Skibergsteigerin rennt Treppen im Schnee hinauf.
Tatjana Paller im olympischen Sprint-Rennen in Bormio. 2026 Frank Heinen/VOIGT
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Skimo feiert olympische Premiere: So läuft es für das deutsche Team

Skimo ist erstmals Teil der Olympischen Winterspiele: In Bormio stehen mit Sprint und Mixed Relay die ersten olympischen Entscheidungen in der Sportart an. Für das Team Deutschland starten Tatjana Paller, Helena Euringer und Finn Hösch. Wir begleiten die Rennen mit den wichtigsten Updates, Einordnung und Einblicken hinter die Kulissen.

Ergebnisse kompakt

Sprint Frauen:

  • Platz 4 für Tatjana Paller

  • Platz 15 für Helena Euringer

    • Qualifikation Heat 3: Platz 5 (3:27:82)

Sprint Männer:

  • Platz 13 für Finn Hösch

    • Qualifikation Heat 3: Platz 4 (2:51:99)

Offizielle Result-Sheets: Olympia-Zeitplan & Ergebnisse Skibergsteigen | Milano Cortina 2026

Next Up: Mixed Relay (Samstag, 21.2.)

Mixed Relay: Paller und Hösch sind bereit!

Beim Mixed Relay am 21. Februar werden insgesamt 12 Nationen-Teams an den Start gehen - das deutsche Team vertreten Tatjana Paller und Finn Hösch.

Im Mixed Relay startet pro Nation nur ein Team. Jedes Team besteht aus einer Frau und einem Mann, gelaufen wird immer in der Reihenfolge W–M–W–M. Die Teams stehen bei einem Massenstart (alle starten gleichzeitig) in zwei Reihen, die Startpositionen werden nach der olympischen Mixed-Relay-Rangliste gesetzt.

Jede*r Athlet*in läuft zwei Runs, und jeder Run besteht aus zwei Loops mit je einem Aufstieg und einer Abfahrt. Der Wechsel erfolgt in der Handover Zone: Der ankommende Athlet bzw. die Athletin muss innerhalb der Zone den/die Nächste mit der Hand berühren (Körperkontakt), erst dann darf die nächste Person starten. Das Team, das nach der vierten Runde als erstes im Ziel ist, gewinnt.

Sprint Frauen: Paller wird Vierte, Euringer besteht neben den "Großen"

In den Tagen vor den Rennen hat es in Bormio nochmal geschneit – genug Schnee für die Wettkämpfe, aber auch eine Herausforderung. Am Wettkampftag schneite es erneut kräftig: Das bedeutet im Skimo vor allem weniger Fehlertoleranz. Wechselzonen müssen sauber sitzen, Linien in der Abfahrt müssen passen – und im dichten Feld kann schon ein kleiner Patzer mehrere Plätze kosten.

Tatjana Paller lieferte bei der olympischen Skimo-Premiere ein starkes Rennen ab und landete auf Rang vier. Sie beschrieb die Mischung aus besonderer Atmosphäre und Nervosität – und ordnete das Resultat als „gutes Ergebnis“ ein, auch wenn der Blick auf das Podium kurz schmerzt. Auffällig: Paller musste sich in der Startphase kurz orientieren, weil sie den Startimpuls zunächst missverstand und aus Vorsicht wegen möglicher Fehlstart-Strafen einen Moment zögerte. Danach fand sie in ihren Rhythmus und setzte auf ihre bevorzugte Herangehensweise: kontrolliert beginnen, „hinten raus“ stärker werden und als „Jägerin“ wieder aufschließen. Nach dem Rennen will sie kurz abschalten, Kräfte sammeln – und dann mit vollem Fokus in den nächsten Start gehen.

