpfung wie weggeweht war, weil diese Umgebung und auch die Herausforderung wieder – wie auf der Richterhütte – unbeschreiblich schön waren.

 

Rückbau in Handarbeit

Die alte Seilbahnstation wurde entkernt, das Holzdach unter Einsatz von Kettensäge und Seilsicherung so entfernt, dass die kiloschweren Balken nicht ins Tal stürzten. Gewerk wurde hubschraubergerecht zersägt und zusammengezurrt. Robert Kolbitsch war – trotz des Sachverhaltes, dass die verbliebenen Betonwände nur durch professionellen Einsatz unter Anwendung eines Presslufthammers entfernt werden konnten – sehr zufrieden. „All die Arbeiten, die ihr vorgenommen habt, wären beim Einsatz einer Firma viel teurer geworden“, so Kolbitsch.

 

Auf die Frage am Ende des Einsatzes, ob die ehrenamtlichen Rentner (REK) auch weitere Projekte mitmachen würden, kam die Antwort aus einem kölschen Lied:“ Da simmer dabei, dat is prima“.

 

Win - Win im Ehrenamt

Fazit: Da gibt es Menschen in unserem Verein, die in Rente oder Pension sind oder Freizeit haben, und frei nach dem Motto: „Nichts muss, alles kann“ bereit sind, auch solche Arbeitseinsätze vorzunehmen. Nichts Neues, weil wir alle ehrenamtlich arbeiten. Win – Win ist hier, dass Arbeitseinsatz und Abenteuer sinngebend glücklich machen.

 

Dank an alle Helfer im REK!

Die Idee wird fortgesetzt. Sie hat Zukunft. Da, wo wirklich handwerkliche Hilfe gebraucht wird, und keine eigenen Kräfte zur Verfügung stehen, sind wir hilfsbereit.

 

(Text: Wolfgang Halter)

 

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