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Bergunfälle in Österreich 2021

Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit berichtet

03.02.2022, 10:13 Uhr

In 2021 gab es in Österreichs Bergen weniger Unfälle und tödlich Verunglückte als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Dies zeigt eine neue Statistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS).

Weniger Tote, weniger Unfälle

Im vergangen Jahr sind in Österreichs Bergen 272 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl liegt etwas unter dem langjährigen Mittel (2011-2021) von 286 Toten. Unter den Toten sind 229 Männer (84%) und 43 Frauen (16%). Dies zeigt die aktuelle Alpinunfallstatistik des ÖKAS und der Alpinpolizei. 7.561 Menschen verunfallten im letzten Jahr in den Gebirgen des Nachbarlandes. Das sind deutlich weniger als im Durchschnitt: Das Mittel über 10 Jahre liegt bei 11.043 Personen. Hierunter fallen Tote, Verletzte und Unverletzte. Unverletzt geborgene Personen mussten meist aus einer misslichen Lage gerettet werden oder waren auf einer Tour überfordert. Ihr Anteil machte in den vergangenen Jahren immer etwa ein Drittel aus, so auch in 2021. Auch die Zahl der Verletzten (5.946) ist um knapp 20% geringer als das Mittel.

 

Hohe Unfallzahlen im Sommer

Das Kuratorium begründet die niedrigeren Zahlen mit dem schlechteren Wetter, als auch mit der Pandemie. In 2021 gab es immer wieder Einreisebeschränkungen, die viele Menschen von den Bergen fernhielten. Die meisten Alpinunfälle ereigneten sich, wie auch in den Vorjahren, in Tirol - dem wohl beliebtesten Reiseziel. Auffallend ist, dass die Unfälle besonders im Winter rückläufig sind. Hier scheinen die Corona-Maßnahmen ausschlaggebend zu sein. Ebenfalls eine Folge der Pandemie ist jedoch der anhaltende Trend, in die Berge zu gehen. Das zeigt sich besonders in den hohen Unfallzahlen in den Sommermonaten. Laut dem ÖKAS fand hier "eine noch stärkere Verschiebung hin zu den bereits seit Jahren ,boomenden' Sommerdisziplinen Wandern und Mountainbiken inklusive E-Bike statt".

 

Die meisten Unfälle passieren beim Wandern und Bergsteigen

Nach wie vor passieren am meisten Unfälle beim Wandern und Bergsteigen (34%), gefolgt vom Skifahren (17%) und Mountainbiken (14%). Hier sind alle Altersgruppen gleichermaßen vertreten, gemessen an der Zahl der Ausübenden. Todesfälle gab es hingegen häufiger bei den Älteren, die meisten in der Altersgruppe von 51 bis 70 Jahren. Von den 272 Alpintoten sind 72 an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben. Dies ist hinter Stürzen und Stolpern (19%) sowie Absturz (16%) die Hauptursache bei Alpinunfällen.

Die geringeren Zahlen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Unfälle vermeidbar sind. „Einen wirkungsvollen Beitrag können hier Kursangebote, Aus- und Fortbildungen bei alpinen Vereinen und Verbänden leisten“, betont das ÖKAS.

 

Hier gibt es den kompletten Bericht zu den Alpinunfällen 2021.