Blick über eine Wiese mit blühendem Wollgras. Im Hintergrund die Nagelfluhkette im Allgäu.
Wir müssen gut schützen, was wir lieben. – Von den Bergen bis ans Meer. Europaweit. Foto: AdobeStock
Mehr als 1,2 Millionen Unterschriften

Stopp: Hände weg vom Naturschutz

Unter dem Vorwand der „Entbürokratisierung“ sollen EU-weit Regeln fallen, die seit Jahrzehnten unsere Natur schützen. Mehr als 1,2 Millionen Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift dagegen ausgesprochen. Der Deutsche Alpenverein hat die Petition gemeinsam mit einem breiten Bündnis europäischer Umwelt- und Naturschutzverbände unterstützt. Die Unterschriften werden am 23. Oktober in Brüssel an EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall übergeben.

Still und leise versucht die EU, zentrale Naturschutzgesetze auszuhöhlen. Der Vorwand: „Entbürokratisierung“. Das betrifft auch alle Gesetze, die derzeit Berge und Wälder, Moore und Seen, Flüsse und Küsten schützen. Kurz: die gesamte Tier- und Pflanzenwelt in Deutschland und europaweit.

Warum Schutzgesetze für die Natur wichtig sind

Die Natur in Europa gerät immer stärker unter Druck: Wälder gehen in Flammen auf, Flüsse versiegen, Arten verschwinden. Damit verlieren wir nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch sauberes Wasser, frische Luft und Schutz vor Dürren, Überflutungen und Hitzewellen. Und genau in dieser Situation sollen die entscheidenden Schutzgesetze geschwächt werden?

Noch ist nichts entschieden. Sorgen wir also gemeinsam dafür, dass nicht nur die Stimmen derjenigen Gehör finden, die von Naturzerstörung profitieren. Setzen wir ein Zeichen: „Naturschutz ist nicht verhandelbar!“

Die europäischen Schutzgesetze wurden über Jahrzehnte hart erkämpft. Jetzt gilt es zu verhindern, dass sie leise und ohne große öffentliche Aufmerksamkeit dauerhaft geschwächt werden. Denn ein Absenken der Umweltstandards hätte gravierende Folgen: Schadstoffe in Wasser, Boden und Luft können Krankheiten begünstigen und unsere Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen.

Besonders problematisch ist, dass viele dieser Entscheidungen auf EU-Ebene unter starkem Lobbydruck getroffen werden und die Öffentlichkeit kaum nachvollziehbar sind. Umso wichtiger den Entscheidungsträger*innen zu zeigen: Wir schauen hin und geben der Natur eine Stimme!

Hintergrund

Die EU-Kommission unterzieht die FFH-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie in diesem Jahr einem sogenannten Stresstest. Der Abschlussbericht soll bis Ende 2026 vorliegen. Beide Richtlinien sind die rechtliche Grundlage des Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Parallel will die Kommission Umweltprüfungen in Genehmigungsverfahren verkürzen. Dabei hat schon der Fitness-Check der Kommission von 2016 gezeigt: Die Richtlinien funktionieren. Das Problem ist ihre unzureichende Umsetzung. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur sind 81 Prozent der geschützten Lebensräume in einem ungünstigen Erhaltungszustand. 

Die Kampagne #HandsOffNature

Hinter dem europaweiten Bündnis stehen Organisationen wie WWF, BirdLife, Client Earth und das European Environmental Bureau (EEB). (Deutschsprachige) Infos und Hintergründe findest du beim WWF Deutschland, außerdem auf der englischen Kampagnenseite handsoffnature.eu.

Themen dieses Artikels