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Die Rostblättrige Alpenrose

Im Almrausch

Das Edelweiß mal außen vor gelassen, gibt es wohl keine andere Alpenpflanze, die derart präsent auch in den Orten ist – namensgebend für Hotels und Pensionen, Gasthäuser und Cafés.

Typisch ... Rostblättrige Alpenrose

Jeder, der öfter in den Alpen unterwegs ist, hat die Rostblättrige Alpenrose schon einmal gesehen: Es handelt sich um einen Rhododendron-Strauch mit dunkel- und immergrünen, lanzettförmigen Blättern, die auf der Unterseite rostbraun sind. Von Juni bis in den August hinein blüht die Rostblättrige Alpenrose; sie fällt dann durch ihre leuchtend roten, in Dolden stehenden Blüten am Triebende auf.

 

Alpen-Botanik-Talk

Die Rostblättrige Alpenrose heißt

  • Wissenschaftlich: Rhododendron ferrugineum
  • Englisch: Rusty-leaved Alpenprose
  • Französisch: Laurier-rose des Alpes
  • Italienisch: Rosa delle Alpi
  • Slowenisch: Rjasti sleč
 

Wo lohnt es sich Ausschau zu halten? – Vorkommen

Rostblättrige Alpenrose wächst in montanen bis alpinen Höhenlagen auf bis 2800 Metern. Die Rostblättrige Alpenrose benötigt sauren Boden für ihr Wachstum. Sie bevorzugt frische Nadelwälder und Zwergstrauchheiden, Krummholz- und lichte Gebüsche. In den Zentralalpen kommt sie häufig vor, im Alpenvorland nur selten. Auch in den anderen europäischen Gebirgen von den Karpaten bis in die Pyrenäen ist die Alpenrose verbreitet.

 

Von der auf sauren Böden gedeihenden Rostblättrigen Alpenrose ist die bewimperte Alpenrose zu unterscheiden – dies wächst ausschließlich auf Kalkböden.

 

Kleine Kulturgeschichte der Alpenrose

Von den Bergbauern hat die Rostblättrige Alpenrose auch den Namen „Rostzette“ erhalten, für andere ist sie die „Echte Alpenrose“ oder der „Almrausch“.

 

An seinem Anblick kann man sich etwa ab Mitte Juni berauschen: Mitunter ganze Bergwiesen sind dann in rote Farbe getaucht.

 

Für die Bergbauern war die Alpenrose derweil oft ein Dorn im Auge: Der Rohbodenpionier überwucherte gerne die wertvollen, mühsam freigelegten Almen. Daher wurden die Büsche häufig geschwendet, also oberhalb der Wurzel abgeholzt. Zum bäuerlichen Mißgefallen trug auch bei, dass die Alpenrose, wie viele andere Rhododendronarten, giftig und damit sehr gefährlich für das Weidevieh ist.

 

Wusstest du, dass ...

  • ... ein Bindestrich einen wichtigen Unterschied macht. Denn die Alpenrose will nicht mit der Alpen-Rose verwechselt werden. Erstere ist ein Rhododendrengewächs, zweite ein Rosengewächs.
  • ... die Rostblättrige Alpenrose im Winter eine Schneedecke braucht, ohne diesen Schutz würde sie erfrieren.
  • ... die Alpenrose auch für den Menschen giftig ist. Bereits ein einzelnes Blatt oder eine Blüte kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen.
  • ... die Menschen früher glaubten, dass diejenigen, die Alpenrosenblüten mit sich tragen, vom Blitz erschlagen werden könnten.
  • ... der Sage nach Alpenrosen auf Goldadern und Schätze hinweisen.
 

Literaturempfehlung

  • Plakat „Geschützte Alpenpflanzen“, DAV/ÖAV/AVS (Hrsg.)
  • „Naturführer Alpenblumen“ von Christine Jaitner, Verlag KOMPASS-Karten, ISBN 978-3854915720

 

Weitere Literatur rund ums Pflanzenbestimmen gibt es auch im DAV Shop.

 

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