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Viel feiner Fels

Führer Klettern

04.09.2018, 09:50 Uhr

Unglaublich, wie viel Fels es gibt - vor allem außerhalb Deutschlands. Und wie fleißig die Erschließer und Chronisten immer wieder neue Möglichkeiten auftun. Ein kleiner Ausschnitt aus der Menge der Neuerscheinungen und -auflagen.

Felsenvielfalt für Entdecker

Portugal wird zunehmend beliebt als Reiseziel. Zwischen Atlantik und spanischem Inland bietet es auch lohnende Boulder- und Kletterziele, trad- oder bohrhakengesichert, in Kalk und Granit, Basalt und Quarzit. Nicht alle Gebiete wirken auf Benutzerfreundlichkeit optimiert; vor allem küstennah sind die Haken oft von der salzhaltigen Luft gezeichnet, und ein gewisser Anspruch an moralische Standfestigkeit scheint in manchen Gebieten angesagt – etwas für Freunde des Besonderen.

 

Carlos Simes: Portugal, Versante Sud, 2017, 448 S., Euro 34,-

 

Kalkwände am Mittelmeer

Vielfältig sind auch die Kalkwände der Marken, südlich von San Marino im Nordosten Italiens. Hundert bis fünfhundert Meter hohe Kalkwände, oft mit Meerblick, teils hoch im Apennin, oft bestens gebohrt, mal eher klassisch – kleine Abenteuer für Entdecker. Und man kann immer wieder von Neidgefühlen geplagt werden, wie viel Fels die Italiener haben; vom besseren Gestrüppquacken bis zum richtigen Berg.

 

Igor Brutti, Samuele Mazzolini: Marche Multipitch, Versante Sud, 2017, 336 S., Euro 32,-

 

Unterm Halbmond

Märchenland Persien! Auch für Kletterer hat der islamische Staat einiges zu bieten, ob Tradklettern, Bohrhakenmoven oder Bouldern – und in den Städten tobt sich die junge Generation (nach Geschlechtern getrennt) in Kletterhallen aus. Das Team von Geoquest hat zusammen mit Einheimischen etliche Gebiete erkundet und präsentiert sie in gewohnt klarer, übersichtlicher Form; mit Fotos, Karten und allerlei nützlichen Tipps zu Anfahrt, Verhalten und Kulturzielen – bis hin zur Besteigung des Damavand. Die dreisprachige Aufmachung dient schon zur Gewöhnung an die arabische Schrift.

 

Christiane Hupe, Gerald Krug, Kristina Friederichs, Nasrin Nikbakhsh: Face of Iran, GeoQuest, 2017, 210 S., Euro 29,90

 

 

Welterbe

Die Dolomiten gehören nicht nur zu den schönsten Landschaften der Alpen, sie sind auch ein großartiges Kletterrevier – mit einem Routenspektrum von Bohrhakengenuss bis Rostgurkenklassiker. Ivo Rabanser ist eher ein Vertreter der klassischen Disziplin, entsprechend setzt er die Schwerpunkte; für Freunde der Grade III bis VII darf man die Auswahl als repräsentativ bezeichnen. Schade, dass eine E-Bewertung fehlt, die Beschreibungen lassen aber ahnen, was in punkto Absicherungsqualität geboten wird, Topos und Bewertungen zeugen von Kennerschaft. Die großen Classics, vergessene Schmankerl, neue Entdeckungen – ein Dolomiten-Komplettmenü.

 

 

Ivo Rabanser: Dolomiten, Panico, 2018, 504 S., Euro 39,80

 

Die Wand der Wände

Einmal durch die Marmolada-Südwand klettern! Ein Traum für wohl jeden, dessen Herz für alpinen Fels pocht. In diesem kilometerbreiten und -hohen Kalkriff, für sich schon ein Naturwunder im Welterbe Dolomiten, wurde immer wieder Geschichte geschrieben, Namen wie Tomasson, Vinatzer, Gogna, Mariacher, Darshano oder Auer verbinden sich mit historischen Taten und legendären Erlebnissen. Viele Texte von Erschließern oder über sie lockern diesen Führer auf. Doch der Schwerpunkt der 320 Seiten sind Fotos, Topos und Infotexte, die den aktuellsten Stand der fast 200 Routen komplett erfassen und akribisch nachzeichnen. Maurizio Giordani ist einer der besten Kenner der Wand, der hier viele Neutouren fand und auch fremde Werke gut kennt. Sein Führer ist das definitive Marmolada-Kompendium – faszinierend auch wenn der Traum von der Begehung nicht in Erfüllung gehen sollte.

 

Maurizio Giordani: Marmolada Südwand, Versante Sud, 2017, 320 S., Euro 32,-

 

Stehen oder Pumpen?

Der Südliche Frankenjura ist für kipplige Stehprobleme berüchtigt – zu Unrecht, werden Locals und Fans protestieren. Und einwenden: Nur die Tatsache, dass die Gebiete im Münchner Einzugsgebiet liegen, sei an Speck und Rutschigkeit schuld; steile Lochzerrer wie die Friedrichsruh oder der ganz ungewöhnliche, frisch eröffnete Steinbruch Möhren seien Alternativen. Tatsache ist, dass beispielsweise Konstein ein Klassiker für Fels-Einsteiger bleibt, der Donaudurchbruch ein landschaftlicher Leckerbissen oder dass sich der Dolomit im Labertal manchmal wie im Original anfühlt – und dass alle, die dort hinfahren, schon ihre Gründe haben werden. Nun finden sie in der dritten Auflage ein perfektes Update – samt Vertical-Life-App fürs Smartphone.

 

Michael Steinhoff, Helmut Wundlechner, Eberhard Zieglmeier: Südlicher Frankenjura, Panico, 2017, 584 S., Euro 44,80

 

Wo die Assel krabbelt

Die „Kochel-Assel“ ist „eine besondere Lebensform, auf welche durch übermäßiges Herumklettern die animalischen Kräfte und Eigenschaften bestimmter Tiere übergegangen sind.“ Ein Wesen, so schräg und speziell wie die Texte, ach was: der ganze Geist dieses Führers – ach, eigentlich des Klettergebiets Kochel überhaupt. Lieben oder hassen, dazwischen gibt’s nix. Und für die Seilkletterer und Boulderinnen, die den schwer lesbaren, Körperkraft fordernden Kochelfels lieben, gibt es jetzt endlich die lange erwartete vierte Auflage, vom „Stier von Kochel“ Toni Lamprecht höchstpersönlich upgedatet. Wer nicht klettern mag, kann dank vielerlei dazwischen gestreutem Lesestoff zumindest mental nachvollziehen, wie’s dort zugeht. Ein Führer-Werk, so schräg und speziell wie sein Sujet.

 

Toni Lamprecht: Kochel, Panico, 2017, 384 S., Euro 34,80

 

Viel Neues im Westen

„Alle Topos neu. Alle Karten neu. Alle Routenkommentare neu. Alle Beschreibungen überarbeitet. Fünf komplett neue Gebiete und Felsen. Neue Boulderblöcke …viele neue, motivierende Fotos.“ Da hat sich der Autor Christoph Deinet, stellvertretender Vorsitzender der IG Klettern und Naturschutz Rhein-Main, ernsthaft Mühe gemacht, um diese 6. Auflage auf einen neuen Stand zu heben. Trotz vieler Helfer eine große Aufgabe bei „73 Einzelfelsen aus neun verschiedenen Gesteinen“, „vom drei Meter hohen Boulderblock bis zur alpinen, 110 Meter hohen Bruchwand“. Das alles kommt Panico-mäßig aufgeräumt, sauber präsentiert, akribisch beschrieben und attraktiv bebildert daher – wer die vertikalen Reize des deutschen Westens erkunden möchte, hat damit den perfekten Katalog in Händen.

 

Christoph Deinet: Rhein-Main-Gebiet, Panico, 2017, 422 S., Euro 39,80

 

Immer wieder neue Felsen

Der leichte Anflug von Neid, den man angesichts italienischer Felsvielfalt empfinden mag, erreicht einen Höhepunkt, wenn man alle paar Jahre wieder einen upgedateten Arco-Führer in die Hand bekommt: 136 Gebiete verzeichnet die vierte Auflage von Versante Sud, 23 davon neu, insgesamt 5260 Routen (für die Mehrseillängenrouten gibt es ja einen eigenen Führer). Die deutschen Texte sind gut übersetzt, die Infos zu jeder Route hilfreich, das Konzept bewährt, die Aufmachung übersichtlich und ansprechend – wer den Neid-Blues kriegt, hat einen kleinen Trost: Es ist nicht arg weit über den Brenner bis zu Arcos Felsen, Pizza und Spritz.

 

Mario Manica, Antonella Cicogna, Davide Negretti: Klettern in Arco, Versante Sud, 2018, 704 S., Euro 33,-

 

Grande Finale

In der Frühzeit des Sportkletterns war Finale ein Treffpunkt der internationalen Szene. Heute sieht man zwischen den Massen von Mountainbikeheros durchaus noch Ruck- und Seilsackträger durch die Kopfsteinpflastergassen des schnuckeligen Borgo tappen, größtenteils aber sind es Breitensportler. Für sie sind in den letzten Jahren noch etliche neue Felsen dazugekommen, hübsche und wichtige Alternativen zu den Klassikern, die oft schon sehr abgespeckt sind. Der Versantesud-Führer hat den Rutschfaktor mit angepassten Bewertungen berücksichtigt, auch die Zugangsbeschreibungen wirken mindestens so präzise wie beim Local Andrea Gallo – lediglich die Info über den Erstbegeher (kühne oder freundliche Absicherung…) mag man vermissen. Kleiner Trost: Der auf beträchtliche Dicke angewachsene Führer taugt zur Not auch als Trittstein, wenn der erste Haken zu hoch steckt.

 

Marco Tomassini: Finale, Versante Sud, 2017, 808 S., Euro 36,-

 

Gneis, Kalk, Kastanien

Die Schweizer Sonnenstube und die südlich anschließenden Hügel zwischen Lago Maggiore und Luganer See sind vor allem für großzügige Gneisklettereien berühmt wie die legendäre „Alhambra“ oder die Riesenwände des Poncione Alnasca. All diese Mehrseillängenziele sollen bei Versante Sud ein eigenes Buch erhalten; in diesem Band sind „nur“ noch die Sportklettergebiete aufgeführt. Dass er fast so dick ist wie der Vorgänger, der Ein- und Mehrseillängenrouten enthielt, belegt den Fleiß der Erstbegeher. Obwohl er auch schon nicht mehr ganz taufrisch ist, bietet er Material für mehrere längere Urlaube – und auch ein paar Kalk-Gebiete; sogar mit Mehrseillängenrouten an den klassischen Denti della Vecchia bei Lugano.

 

Matteo della Bordella, Davide Mazzucchelli: Varese e Canton Ticino Falesie, Versante Sud, 2015, 352 S., Euro 30,-

 

 

Von Küste bis Bergland

Malopasso? Kampanien? Ein Blick auf die Karte klärt auf: Im weiteren Umkreis von Neapel liegen die Kletterziele dieses Buchs, von den Hügeln des Appennin bis zur Amalfiküste bei Positano oder noch weiter südlich, im Cilento. Die Zahl der Klettergebiete hat sich seit der Erstauflage glatt verdoppelt: 50 Ziele listet der Führer, zum Sportklettern oder in höheren Wänden, oft an Sintern oder Tropflöchern. Die südliche Lage und häufige Sonnenexposition der Felsen macht die Region eher attraktiv für die kalte Jahreszeit – Interessantes für abenteuerlustige Entdecker verspricht sie auf jeden Fall. 

 

Oreste Bottiglieri: Malopasso, Versante Sud, 2015, 288 S., Euro 30,-

 

Mit Bolt oder Klemmkeil

Cadarese, mit das berühmteste Rissklettergebiet der Alpen. Fünfhundertmeterwände in der Gondoschlucht. Baseclimbs unter der Monte-Rosa-Ostwand. Bohrhaken-Sportklettern in geneigtem, senkrechtem oder überhängendem Gneis. So unterschiedlich kann der „Ossola Rock“ sein, laut Untertitel Bohrhaken- und Tradrouten zwischen Lago Maggiore, Simplonpass und den Tälern von Formazza und Antigorio – im Grenzgebiet von Italien und dem schweizer Tessin. Auch diese Neuauflage (mit 30% mehr Gebieten) hat schon ein paar Jahre auf dem Buchrücken, es könnten also mittlerweile noch ein paar Routen dazugekommen sein. Wer für die Sommermonate nach speziellen Optionen sucht, könnte trotzdem sehr gut profitieren.

 

Fabrizio Manoni, Maurizio Pellizzon, Paolo Stoppini: Ossola Rock, Versante Sud, 2014, 400 S., Euro 30,-

 

Achim Pasold & Ralph Stöhr: Moderne Zeiten

Kletterführer

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Hat’s das gebraucht? Ein Auswahlbuch der hundert besten Alpinrouten ab dem siebten Grad? Ja, das hat’s gebraucht! Wenn nicht für jeden zum Nachmachen, so doch zum Nachempfinden, wie sich das Klettern in den letzten vierzig Jahren entwickelt hat. Mit der Neuauflage des „Extremen Fels“ reanimierte der Kletter-Kultverlag Panico eine Legende. Mit den „Longlines“ präsentierte er eine Auswahl moderner Alternativen für Felsenfresser. Nun hat sich der Chef Achim Pasold selber an Tastatur und Zeichenbrett gesetzt und einen Lebenstraum verwirklicht: „Moderne Zeiten“ versammelt 100 moderne Kult-Routen – das Beste, Wildeste, Schönste seit Eröffnung der Pumprisse und Erfindung des siebten Grades 1977. 

Grübler, Hangl, Neuner: Wetterstein-Süd

Kletterführer

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Die Neuauflage des Panico-Werkes ist so dick wie nie zuvor und bietet jede Menge Kletterstoff, von Klassiker bis Fast-Plaisir. Jede Bergsteigergeneration sucht nach neuen Wegen, weshalb Kletterführer immer wieder aktualisiert werden müssen. Wenn sich die Routen, wie etwa in den Südwänden der Schüsselkarspitze, netzartig über die Felsen verbreiten, weil durch die Bohrhaken (fast) alles kletterbar wird, müssen die Athleten weniger erschlossene Wände für ihren Klettersport finden. Dieser Entwicklung trägt das bislang umfangreichste Alpin-Führerwerk aus dem Panico-Verlag „Wetterstein-Süd“ Rechnung. 

Thomas Fischer: Klettern im Ruhrgebiet 4.0

Kletterführer

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Nachdem im Panorama Axel Klemmer das Ruhrgebiet vor einiger Zeit mal vorgestellt hat, folgt nun der Kletterführer von Thomas Fischer bereits in der 4. Auflage. Und da hat sich viel getan. Wer die älteren Auflagen kennt, wird erstaunt sein, was im Herzen des größten Bundeslandes so alles aus dem Boden geschossen ist und in Hallen geschraubt wurde. Diese Landschaft, früher mal Pott – von wegen der Kohle- und Stahlindustrie – genannt, ist heute nicht gerade eine grüne Lunge der Republik, aber auf jeden Fall mit viel mehr Natur, Felsen und Kletterhallen ausgestattet als man so denkt. So ist der neue Führer ein absolut geeignetes Buch, um alle diese vielen Spots kennenzulernen. Gerade auch als alter Ruhrgebietler bin ich bass erstaunt, was es da so alles gibt. Leider, so muss man feststellen, haben die Alpenvereine in NRW an der Naturschutzfront gegen das Klettern zweifellos ihr Waterloo erlebt. So ist gleichwohl zu begrüßen, dass dieses Buch auch einige, aus heutiger, strenger Naturschutzsicht völlig unsinnig gesperrte Gebiete ebenfalls kurz streift. In der nächsten Generation werden diese Felsen vielleicht nicht mehr als Müllhalden wilden Feierns im Wald, sondern als Kletterfelsen angesehen. 

Röger, Flemmig, Krug: Glück auf! Kletterführer Erzgebirge

Kletterführer

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Das Erzgebirge ist bekannt für sein Kunsthandwerk und als Wanderrevier. Nun zeigen drei Locals mit einem dicken und hervorragend gemachten Führer, dass es auch ein außergewöhnliches Kletterziel ist. Kann man einen Kletterführer besser machen? Anders gewiss. Aber es scheint schwer vorstellbar, dass Information vollständiger und übersichtlicher präsentiert werden kann. Da gibt es zu jeder Region Anfahrtskarten und Kurzübersichten. Dann zu jedem Felsen eine Karte, Zugangsbeschreibung und Tipps zu Übernachtung, Naturschutz und gutem Verhalten. Die Wandhöhe, Absicherung, Gesteinsart und was man sonst noch so wissen will, wird durch Symbole übersichtlich präsentiert, die wichtigsten Eigenheiten verbal beschrieben. Und zu den Fototopos (einmal auch Skizzen) gibt es eine Liste mit den Schwierigkeiten (sächsisch und UIAA), einer Sternewertung und Kurzkommentar. Außerdem findet man feine Detailhinweise, wie zur Kinderfreundlichkeit und Wetteranfälligkeit, oder ob Magnesia erlaubt ist oder nicht. Unübersehbar wurden die Führermacher aus dem GeoQuest-Verlag von der Leidenschaft getrieben, alle Klettermöglichkeiten im Erzgebirge penibel zu erfassen – nicht zuletzt, weil sie selber dort klettern. Dass das Spaß machen kann, zeigen viele animierende Kletterfotos, aber auch die Wandbilder. Da gibt es kleine Quacken oder „Murkel“, im Wald verborgen oder freistehend, aber auch mächtige Wände bis 60 Meter Höhe. Es gibt glatte Wände, runde Risse, überhängende Kanten. Verrückt verdrehte Türme und Zacken oder massige Brocken, die dahocken wie schuppige Kröten oder wie zweihundertjährige Elefanten mit aufgestapelten Hautfalten – die Wollsackverwitterung schafft ganz ungewöhnliche Formen im Granit und Gneis. 

Tim Jacobs: Buildering-Spots

Kletterführer

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Buildering ist für kletternde Städter eine Alternative zur überfüllten Halle – und auch ein bisschen Lebensart. Nun gibt es einen Führer zu Klettermöglichkeiten an Gebäuden in ganz Deutschland und darüber hinaus. Buildering? Klar: Climbing an Buildings – also Seilklettern oder Bouldern an öffentlichen Gebäuden. Ein Sport, so alt wie das Bergsteigen; schon Alpinpioniere trainierten Fingerkraft durch Quergänge an den Mauern ihrer Unis. Aber darf man das so einfach? Eine ganze Menge Disclaimer-Formulierungen in Kapitel „Hinweise zum Gebrauch“ belegen, dass die Rechtslage bestenfalls unklar ist. Zumindest an Brücken, Mauern oder Ruinen werde es meistens toleriert, berichtet der Autor – und zumindest solange keine Fußgänger oder Autofahrer behindert oder gefährdet werden. Auch hier gilt also: Mit Sinn und Verstand! Ohne überflüssige Spuren zu hinterlassen. Und am besten da, wo man auch selbst entspannt sein kann, also nicht direkt neben Straßen oder Gehwegen. Tim Jacobs ist seit Jahren ein leidenschaftlicher Antreiber der Buildering-„Bewegung“ – sofern es denn so eine gibt und seine Schätzungen dazu nicht genau so hanebüchen übertrieben sind wie die zur Anzahl der Kletterer und Boulderer in Deutschland. Fakt ist, dass es viele Vertikalfreunde in Deutschland gibt, auch in Städten mit altem Steinmauer-Bestand. Und dass viele davon auf Jacobs‘ Seite buildering-spots.de eine Menge solcher Möglichkeiten eingetragen haben.