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Alpine Unfallstatistik Sommer 2022

24.10.2022, 15:23 Uhr

Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) hat die von der Alpinpolizei/BMI erhobenen Alpinunfälle in Österreich für den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 9. Oktober 2022 ausgewertet. Die Zahl der Unfälle liegt zwar nach wie vor über dem Zehnjahresmittel, im Vergleich zum Jahr 2021 ist sie jedoch gesunken. Die Zahl der verunfallten Personen dagegen ist nur minimal zurückgegangen. Todesfälle gab es sowohl im Zehnjahresmittel als auch im Vergleich zu letztem Jahr weniger.

"Klimakrise verändert alpines Umfeld radikal"

Auch die Klimakrise trägt ihren Teil zum Unfallgeschehen in den Bergen bei, wie Peter PAAL, Präsident ÖKAS, bestätigt: "Die Klimakrise ist nun ein zentrales Thema für viele geworden. Der Bergsommer 2022 hat eindrücklich gezeigt, dass massive Veränderungen die Natur und den Menschen im alpinen Raum treffen. Der Eissturz an der Marmolada am 3. Juli 2022 war der dramatische Höhepunkt dieser Saison in den Alpen. Die Klimakrise verändert das alpine Umfeld radikal, z.B. schmelzen die Gletscher massiv ab, Niederschläge werden seltener aber in ihrem Ausmaß treten sie dann umso massiver auf. Entsprechend müssen sich Bergsportler und im alpinen Raum lebende Menschen anpassen. Prävention ist essentiell, auch durch Absicherung alpiner Lebensräume und Verkehrswege. Das ÖKAS wird in Zukunft die Klimakrise im alpinen Raum vermehrt thematisieren und Wege zum Gegensteuern aufzeigen."

 

Zahlen & Daten

Insgesamt verunfallten im Sommer 2022 in Österreichs Bergen 3850 Personen (Mittel 10 Jahre: 3350), davon 133 tödlich (Mittel 10 Jahre: 145 Tote) und 1320 Unverletzte (Mittel 10 Jahre: 1054). 

 

Wie üblich liegt das Wandern hinsichtlich der Unfallzahlen auf Platz 1. 1976 Personen verunfallten 2022, das sind zwar mehr als im Zehnjahresmittel, davon tödlich waren mit 68 aber sechs Fälle weniger. Hauptunfallursache der tödlichen Unfälle ist der interne Notfall mit 40 Prozent (29 Tote durch Herz-Kreislaufversagen), gefolgt von Sturz/Stolpern/Ausgleiten mit 31 Prozent und Absturz 18 Prozent. Bei den Verletzten hingegen ist Sturz/Stolpern/Ausgleiten mit 75 Prozent die Hauptunfallursache.

Beim Bergsport Mountainbiken wurden 2022 782 verunfallte Personen registriert – mit neun gab es zwei Todesfälle mehr als im Zehnjahresmittel. Die Ursache für die tödlichen Unfälle: Fünf Personen erlitten ein Herz-Kreislaufversagen, vier stürzten. Bei den Verletzten kommen ca. 87 Prozent durch Sturz beim Mountainbiken zu Schaden. Der Anteil der Unfälle mit E-Bikes liegt laut einer gemeinsamen Auswertung mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) bei etwa 11 Prozent (ÖKAS-Jahr: 1.11.2019 bis 31.10.2020). Vor einigen Jahren lag dieser Anteil im Zehnjahresmittel bei etwa 5 Prozent. Mehr Infos zur umfassenden MTB-Studie unter: alpinesicherheit.at/empfehlungen-zum-mountainbiken/

Beim Klettern (inkl. Klettersteig) wurden insgesamt 347 Verunfallte (Tote, Verletzte, Unverletzte) registriert; dabei entfallen etwa 59 Prozent auf Unverletzte. Insgesamt haben sich 12 tödliche Kletterunfälle in Österreich ereignet, davon wurden fünf Tote auf Klettersteigen aufgenommen. Absturz aufgrund unbekannter Ursachen, Ausbrechen eines Sicherungspunktes oder Griffs, Steinschlag, Sturz/Stolpern/Ausgleiten, Verirren/Versteigen, Wettersturz (Missachtung der Wettervorhersage sowie Zeitmanagement am Berg), menschliches Versagen in Kombination mit einem technischen Gebrechen oder Missgeschick (Fehler des Opfers) oder Fehlverhalten (Unwissenheit) führen zu Unfällen beim Klettern und am Klettersteig.

 

Weitere Infos zur Unfallstatistik gibt es auf alpinesicherheit.at

 

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