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Hohe Tauern: Rundtour ums Kapruner Tal

Anspruchsvolle Hochgebirgs-Wanderung auf häufig schwarzen Bergwegen, teils lange, mühsame Etappen, Stellen bis Klettersteig B. Absolute Schwindelfreiheit und ausgezeichnete Kondition nötig. Die Gipfeloptionen (Wiesbachhorn, Tenn) sind leichte Hochtouren (WS); Steigeisen sind zumindest am Wiesbachhorn normalerweise notwendig.

 

 

Anfahrt

Bahnverbindungen über Salzburg oder Wörgl nach Zell am See, dann nach Fürth-Kaprun. PKW am besten über Lofer – Zell am See. Der „Wander-Erlebnisbus“ zum Maiskogel fährt in der Saison ab 9 Uhr; Start ist beim „Maisiflitzer“ am nördlichen Ortsrand von Kaprun, Tel.: 0043/(0)664/266 81 93

 

Beste Zeit

Mitte Juli bis Anfang September

 

Hütten

Krefelder Hütte, Tel.: 0043/(0)6547/7780, info[Klammeraffe]krefelderhuette[Punkt]com

Berghotel Rudolfshütte, Tel.: 0043/(0)6563/82210, info@rudolfshuette.at

Heinrich-Schwaiger-Haus, Tel.: 0043/(0)664/6565555, info[Klammeraffe]heinrich-schwaiger-haus[Punkt]at

Gleiwitzer Hütte, Tel.: 0043/(0)664/9294989, gleiwitzerhuette[Klammeraffe]gmx[Punkt]de

 

Gipfelvideo: Panorama vom Wiesbachhorn

 

Karte

AV-Karte 1:25.000, Nr. 40, Glocknergruppe; 34/2 Kitzbüheler Alpen Ost (50.000)

 

Führer

End/Peterka: Alpenvereinsführer Glockner- und Granatspitzgruppe, Bergverlag Rother, München

 

Tourist-Info

Touristeninformation Kaprun, Salzburgerplatz 6, A-5710 Kaprun, Tel.: 0043/(0)6547/80 80, www.zellamsee-kaprun.comwww.kaprun.at

 

1. Etappe: Von Kaprun (ca. 800 m) mit dem Wanderbus zum Maiskogel (1540 m, ca. 30 Min.). Auf gemütlichem Wanderweg hinauf zum Gasthaus Glocknerblick (1670 m) , dann auf dem Alexander-Enzinger-Höhenweg den Hügelkamm südwärts verfolgen über Dreiwallnerhöhe (1661 m) und Schoppachhöhe (2069 m) zum Schoppachtörl (1997 m) und weiter zur Stangenhöhe (2212 m). Dann über weitläufiges Wiesengelände zum Kapruner Skigebiet und nach links zur Krefelder Hütte (2293 m). 3 – 3 ½ Std., 860 HM Auf, 110 HM ab, T4
 

2. Etappe: Von der Krefelder Hütte den Markierungen auf und neben den Pisten folgen zur Kleinschmiedingerscharte (2728 m). Auf dem Krefelder Weg sehr steil hinunter ins Schmiedingerkar (bis ca. 2180 m), dann auf- und absteigend den Hang queren und über dem Hacklsee steil hinauf ins Kleetörl (2372 m). Südseitig absteigen, an Wasserfall vorbei ins Reichensbergkar (2200 m), diverse Bäche überquerend den durch den Talboden und kurz hinauf auf einen Kamm. Den nächsten, steileren Grashang queren, bis hinter der nächsten Kante ein sehr steiler Abstieg ins Tal des Wurfbachs (Bachreibe, ca. 2300 m) führt. Der Bach kann mangels Brücke schwierig zu überspringen sein, anschließend quert man mit einigen Gegenanstiegen auf holprigem Weg die Hänge des Schattseitlahners, bis man am Kühtauern die Fahrstraße zum Tauernmoossee (2023 m) erreicht. Über die Staumauer und dem Seeufer entlang; der zeitlich kürzeste Weg führt, wenn auch mit zusätzlichen Höhenmetern, felsig hinauf zum Vorderen Schafbichl (2232 m) und über den Mittleren zum Hinteren Schafbichl (2351 m), von dort Abstieg zum Berghotel Rudolfshütte (2251 m). 6-8 Std., 1320 HM auf, 1260 HM ab, T5, I, „mühsam“

 

3. Etappe: Von der Rudolfshütte absteigen zum Weißsee, vor der Staumauer links ab und über die „Steinerne Stiege“ hinunter in den Eisboden.Durch die Wollgraswiesen des Gaulmösl („geschützter Landschaftsteil“) zum Tauernmoossee (2023 m), auf einer Brücke über den Bach und zuerst rechts ausholend steil hinauf in den Karboden unter dem Torkees. Durch den linken Moränenhang zieht der Weg ins Kapruner Törl (2639 m), nur die letzten Meter mit Drahtseilsicherung. Jenseits über große Felsblöcke hinunter und durch ein etwas mühsam zu begehendes Blockfeld, dann gemütlicher auf der Moräne über der Wintergasse, zuletzt einen steilen Grashang hinunter zum Stausee Mooserboden (2108 m), dessen südöstlichem Ufer man eine gute Stunde folgt bis zur Staumauer. Der Aufstieg zum Heinrich-Schwaiger-Haus (2802 m) geht in steilen Serpentinen konsequent aufwärts, ganz oben erleichtern Drahtseile die Balance und kurze Kraxelstellen im Bratschenfels. 6-8 Std., 1440 HM auf, 890 HM ab, T4