Für Helena Euringer, eine der jüngsten im Feld, war es ein besonderer Moment: Die Atmosphäre mit Publikum und Stimmung sei „Wahnsinn“ gewesen. Sportlich spürte sie, dass heute nicht alles perfekt zusammenlief – sie fühlte sich „nicht ganz so explosiv“ und die Bedingungen machten die Abläufe in den Wechselzonen zusätzlich anspruchsvoll. Entscheidend aus ihrer Sicht: Sie blieb dran, fand zum Ende des Laufs wieder in den Rhythmus, schloss an die Gruppe auf und konnte sogar noch eine Athletin überholen. Euringers Fazit fällt trotz des hohen Niveaus positiv aus: Der Tag gebe Selbstvertrauen – und vor allem Motivation, beim nächsten Mal „bei den Großen“ noch unbefangener aufzutreten.

Tatjana Paller und Helena Euringer in Bormio. 2026 Frank Heinen/VOIGT

Sprint Männer: Hösch kämpft mit den Schnee

Finn Hösch ging im Männerfeld in Heat 3 an den Start. Dort zeigte er im Sprint, dass die Form stimmt: „Die Laufleistung war absolut da“, ordnete er sein Rennen im Anschluss ein. Entscheidend wurde jedoch eine taktische Materialentscheidung bei der Fellwahl. Durch haftenden Schnee fehlte ihm im Aufstieg die Gleitphase – vor allem aber veränderte sich dadurch das Handling in der Wechselzone deutlich. Hösch kam „ein bisschen stachsig“ in die Zone, verlor dort viel Zeit und damit im engen Feld den Anschluss. Sein Fazit: kein Grund zum Hadern, sondern ein Learning für den nächsten Start – „am Samstag will ich umso mehr gutmachen“.

Finn Hösch in der Quali in Bormio. 2026 Frank Heinen/VOIGT

Stimmen aus dem Team

Tatjana Paller: „Es war einzigartig – ich habe es total genossen, auch wenn ich sehr nervös war. Platz vier ist ein richtig gutes Ergebnis, wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich es sofort genommen. Aber wenn man die Siegerehrung sieht, denkt man natürlich: Dritter wäre noch cooler – ein lachendes und ein weinendes Auge.“
Helena Euringer: „Das war eine riesige Bühne – mit den Zuschauer*innen und der Stimmung einfach wahnsinnig cool. Ich habe mich heute nicht ganz so explosiv gefühlt, aber am Ende bin ich wieder gut an die Gruppe rangekommen und konnte sogar noch jemanden überholen. Wenn man sieht, wie hoch das Niveau bei den ganz Großen ist, ist das eine Riesenmotivation – und ich bin für heute zufrieden.“
Finn Hösch: „Vor allem überwiegt die Freude über dieses Event – ein unvergesslicher Tag, auch unabhängig vom Ergebnis. Sportlich hat mich heute vor allem eine Fellwahl zurückgeworfen: Der Schnee ist an den Fellen hängen geblieben, das Handling in der Wechselzone war komplett anders – da habe ich viel Zeit verloren. Meine Laufleistung war aber absolut da, darauf kann ich sehr positiv aufbauen – und am Samstag will ich umso mehr gutmachen.“

Sprint: kurze Heats, harte Wechsel, hohe Intensität

Der olympische Skimo-Sprint ist ein kurzes, intensives Format (rund 3 Minuten) auf einem Kurs mit Aufstieg auf Fellen, Wechselzonen und Abfahrt. Entscheidend sind neben der Fitness vor allem saubere Abläufe: Felle ab/auf, Ski tragen/anschnallen – kleine Fehler kosten im engen Feld sofort Plätze.

Heats, Halbfinale, Finale: das K.-o.-System

Im Sprint starten 18 Athlet*innen pro Geschlecht. Zunächst gibt es 3 Heats à 6. Aus jedem Heat kommen die Top 3 direkt weiter (insgesamt 9). Dazu qualifizieren sich 3 „Lucky Losers“ – das sind die nächstschnellsten Zeiten aus allen Heats. Damit stehen 12 Athlet*innen im Halbfinale.

Die Sprint-Strecke in Bormio. Bild: IFSC.

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