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Sicherungsautomaten: Hinweisschilder und Einstiegsbarriere

Die Ausstattung der Kletteranlagen mit Selbstsicherungsautomaten nimmt weiter zu und damit auch der Bedarf an einheitlichen Sicherheitsstandards. Einheitliche Hinweisschilder und großformatige Einstiegsbarrieren sind ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit in der korrekten Anwendung der Sicherungsautomaten.

Selbstsicherungsautomaten in Kletterhallen sind oberhalb der Kletterwand angebracht und ermöglichen das Klettern im Toprope ohne Sicherungspartner. Nachdem sich ein Kletterer an der Installation eingehängt hat, zieht das Gerät das beim Klettervorgang entstehende Schlappseil bzw. Band ein. Bei einem Sturz oder „Reinsetzen“ ins Seil fängt das Gerät den Kletternden auf und lässt ihn automatisch mit gleichbleibender Geschwindigkeit bis zum Boden ab.

 

Kritische Ereignisse bei der Nutzung von Selbstsicherungsautomaten

Recherchen der DAV-Sicherungsforschung ergaben in den Jahren 2018 bis 2021 neun RTW-Einsätze, mindestens sechs Beinahe-Unfälle und weltweit vier tödliche Unfälle. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen (Vortrag Halls & Walls 2021). Während die Kletterhallenleitungen die Verpflichtung haben, regelmäßige Funktionsprüfungen sowie Wartungen in den vorgegebenen Intervallen durchzuführen, sollten auch die Anwender*innen auf die korrekte Bedienung des Gerätes hingewiesen werden, um Unfälle zu vermeiden. 

 

Der DAV hat hierfür bereits nachfolgende Empfehlung für Kletterhallen formuliert: 

  • Dazu gehören Hinweise zum korrekten Einhängen, zur Beurteilung des Zustands des Seils bzw. Bandes und zur korrekten Funktionsweise der Apparatur.
  • Da bei Selbstsicherungsautomaten kein Partnercheck im herkömmlichen Sinne möglich ist, sollten die Hinweise zum korrekten Einhängen und zum selbständigen Überprüfen besonders hervorgehoben werden.
  • Zusätzlich empfiehlt sich eine technische Lösung, um die Wahrscheinlichkeit des Loskletterns ohne korrektes Einbinden zu verringern (z.B. Trapeztuch).

 

Im nächsten Schritt hat sich der DAV nun für einheitliche Hinweise eingesetzt.

 

Einheitliche Hinweisschilder und Einstiegsbarriere

Das Europäische Komitee für Normung (CEN) unter Federführung des Deutschen Instituts für Normung (DIN) befasst sich mit der Entwicklung einer eigenen Norm für Selbstsicherungsautomaten speziell für die Anforderung in Kletterhallen. Im Rahmen der Normenmitarbeit durch den DAV wurden für die Darstellung der korrekten Anwendung der Automaten bzw. als Gefahrenhinweis Erklärbilder und Icons entwickelt. Ziel soll sein, weltweit verständliche und damit möglichst einheitliche Hinweisschilder in den Kletterhallen zu etablieren.

 

Der DAV hat auf Basis dieser Erklärbildern/Icons Hinweisschilder am Einstieg, Plakate und Einstiegsbarrieren entwickelt und produzieren lassen. Alle Kletterhallen haben nun die Möglichkeit, diese Hinweisschilder/Einstiegsbarrieren in der erforderlichen Menge zu erwerben. Die Produkte sind neutral, also nicht mit dem DAV-Logo gebrandet, und werden im Folgenden vorgestellt.

 

Hinweisschild am Einstieg

Das Hinweisschild am Einstieg zeigt die im Rahmen der DAV-Normenmitarbeit entwickelten Erklärbilder ohne Text. Anhand dieser Bilder wird die korrekte Anwendung des Sicherungsautomaten, also das Einhängen, der Selbstcheck, die Bandeinzugsprüfung und das Klettern in der Linie erläutert. Für die gerätetypische Gewichtsangabe sind freie Felder vorgesehen, in die per Hand das zulässige Mindest- und Höchstgewicht eingetragen werden kann. Auch enthalten ist der Gefahrenhinweis auf die mögliche Kollision der sich ablassenden Person mit am Wandfuß stehenden Personen.