Zusatzoption: Kronprinz-Rudolf-Klettersteig (KS B): Unter der Rudolfshütte über die Staumauer des Weißsees und ein Stück weiter, der Beschilderung folgend zum Einstieg unter dunklen Felsaufschwüngen. Die teils knapp senkrechten, aber kurzen Aufschwünge sind mit Drahtseilen und Tritthilfen leicht zu erklettern und nicht deutlich schwerer als die Passagen an Wiesbachhorn und Tenn. Klettersteigset und Helm natürlich empfehlenswert. Vom Ausstieg über Wiesenhänge zurück zum Weißsee. ca. 150 HM zusätzlich, 1 ½ Std., KS B

 

4. Etappe: Hinter dem Heinrich-Schwaiger-Haus führt der Weg zu einem steilen Felsaufschwung, der durch einen Kamin (Klamml) mit Drahtseilhilfe (oder II) überwunden wird. Anschließend in leichterem Fels (Stellen I) weiter auf dem Pfad bis zum Unteren Fochezkopf (3022 m). Kurzer Abstieg, dann neben Schneefeld weiter zum Oberen Fochezkopf (3159 m). Der hier ansetzende Kaindlgrat (35° Firn) konnte in den letzten Jahren häufig rechts auf einem ausgeaperten Felsgrat umgangen werden. Man erreicht das Hochplateau des Wielingerkeeses und quert es aufsteigend unter der Wiesbachhorn-SW-Flanke zu einem Felsrücken, der die Flanke rechts (O) begrenzt. Den Rücken hinauf zu einer Schulter, wo der Gipfelhang aus bratschigem Fels ansetzt. Auf Pfadspuren, evtl. mit kurzen Kletterstellen hinauf zum Gipfel des Großen Wiesbachhorns (3562 m). Leichter bei tragendem Firn, bei Ausaperung nicht ganz eindeutige Wegführung mit Option für heikles, absturzgefährliches Gelände. 4-5 Std., 770 HM, Hochtour WS, T5, zwei Passagen KS A oder II. Bei normalen Schneeverhältnissen sind Steigeisen zumindest für das Wielingerkees empfehlenswert.
 

5. Etappe: Abstieg auf dem Weg vom Heinrich-Schwaiger-Haus bis kurz oberhalb des Stausees Mooserboden; auf ca. 2080 m zweigt der Max-Hirschl-Weg nach rechts (NO) ab und quert uuner den Westhängen von Wiesbachhörnern und Hohem Tenn durch. Nach Überquerung des Wielingerbachs durch steile Grashänge weiter Richtung Nord und auf die Verflachung des Hauseben. Nun in Serpentinen auf die Bratschenflanke des Bauernbrachkopfs zu, dann über diese auf schmaler und steiler werdendem Pfad hinauf, zuletzt ausgesetzt eine drahtseilgesicherte Rinne in eine Felsscharte unter dem Kempsenkopf (3080 m). Der Abstieg von hier auf dem Gleiwitzer Höhenweg folgt zuerst einem teilweise schmalen, sandigen Kamm mit einzelnen gesicherten Passagen bis zur Oberen Jägerscharte (2752 m). Durch die extrem steilen Grashänge des Spitzbrett zu den Felsen über der Unteren Jägerscharte (2470 m), die man mit einer längeren Klettersteigpassage (A-B) überwindet. Aus der Scharte nochmal mit Drahtseilsicherung und Stufen steil hinunter ins Ochsenkar. Dann geht es gemütlich, aber noch eine Weile durch abwechslungsreiches Wiesengelände dahin bis zur Gleiwitzer Hütte (2176 m). 7-9 Std., 1000 HM auf, 1630 HM ab, T5, KS B

Gipfeloption: Hoher Tenn (3368 m). Vor der Scharte unterm Kempsenkopf auf diesen, kurzer Abstieg am Grat und durch eine sandige Rinne (Drahtseile), dann Gegenanstieg zum Bauernbrachkopf (3125 m), von dem man zuerst felsig, dann gemütlicher ins Hirzbachtörl (3046 m) absteigt. Weiter zum Steilaufschwung des Kleinen Tenn (3158 m), den man über senkrechte Stufen und durch einen engen Kamin gewinnt (KS B). Kurzer Abstieg, dann in leichtem Blockgelände Richtung Schneespitz. Bei guten Verhältnissen kann man unter diesem durch die Westflanke zum Gipfelgrat des Hohen Tenn queren (sonst über den Schneespitz und absteigen), der ein paar Stellen mit leichter Blockkletterei (I-II) bietet. Abstieg auf der gleichen Route. 2 ½ - 3 Std., 510 HM ab Kempsenkopf, Hochtour WS, T5, KS B, Stellen I-II
 

6. Etappe: Von der Gleiwitzer Hütte ein Bachtal auslaufen und den grasigen Südhang des Rettenzink queren, ein paar Serpentinen hinauf in eine grasige Scharte, dann nordostseitig sanft ansteigen bis in die Brandlscharte (2371 m). Jenseits über offene Steilwiesen hoch überm Tal absteigen, dann lange Querung zum Roßkopf. An der verfallenen Harleitenalm wieder Richtung Südost und in langwierigem, zähem Abstieg hinunter zur Talstation der Gletscherbahnen Kaprun (928 m), von wo Busverbindung nach Kaprun besteht (oder ein deponiertes Rad wartet). 4-5 Std., 230 HM auf, 1470 HM ab, T3. Gipfeloption: Imbachhorn (2470 m). Aus der Brandlscharte auf markiertem Weg ohne bedeutende Schwierigkeiten erreichbarer, prominenter Aussichtsgipfel über dem Pinzgau. 1 Std., 100 HM ab Brandlscharte