Gebietsbeschreibung
Das Elbsandsteingebirge ist das älteste außeralpine Klettergebiet der Welt und mit rund 2400 freistehenden Gipfeln und ca. 48000 Routen das größte Klettergebiet Europas. Südöstlich von Dresden, nahe der sächsisch-böhmischen Grenze, erstreckt sich entlang der Elbe eine malerische Landschaft mit zerklüfteten Tälern, schroffen Felsnadeln, Schluchten und Tafelbergen aus Sandstein. Hier entwickelte sich um 1850 das Freiklettern. Die Besteigung der Festung Königstein im Jahre 1848 durch den Schornsteinfeger Sebastian Abrazky oder die Ersteigung des Falkensteins durch Schandauer Turner im Jahr 1860 kann als Geburtsstunde gewählt werden. Das Bergsteigen in der Sächsischen Schweiz hat also eine sehr lange Tradition und ist deshalb seit 2024 immaterielles Kulturerbe. Daher und weil sich viele Gipfel im Nationalpark Sächsische Schweiz befinden, bedarf es besonderer Rücksicht auf die Natur und der Einhaltung der sächsischen Kletterregeln.
Die meisten Klettergipfel befinden sich rechts der Elbe in den Schrammsteinen, die die höchsten Sandsteintürme umfassen, den Affensteinen, in denen einige der schwersten Wege zu finden sind, im sonnigen Schmilkaer Gebiet, im abgelegenen Zschand, der mit einigen der am schwersten besteigbaren Gipfel aufwartet und dem Hinterhermsdorfer Gebiet. Der Brand, das Rathener und das Wehlener Gebiet liegen in der Nähe des touristisch beliebten Kurorts Rathen, der für die Felsenbühne, die Felsenburg und die Bastei bekannt ist. Links der Elbe liegt das Gebiet der Steine mit seinen markanten Tafelbergen, das Bielatal und das Erzgebirgsgrenzgebiet. Hier findet man einen - im Gegensatz zum übrigen Elbsandsteingebirge - härteren, etwas scharfkantigeren Sandstein mit einer ausgeprägten Schichtung vor.
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Kletterregelung
Im Elbsandsteingebirge gelten die Sächsischen Kletterregeln zur Wahrung von Natur, Gestein und Kletterethik. Aufgrund des sehr weichen Sandsteins dürfen keine Klemmkeile, Friends oder ähnliche Sicherungsmittel verwendet werden. Zur Absicherung nur die vorhandenen Ringe und (Knoten-) Schlingen verwenden! Ebenfalls nicht erlaubt sind Magnesia, POF oder ähnliche unter Kletterern beliebte Stoffe. Um das Gestein nicht zu beschädigen, darf an nassem Felsen nicht geklettert werden und auch das Klettern im Toprope muss auf ein Minimum beschränkt bleiben. Die vollständige Fassung der Sächsischen Kletterregeln findest Du hier.
Eine aktuelle Liste der gesperrten Gipfel findest du hier: https://www.alpenverein-sachsen.de/Naturschutz/Gipfelsperrungen_Saechsische_Schweiz
Auf deutscher Seite, in der Sächsischen Schweiz werden rund 1100 der freistehenden Gipfel auf über 25000 Routen beklettert, das Klettern an Massivwänden ist in der Säschsischen Schweiz tabu. Der größte Teil der Gipfel befindet sich im Nationalpark Sächsische Schweiz. Für diese Gipfel wurde eine Bergsportkonzeption erarbeitet, die sowohl die Belange des Naturschutzes als auch des Bergsports berücksichtigt. Bitte beachtet die aktuellen Sperrungen und die Erstbegehungseinschränkungen.
Auf Tschechischer Seite, gibt es an rund 1200 Gipfeln und rund 1800 Massiven über 23500 Routen. Die Tschechischen Kletterregeln basieren auf dem sächsischen Vorbild, haben sich aber eigenständig weiterentwickelt und unterscheiden sich heute in manchen Punkten deutlich: so ist z.B. Schwebesicherung in der Böhmischen Schweiz verboten, aber Massivkletterei erlaubt.
Weitere Informationen beim NP Böhmische Schweiz oder beim Tscheschichen Kletterverband. Bitte beachtet die Verhaltenshinweise zum Klettern in Tschechien.
Kletterführer
Der Elbsandsteinführer - Die großen Elbsandstein-Klassiker
Bernd Arnold, Panico Verlag, 2017, 4. Auflage
Kletterführer mit dem Gütesiegel "naturverträglich Klettern"
"Sächsische Schweiz" (6 Bände), Dietmar Heinicke
Band 1: Schmilka, Schrammsteine (2002)
Band 2: Bielatal, Erzgebirgsgrenzgebiet (2000)
Band 3: Gebiet der Steine (2001)
Band 4: Großer Zschand, Wildensteine, Hinterhermsdorf (2001)
Band 5: Affensteine, Kleiner Zschand (2002)
Band 6: Rathen, Wehlen, Brandgebiet (2003)
"Sächsische Schweiz kompakt" (2 Bände), Robert Hahn
Band 1: Rechtselbige Gebiete, Schmilka, Schrammsteine, Kleiner & Großer Zschand, Affensteine, Wildensteiner Gebiet (1999)
Band 2: Wehlener Gebiet, Rathener Gebiet, Brandgebiet, Bielatal, Erzgebirgsgrenzgebiet (2002) Sandstein vor.
Elbsandstein Plaisir - Kletterführer Sächsische Schweiz