Einfache Schneedeckentests wie der Kleine Blocktest (KBT) oder der Extended Column Test (ECT) können auf Skitour als Bausteine des Risikomanagements bei der Entscheidungsfindung am Einzelhang helfen. Wer sich die Mühe macht, Blöcke freizustellen, ist meist auch bereit ein Schneeprofil aufzunehmen. Die gewonnen Daten sorgen häufig für mehr Überblick und können mit anderen Interessierten geteilt werden, z.B. auf lawis.at.
Ausrüstung für Schneedeckentests
Sonde
Eine robuste Sonde hilft beim Auffinden eines geeigneten Standorts für den Schneedeckentest und die Aufnahme des Schneeprofils. Die Mächtigkeit der Schneedecke sollte repräsentativ sein. Auszuschließen sind auf jeden Fall Standorte mit überdurchschnittlich viel Schnee. Sonden mit einer gut ablesbaren Skalierung ermöglichen es, die Höhen der Schichtgrenzen in der Schneedecke zu ermitteln. Wer dabei im Millimeterbereich arbeiten will, nimmt obendrein einen kompakten, wasserfesten Meterstab mit.
Hangneigungsmesser
Schneedeckentests wie der ECT werden idealerweise bei einer Neigung von 35 Grad durchgeführt. Auch bei der Aufnahme eines Schneeprofils wird die Hangneigung am Standort angegeben, um ein möglichst exaktes Bild der Situation abzugeben. Drei Arten von Hangneigungsmessern kommen hauptsächlich zum Einsatz:
Mechanische Hangneigungsmesser funktionieren mit einer freilaufenden Kugel innerhalb einer gekrümmten Schiene mit Skala. Sie sind leicht und benötigen keine Batterie.
Digitale Hangneigungsmesser werden meistens mit einem Band am Skistock befestigt. Sie müssen also nicht immer extra hervorgeholt werden.
Apps zur Bestimmung der Hangneigung lassen sich kostenfrei aufs Smartphone laden. Das Smartphone wird ohnehin benötigt, zum Beispiel bei der Standortbestimmung und zum Absetzen eines Notrufs im Ernstfall.
Schaufel
Mit einer stabilen, ausreichend großen Aluminiumschaufel lässt sich effizient und zeitsparend arbeiten. Wichtiger als die Größe ist allerdings eine halbwegs gerade Rückseite und eine ausgeprägte Schneide des Schaufelblatts. Sowohl Blöcke als auch Profilwände lassen sich damit leichter abstechen und glattziehen.
Säge
Um Blöcke und Profilwände rückseitig und seitwärts abzutrennen, eignet sich eine Schneesäge am besten. Zwei Konstruktionstypen haben sich bisher besonders bewährt:
Einteilige Säge mit etwa 5 cm breiter und 35 cm langer Klinge. Ideal ist ein solches Modell besonders dann, wenn es sich an der Klemme eines zweiteiligen Tourenskistocks fixieren lässt. Das Ausschneiden großer Blöcke wird dadurch deutlich leichter.
Noch besser sägen kann man mit Modellen, wie sie der norwegische Hersteller Tindeq anbietet: Sie bestehen aus bis zu drei Segmenten, die zusammengebaut eine ca. 105 cm lange Klinge ergeben. Die Stabilität des Systems reduziert die Wahrscheinlichkeit, beim Schneiden des Schnees seitlich abzugleiten. Allerdings ist eine solche Säge nicht unter 200 Euro zu haben und daher wohl eher für Mitarbeitende der Lawinenwarndienste und gerichtlich bestellte Sachverständige interessant.
Reepschnüre und Stahlkabel sind als Sägeersatz zwar leichter, jedoch wesentlich schwieriger zu bedienen.
Zusätzliche Ausrüstung für die Aufnahme von Schneeprofilen
Schneeraster
Zur exakten Bestimmung der Korngröße benötigt man ein Schneeraster mit unterschiedlich großen Gitterstrukturen. Gute optische Kontraste liefern nur dunkle Untergründe. Diese erwärmen sich leider auch sehr schnell bei Sonneneinstrahlung und können die ursprüngliche Kornform beeinträchtigen. Das Schneeraster sollte daher auch nicht aus Metall sein.
Lupe
Schneekörner sind klein. Auch mit einer Sehfähigkeit von über 100 Prozent gerät man schnell an die Grenzen, wenn es um eine fehlerfreie Bestimmung von Größe und Form geht. Eine Becherlupe mit zehnfacher Vergrößerung gilt daher als Standardzubehör. Aber auch Handlupen mit gekürztem Griff haben sich als praktikabel erwiesen. Bohrt man ein kleines Loch in den gekürzten Griff und fädelt eine 2mm-Reepschnur hindurch, lässt sich die Handlupe um den Hals tragen, so geht sie nicht verloren.
Bleistift
Schneekörner sind klein. Auch mit einer Sehfähigkeit von über 100 Prozent gerät man schnell an die Grenzen, wenn es um eine fehlerfreie Bestimmung von Größe und Form geht. Eine Becherlupe mit zehnfacher Vergrößerung gilt daher als Standardzubehör. Aber auch Handlupen mit gekürztem Griff haben sich als praktikabel erwiesen. Bohrt man ein kleines Loch in den gekürzten Griff und fädelt eine 2mm-Reepschnur hindurch, lässt sich die Handlupe um den Hals tragen, so geht sie nicht verloren.
Thermometer
Empfehlenswert sind digitale Schneethermometer, zum Beispiel von Firmen aus dem Skiservice. Profis, die häufig Schneeprofile erstellen, haben davon zwei bis drei Stück im Gepäck. In Abständen von höchstens 20 cm – besser 10 cm – lassen sich damit die Schneedeckentemperatur messen und der Gradient bestimmen.
Feldbuch
Feldbücher bestehen aus beschichtetem, wasserabweisendem Papier. Darin sind Tabellen für die systematische Aufnahme von Schneeprofilen enthalten. Damit geben sie auch einen Leitfaden für das Prozedere an die Hand. Viele Feldbücher haben zusätzlich einen Textteil mit nützlichen Informationen und Hinweisen – u.a. zu Schneedeckentests und Risikomanagement. Besonders praktisch fürs Gelände sind Feldkarten aus Kunststoff. Auf ihnen sind auch Schneeraster und Vergleichsbilder der gängigen Kornformen für eine bessere Zuordnung aufgedruckt. Alle Einträge lassen sich wieder radieren.
Pinsel
Ein Pinsel dient dazu, Schneekristalle auf das Schneeraster zu kehren, zudem kann man damit Strukturen an der Profilwand herausarbeiten.
Tipp
Ideal ist es, alle notwendigen Kleinteile für die Schneedeckenprofilierung schnell griffbereit zu haben. Zum Transport bietet sich daher ein Federmäppchen oder zumindest ein robuster Frischhaltebeutel mit Schiebeverschluss an.