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Uwe Rosenberger: Spring Meadow

Sonstiges

14.01.2019, 15:39 Uhr

Wer zuerst zwei Wandernadeln erspielt, gewinnt. Spring Meadow ist geeignet für alle, die auf der Hütte oder nach der Tour noch gerne etwas spielen. Für ein bis vier Spieler ab 10 Jahren. Pro Spieler veranschlagt der Verlag 15 Minuten Spielzeit. Unsere Tester haben deutlich weniger gebraucht, dafür aber öfter gespielt.

Schön, wenn sich Brettspiele thematisch mit der Welt der Berge befassen, noch schöner, wenn man sich damit einen richtig netten Abend machen kann. Das ist bei Spring Meadow ganz sicherlich der Fall. Großer Pluspunkt: Der Einstieg ist leicht, Anfängern sind die Regeln rasch erklärt. Das ist wichtig, will man auf der Hütte Mitspieler finden. Thematisch geht es um saftige Bergwiesen und -blumen, die im Frühling den Schnee verdrängen – und um neugierige Murmeltiere, die aus dem Winterschlaf erwachen und aus ihren Löchern kriechen. Daher auch der Name: Spring für Frühling, Meadow für Wiese/Weide.

 

Puzzeln, legen, Wandernadeln gewinnen

Gespielt wird ohne Würfel und Figuren. Vielmehr legen die Spieler Wiesenplättchen so aus, dass sie einerseits eine möglichst große und vollständige Bergwiese ergeben, andererseits aber noch genügend Schlupflöcher für die Murmeltiere freilassen. Meist ist das gar nicht so einfach, haben die Plättchen doch recht unterschiedliche Formen. Und wenn dann eines passt, kommt oft das Murmeltier nicht aus seinem Bau. Das Ganze erinnert etwas an das mittlerweile Jahrzehnte alte Computerspiel Tetris, nur eben zum Anfassen und kommunikativer und ohne Zeitdruck. Das Spiel zieht dabei das Thema Berge konsequent durch. So ist die Karte, auf denen die Wiesenplättchen ausliegen, einer Wanderkarte nachempfunden. Und wer geschickt Loch an Loch legt, der bekommt Felsenplättchen als Bonus. Die sind wichtig, um kleine Löcher in der Wiese zu stopfen.

 

Für alle, die abends nicht am Smartphone hängen

Brettspiele wie diese eignen sich hervorragend, nach der Tour mit anderen ins Gespräch zu kommen, oder mit der Familie Spaß zu haben und die Spielekultur wieder aufleben zu lassen. Der Verlag empfiehlt das Spiel ab 10 Jahren, wir denken, es geht auch früher. Doch auch für Erwachsenenrunden ist es durchaus geeignet. Kleiner Nachteil: Das Brettspiel liegt im Gegensatz zu einem Kartenspiel recht schwer im Rucksack – aber was soll's.

 

Kurzcheck & Info

Spielspaß *****

Ausstattung ****

Herausforderung *****

 

Besonders geeignet für: Verspielte Wanderer mit einem Hang zum Murmeltier.

 

Link zum Verlag

 

Uwe Rosenberger: Spring Meadow, für 1-4 Spieler ab 10 Jahren, Pegasus, 39,95 Euro

 

 