 

Diese Wandtafel besteht aus einer PVC-Hartschaumplatte im DIN A4 Format mit vorgesehener Lochung zur Montage mittels Holzschrauben. Vorgesehen ist die Montage direkt an der Kletterwand am Einstieg der Kletterroute. Der Blick sollte vor dem Einhängen des Karabiners darauf fallen können.

 

Hinweisplakat

In Ergänzung zur Wandtafel gibt das Plakat die Erklärbilder mit einem erläuternden Kurztext im größeren DIN A2 Format wieder.

 

BESTELLUNGEN

Hinweisschild (5,60 € brutto) und Hinweisplakat (4,30 € brutto) je zzgl. Versand können aufgrund der Rechnungsstellung an Unternehmen nur über das Bestellformular bestellt werden.

DAV-Sektionen bestellen die Schilder und Plakate bitte über den DAV-Sektions-Shop.

 

Unten am Seitenende steht auch das jeweilige PDF zum Download zur Verfügung, so dass Plakat und Tafel auch selbst ausgedruckt werden können.

 

 

Einstiegsbarriere

Als Einstiegsbarriere wurde ein großflächiges Trapezprofil mit den Maßen 1,5 m Höhe und 1,4 m Breite am Boden entworfen. Mit dieser Fläche werden möglichst alle Einstiegstritte der Routen abgedeckt, um ein Vorbeiklettern an der Route zu verhindern. Die Routensetzer*innen sollten ebenfalls darauf achten, die Einstiegstritte entsprechend zu platzieren.

 

Statt einem Tuch hat sich eine 1 cm dünne Matte als wertiger und stabiler erwiesen. Damit bleibt die Trapezmatte automatisch während des Kletterns sauber auf dem Boden liegen und kann nicht so leicht aus Versehen zusammengeschoben werden.

 

Auf der Vorderseite der Einstiegsbarriere weist ein Erklärbild auf den Selbstcheck "Korrekt Eingehängt?" hin. Hier ist auch eine Lasche für die Befestigung des Karabiners des Automaten angebracht. Auf der Rückseite, also wenn die Trapezmatte auf dem Boden liegt, ist das Piktogramm "Achtung Kollisionsgefahr!" als der Gefahrenhinweis zu sehen. Die ausgebreitete Matte und der auf der Rückseite angebrachte Gefahrenhinweis signalisieren Personen am Wandfuß anschaulich, sich nicht im Nahbereich der Trapezmatte aufzuhalten.

 

Die unten eingestellten Videos demonstrieren die Funktion und Ausführung der Einstiegsbarriere.

 

BESTELLUNGEN

Die Einstiegsbarriere wird von Bänfer produziert und kann nur über Bänfer bezogen werden. Die Kosten pro Einstiegsbarriere liegen bei ca. 200 EUR plus Versandkosten. Ansprechpartnerin für Rückfragen und Bestellungen ist Andrea Rothe, E-Mail an bouldern[Klammeraffe]baenfer[Punkt]de, Stichwort "Auto-Belay Segel".

 

Kurzvideo: So startet man am Sicherungsautomat

Wie im Video zu sehen, hängt der Karabiner an der Schlaufe der Trapezmatte. Zum Einhängen wird die Matte auf den Boden abgelegt und bleibt aufgrund der dickeren Ausführung formstabil am Boden liegen ohne dass man sie ordentlich ausbreiten muss.

 

Kurzvideo: Das ist nach dem Klettern mit Sicherungsautomaten zu tun

Nach dem Ablassen durch den Selbstsicherungsautomaten wird der Karabiner wieder an der dafür vorgesehenen Schlaufe eingehängt. Durch den Zug des Automaten bleibt die Trapezmatte aufrecht stehen und verdeckt dadurch die Einstiegstritte.

 

Download

Das jeweilige PDF für das Hinweisschild und das Plakat stehen inkl. Rand für den Versand an Druckereien (...RZ.pdf) oder zum selbst Ausdrucken (...OL.pdf) zum Download zur Verfügung. Ebenso gibt es die einzelnen Erklärbilder in verschiedenen Formaten hier: