Ziel ist es, Bergsport und Naturschutz in Einklang zu bringen. Gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium hat der DAV vor 30 Jahren im Rahmen von „Skibergsteigen umweltfreundlich“ ent- und weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es rund 500 naturverträgliche Skitouren- und 250 Schneeschuhrouten erkennbar am „Natürlich auf Tour“-Siegel sowie 350 ausgewiesene Wald-Wild-Schongebiete.
Neu: Verlosung von Führerliteratur mit Gütesiegel
Wir prüfen Führerliteratur, die mit den Grundsätzen von Natürlich auf Tour übereinstimmen. (Auflagen: Routenauswahl naturverträglich, Schutzgebiete dargestellt, Infos zu öffentlicher Anreise, Kapitel über schützenswerte störungsempfindliche Tiere). Wir haben großzügigerweise von den Verlagen Rother und Panico einige Führer zur Verfügung gestellt bekommen, die an den Infoständen zur Ansicht ausstellen und verlost werden.
Neue Geltungszeiträume für Wald-Wild-Schongebiete
Die Kälte im Winter führt dazu, dass der Energiebedarf der Tiere steigt. "Vor allem die vom Aussterben bedrohten Raufußhühner geraten auch bei wenig Schnee in Überlebensnot, weil sie keine Schneehöhlen zum Schutz vorfinden", sagt Simon Eisele (Naturschutzexperte beim DAV). Jede Störung durch Wintersporttreibende sei deshalb ein Risiko, da die Tiere in Deckung bleiben, keine Nahrung zu sich nehmen oder sehr viel Energie bei der Flucht verlieren.
Aus diesem Grund haben die Wald-Wild-Schongebiete, die von Wintersportler*innen auf freiwilliger Basis gemieden werden sollen, seit 2024 einen festen Geltungszeitraum: vom 15. Dezember bis 30. April. In diesem Zeitraum sollen die besonders sensiblen Bereiche auch bei wenig Schnee gemieden werden.
„Natürlich auf Tour“ – auch beim Winterwandern
Zum 11. Mal findet der Aktionstag statt und erreicht jährlich rund 3000 Personen, die im Gelände unterwegs sind. Zwar wurde das Konzept „Natürlich auf Tour“ in erster Linie für Skitouren und Schneeschuhwanderungen entwickelt, zuletzt rücken aber auch die Winterwander*innen stärker in den Fokus. Insbesondere in schneearmen Perioden gewinnt das Winterwandern an Attraktivität. „Beim Winterwandern ist man zwar auf Wegen unterwegs und weniger in der Fläche als beispielsweise beim Skitourengehen. Trotzdem ist es wichtig, die Wald-Wild-Schongebiete zu meiden und sich umsichtig zu verhalten, denn die Tiere reagieren besonders empfindlich auf Störungen“, erklärt Simon Eisele. Drum findet der Aktionstag auch bei wenig Schnee statt.