Ruhland/Jorda: Bergmenschen

Interviews

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Bergmenschen: Das müssen nicht nur alpine Spitzensportler*innen sein. Dieser Band sammelt Interviews aus dem „Bergsteiger“ – auch mit Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern; eine bunte, anregende Mischung. „Natürlich habe ich Ängste. Natürlich habe ich Zweifel. Es gib die Angst vor dem Fallen und die vor dem Scheitern, mit der wir alle im normalen Leben zu tun haben. Sie ist es, die uns davon abhält, großartige Dinge zu tun. … Aber es ist so wichtig, … Gründe zu finden, warum es möglich ist.“ Wenn Adam Ondra ganz freimütig über seine Ängste redet, dann ist das genau so geistreich wie sein gesamtes Auftreten. Nur: Die Frage danach muss man erst mal stellen, damit der Interviewpartner die Möglichkeit bekommt, auszupacken.   „Die Interviews gehen ans Eingemachte, an das, was Menschen in ihrem Innersten ausmacht“, schreibt der Autor Michael Ruhland im Vorwort zu seinem Buch, das Interviews sammelt, die er als Chefredakteur für den „Bergsteiger“ gemacht hat – manchmal stellten auch Kollegen die Fragen. Nicht jeder Interviewpartner lässt richtig viel raus, erzwingen kann man das auch nicht. Dennoch sind die Unterhaltungen meistens deutlich mehr als nur ein Nachvollziehen aktueller Spitzenleistungen, fragen nach Hintergründen, Einstellungen, persönlichen Wertungen. Und oft kommen tatsächlich inspirierende Aussagen, wie etwa von Ines Papert: „Ich sehe es mittlerweile nicht mehr als Scheitern, sondern als Stärke, wenn ich es schaffe, nicht einzusteigen. Ein „vielleicht geht’s gut“ ist zu wenig. Ich muss mir sicher sein.“   Die Interviews entstanden im Lauf mehrerer Jahre. Es liegt in der Natur der Welt und des Sports, dass nicht mehr alle Gesprächspartner am Leben sind. Heiner Geißler starb einen natürlichen Tod, David Lama, Hansjörg Auer und Ueli Steck kamen nicht mehr von ihren Bergzielen zurück. Das gibt manchen Antworten eine ganz neue Dimension, etwa wenn Auer sagte: „Ich hoffe, dass ich mit 50, 60 nicht unbedingt noch vom Alpinismus leben muss, dass ich dann nicht mehr von Sponsoren abhängig bin und vielleicht auch ruhiger werde. Nicht mehr so extreme Sachen mache. Denn es ist ja immer Risiko dabei. Aufhören geht aber nicht, weil es deine Leidenschaft ist; das, was dich zum Leben motiviert.“ Oder bei Ueli Steck: „Irgendwann reicht es einfach nicht mehr, man will mehr. Und mehr, und mehr. Und das endet – wie bei einer Droge – tödlich. Da muss man rechtzeitig den Absprung schaffen.“ 

Reliefkarten Alpen

3D-Reliefkarten Alpen

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Alpenbogen im Maßstab 1: 500 000: Die drei Reliefkarten Alpen, Alpen Ost und Alpen West stehen für sich oder können wunderbar als schmückendes Wand-Ensemble kombiniert werden.     

Mark Synnott: Free Solo im Yosemite

Dokumentation

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Als Alex Honnold den „Free Rider“ (900 m, IX+) am El Capitan ohne Sicherung kletterte, schockierte und faszinierte er die Kletterszene weltweit. Der Autor des Buchs zur Tat hat ihn jahrelang begleitet. Ist dies das Buch zum Film? Zum oskargekrönten „Free Solo“? Jedenfalls ist es ein Gegenstück, denn es kommt – ungewöhnlich für ein heutiges Bergbuch, und doch merkt man es erst überrascht im Rückblick – ohne ein einziges Foto aus (abgesehen vom Titelbild). Nein, es ist nicht das Buch zum Film. Beides sind selbständige Werke, die faszinieren können und die ihre eigene Logik haben. Das Kino-Dokumentar-Epos des Ehepaars Chin folgt dem Protagonisten Alex Honnold hautnah, bis hinein in seinen Wohnwagen und in die Beziehung zu seiner Freundin, und dann auf Fingerspitzennähe in der Wand – so eng, dass man im Kino den Chalkbag vermisst. Im Buch nehmen die 3:56 Stunden von Honnolds Free Solo im „Free Rider“ etwas mehr als zehn Seiten (von 480) ein, und selbst dabei geht es mehr um Hintergründe und Wenn+Aber der einzelnen Stellen als um eine Schilderung von Bewegungen, die man ohnehin im Internet anschauen kann.   Mark Synnott, selbst einer der profiliertesten Bigwallkletterer und Alpinisten der USA, war als Reporter für „National Geographic“ über viele Jahre hinweg mit Alex Honnold unterwegs; spätestens als dieser zum ersten Mal davon redete, einen großen Bigwall am El Capitan free solo zu klettern, war das Langzeitprojekt auch für das Medienunternehmen geboren. So schildert er mit dem Verständnis eines Experten den Werdegang dieses Ausnahmetalents und zeichnet nach, wie viel Vorbereitung, Abwägung und Planung hinter dieser Begehung stand, die die Kletterszene weltweit fasziniert und erschreckt hat. 

Sébastien Decad: Viva Montanya

kooperatives Brettspiel

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Auf geht’s! Rama dama! Es ist Frühling, der Schnee schmilzt und Maulwurf, Hermelin, Wasseramsel und Gebirgsmolch kommen langsam aus ihren Winterverstecken. Aber am Hang liegt noch der ganze Dreck, den die Touristen in der Skisaison einfach dorthin geworfen haben. Und der muss weg, bevor der Schnee geschmolzen ist. Also ziehen zwei bis sechs Spieler gemeinsam los und sammeln Müll. Gelingt es ihnen, bevor der Schnee bis hinauf zur Gipfelstation geschmolzen ist, gewinnen sie gemeinsam. Andernfalls verlieren alle. Miteinander statt gegeneinander lautet das Motto.   Jeder wirft in seinem Zug einen Würfel. Erscheint darauf ein Abfalleimer, darf er ein beliebiges Müllplättchen in den dreidimensionalen Abfalleimer werfen. Liegt hingegen die Sonne oben, steigt die Schneegrenze und aus weißem Hang wird grüne Wiese. In den meisten Fällen würfelt der Spieler jedoch das Bild eines Tiers. Jetzt muss er ein Müllplättchen anheben. Befindet sich darunter ein Bild des gleichen Tiers, darf er den Abfall entsorgen. Merkfähigkeiten wie bei Memory sind daher gefragt. Ein Hermelin, das habe ich doch schon gesehen, aber wo war das nur – solche Fragen treiben die Spieler um. Dabei dürfen sie sich gegenseitig helfen und Tipps geben, schließlich geht es ja um das gemeinsame Ziel. 

Carlo A. Rossi: Mountains

Brettspiel

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Mit der richtigen Ausrüstung auf den Gipfel kommen, das ist das Ziel bei Mountains. Und weil Bergsport oft eben auch Teamsport ist, ist man in einigen Situationen auf die Hilfe der Mitspieler angewiesen. Das heißt: viel Interaktion, und die bringt dann auch viel Spaß an den Tisch. Hier können Kinder ab 8 Jahren mitspielen, denen vor allem die Ausstattung gefallen dürfte, aber auch für ältere Mitspieler ist es kurzweilig und verspricht einen netten Abend. Für zwei bis fünf Spieler. Ein kleiner roter Stempel sorgt für die Belohnung – den Eintrag im Gipfelbuch. Den bekommen die Spieler, die die geforderte Ausrüstung für eine Tour aufbringen. Und das sind die Spielkarten in der eigenen Hand plus die in den Händen der Mitspieler. Wer welche Karten hat, erfährt man erst im Laufe des Spiels, und das sollte man sich dann auch gut merken. Hat mein Gegenüber den Helm oder die Steigeisen? Hat mein Nachbar eventuell eine Trinkflasche gezogen? 

K.+B. Teuber: Catan – Der Aufstieg der Inka

Brettspiel

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Ein Spiel für alle, die an Fernweh leiden oder sich schon auf eine Trekkingtour in den Anden freuen. Thema sind die Aufstiege und Niedergänge der Hochkulturen in Anden, was liebevoll und fantasievoll umgesetzt worden ist. Für drei bis vier Spieler ab 12 Jahren. Interessierte Kinder können aber sicherlich schon ein paar Jahre früher starten. Ein Spiel dauert etwa 90 Minuten – je nachdem, wie lange ein Straßen- oder Siedlungsbau von den jeweiligen Spielern abgewogen wird. Die Siedler von Catan sind ein Klassiker und den meisten der Menschen bekannt, für die Wandern und darauffolgender Spieleabend zusammengehören. Nun gibt es eine neue Version, die ohne Grundausstattung spielbar ist. Der Autor Klaus Teuber ist schon ein paar Jahre von den Hochkulturen in den Anden fasziniert und fragte deshalb seinen Sohn Benjamin, ob der nicht mit ihm ein Catan-Spiel zum Thema entwickeln wolle.