Der Großvater von Eberhard „Erbse“ Köpf war in der Wandervogel-Bewegung zu Hause, eine handliche Gitarre gehörte da zur Standardausrüstung. Ob er sie nach dem isländischen Fluss „Blanda“ benannt hat oder ob es einen anderen Ursprung gab, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären. Auf jeden Fall prangt dieser Name auf der seitlichen Zarge, dazu ein romantisches Gedicht:
Blanda du singe
Blanda du klinge
In Freude und Leid!
Banne die Schmerzen,
Erhebe die Herzen,
Schaff Friede und Freud.
Doch Blanda war ein anderes Schicksal beschieden: In einem Wutanfall wurde sie vom Großvater auf dem Haupt von Eberhards Onkel zertrümmert und stand als Wrack jahrzehntelang in dessen Wohnung herum, bevor Erbse sie dort entdeckte und sofort wusste: Das ist meine. Er reparierte das Instrument liebevoll und es wurde sein ständiger Begleiter. Und da liegt Blanda nun auf seinem Schoß, während wir an einem idyllischen kleinen Tümpel hinter Erbses Haus sitzen und über die seltsamen Wendungen plaudern, die das Leben manchmal so zu nehmen pflegt. Und von denen, das stellte sich bald heraus, sollte es im Leben des Eberhard Köpf eine ganze Menge geben. Ein kleiner grüner Frosch hört uns aufmerksam zu und nimmt auch nicht Reißaus, als Erbse die Saiten seiner Blanda schlägt. „Die alte Gitarre war ganz hilfreich, damit man mich bei meinen Bühnenprogrammen nicht mit Profi-Gitarristen verglich“, sagt Erbse. „Man denkt sich bei dem etwas scheppernden Sound: Aha, das muss wohl so klingen.“ Er grinst schelmisch.
Widerwillig quälte sich der kleine Eberhard durch ungezählte Übe- und Geigenstunden, bis sein Geigenlehrer ihn rauswarf.
Die Gitarre war freilich nicht das, was die bildungsbürgerlichen Eltern ursprünglich für ihren Sohn vorgesehen hatten. Die Violine musste es schon sein. Sie waren der festen Überzeugung, dass ihn das glücklich machen würde. Widerwillig quälte sich der kleine Eberhard durch ungezählte Übe- und Geigenstunden, bis sein Geigenlehrer Herr Adam ihn rauswarf, weil er sich nicht mehr, so seine Wortwahl, „an ihn verschwenden“ wolle. Heimlich war Erbse aber schon seit Teenie-Zeiten zu seinen Kumpels ausgebüxt, wo eifrig und ausdauernd die Heavy-Metal-Klampfe geschlagen wurde, die er zur Konfirmation bekommen hatte. Die Schülerband hieß „Trash“ und machte ziemlichen Lärm. Die Geige verschwand irgendwann endgültig im Kasten, die Gitarre wurde sein Instrument. Und das, obwohl die Eltern ihm unmissverständlich klarmachten, wie minderwertig und anspruchslos diese Art von Musik in ihren Ohren war. Aber seine Herzensstimme hatte ihm dazu geraten, er sollte ihr auch im weiteren Verlauf seines Lebens immer wieder folgen und dies nie bereuen.
„… zu was anderem taugt er nicht“
Die Idylle am Ingelheimerhof im Kraichgau scheint nahezu perfekt. Pferde grasen gelassen auf einer Weide am Hügel gegenüber, ab und zu meckert die Ziege von nebenan, eine Katze huscht vorbei, Bienen summen durch die blühenden Obstbäume. Und auch Erbse ist hier offenbar genau richtig. Der Wunsch, sich an einem Fleck fest zu verwurzeln, entsprang den häufigen Ortswechseln, die er in seiner Jugend vollziehen musste.
In der Schule galt er als Außenseiter, weil er gefühlvolle Geschichten schrieb, was von den pubertierenden Mitschülern für uncool gehalten wurde.
Vater Köpf war Forstwirt und seine berufliche Karriere zwang die Familie immer wieder zu Umzügen. Freiburg, Göttingen, Rom, Obersulm und schließlich Baiersbronn im Schwarzwald, wo der Vater eine Zeit lang Bürgermeister war. Doch Erbse fühlte sich dort alles andere als wohl. In der Schule galt er als Außenseiter, weil er gefühlvolle Geschichten schrieb, was aber offenbar von den pubertierenden Mitschülern für uncool gehalten wurde. Es gab immer großes Gelächter, wenn er sie vorlas. Im Sportunterricht wurde das schmächtige Bübchen stets als Letzter in die Mannschaft gewählt. „Erbse stellen wir ins Tor, zu was anderem taugt er nicht“, bekam er immer wieder zu hören. Auch beim Handball reüssierte er nicht, es stellte sich bald heraus, dass er kein Teamsportler war. Ein Ausflug zum Triathlon war da schon erfolgreicher, sein starker Ehrgeiz ließ ihn wie ein Irrer und damit zu viel und falsch trainieren, was ihn blockierte. Nein, auch das war es nicht, die Suche ging weiter.
Die künstlerische Begabung hingegen war schon in dem Kind zu erkennen. Wenn er in der Schule heimlich zeichnete – was er sehr oft tat –, kassierte sein Lehrer das meistens sofort ein und behielt es, weil es ihm gefiel. Sogar sein Pult durfte er verzieren, der Hausmeister, der ihn dabei erwischte, schalt ihn nicht, sondern hatte offenbar Spaß an seinen Arbeiten. Erste Comic-Werke entstanden, mit 13 etwa das ziemlich blutrünstige Western-Abenteuer „Billy-Boy“. Erbse hat es bis heute aufbewahrt und zeigt es mir nicht ohne Stolz. Schon in der dritten Klasse in Obersulm war er übrigens zu seinem Künstlernamen gekommen. Eigentlich heißt er Hans-Eberhard, aber nur seine Eltern haben ihn je so genannt. Die Klassenkumpels verkürzten ihn zunächst zu „Ebi“, später zu „Ebbe“, daraus wurde „Ebbse“. So war es nur ein kleiner Schritt zu „Erbse“ und auch eine Steilvorlage für seinen Künstlernamen. Jedermann nennt ihn so, aber jetzt, mit 55, hört er auch wieder auf Eberhard. Irgendwann warf ihm das Schicksal dann das Klettern in den Schoß. Er war immer schon fasziniert, wenn er in Magazinen oder Büchern Bilder von Kletterern sah, wenngleich er zunächst keinen Gedanken daran verschwendete, es auch einmal zu versuchen. Schließlich war er unsportlich, das hatten ihn die Erfahrungen im Sportunterricht mehr als deutlich gelehrt. Dann, als 19-Jähriger, brach er zu einem Wandertrip mit einem Kumpel nach Südfrankreich auf. Sie stiegen in das Aiguebrun- Tal nahe Buoux hinab, und plötzlich blieb Erbse wie angewurzelt stehen. Da: ein Kletterer mit freiem Oberkörper und engen bunten Leggins, der minutenlang mitten in der glatten Felswand stand, ohne sich zu rühren, bevor er plötzlich lautlos hinunterstürzte. Meine Güte, war das abgefahren! Sofort stand fest: Das musste er auch machen! Wieder daheim verabredete er sich mit dem Bruder einer Klassenkameradin, der mit ihm zum Klettern ging. Und er spürte: Endlich, das ist mein Ding!
Der Kletterer, die coole Sau
Nach dem Abitur absolvierte er seinen Zivildienst auf der Schwäbischen Alb. Er hatte eine MS-kranke Frau zu betreuen, die auf den Rollstuhl angewiesen war. Er fuhr mit ihr zum nahen Traifelberg, schob sie bis an die Albtraufkante, stellte die Bremse fest, befestigte sein Seil am Umlenker, warf es die Felswand hinunter und kletterte am Jümar gesichert, bis er nicht mehr konnte. Den ganzen Sommer über ging das so. Er musste immer eine Woche arbeiten, um danach eine Woche frei zu haben – zum Klettern, versteht sich. Schon gleich war er im oberen sechsten Grad unterwegs und konnte es kaum glauben, als ihm dies ein Blick in den Kletterführer bestätigte. Er trainierte hart und konsequent, und der Weg zum ersten Zehner dauerte keine sieben Jahre. Die Felsen des Donautals wurden das Ziel seiner Träume. Inzwischen studierte er Germanistik und Sport in Konstanz und nutzte jede freie Minute, um an die Felsen auszubüxen. Das Klettern passte zu seiner Physis, und die rasche Leistungssteigerung stärkte sein Selbstbewusstsein enorm. Und zwar in einem Feld, das traditionell sehr männlich besetzt ist. Als Kletterer war man einfach eine coole Sau, dieser Nimbus war Balsam für die Seele des schöngeistigen Bübchens.
Die Möglichkeit, seine beiden großen Leidenschaften, das Klettern und das Zeichnen, zu verknüpfen, begeisterte ihn sofort. Dabei hatte er keineswegs kommerzielle Hintergedanken.
Den Beginn seiner Karriere als Comic-Zeichner hat er ebenfalls dem Klettersport zu verdanken. Bei einem Trip ins südfranzösische Claret im Jahr 1994 saß er eines Abends in der „Bar du Sport“. Dort standen drei Leitzordner mit Gebietsinfos im Regal – und da waren Cartoons drin. Er sah’s, und ihn erwischte es zum zweiten Mal, nach dem halbbekleideten Kletterer in Buoux. Die Möglichkeit, seine beiden großen Leidenschaften, das Klettern und das Zeichnen, zu verknüpfen, diese beiden Dinge zusammenzubringen, die er wirklich gut konnte, begeisterte ihn sofort. Dabei hatte er keineswegs kommerzielle Hintergedanken, er wollte einfach nur zeichnen. Sofort sprudelten die Ideen, die auch Niederschlag im ersten Comicband „Sauber on sight“ fanden, erschienen im Panico Alpinverlag. In der Rückschau bezeichnet er diese Anfangsjahre mit ihrer völligen Freiheit als die beste Zeit seiner Zeichnerkarriere. Je professioneller er wurde, das muss er sich heute eingestehen, desto zäher wurde das Schaffen. Auf die Frage nach seinen Vorbildern kommt die Antwort sofort: Wilhelm Busch sei für ihn als Zeichner sehr wichtig gewesen, Georg Kreisler habe ihn mit seinen satirisch-ironischen Texten schon immer fasziniert, später sei dann Bodo Wartke eine schöne Inspiration gewesen.
Sofort ist Blanda wieder zur Hand und wir hören Wartkes „Claudia“. Nach dem Studium stand eigentlich das Lehramts- Referendariat an, doch Erbse schlug einen anderen Weg ein: Er arbeitete als freiberuflicher Outdoortrainer und Cartoonist, obwohl sein Vater ihm von „dieser brotlosen Kunst“ abriet. So brotlos war sie zum Glück nicht, wie sich bald herausstellen sollte. Das Magazin klettern war auf ihn aufmerksam geworden und versorgte ihn fortan mit Zeichenaufträgen. Es wurde seine erste Plattform, die regelmäßige Einnahmen generierte. Bei Panico erschienen weitere Comic-Bände, insgesamt wurden es sechs, die sich allesamt gut verkauften.
Tablet und Boulderwand
Hatte er bislang beim Zeichnen seinen Ideen und Intuitionen folgen können, änderte sich das 2001 mit der regelmäßigen Arbeit für das DAV Panorama grundlegend – es war der endgültige Schritt in die Professionalität. Plötzlich musste themengebunden, regelmäßig und pünktlich geliefert werden. Das war jedes Mal stressig, hat aber 20 Jahre lang immer geklappt. Doch der Spagat zwischen der Zeichnerei und seiner Tätigkeit als Outdoortrainer wurde irgendwann zu breit, 2003 schlitterte er in eine echte Krise, es war zu viel Druck auf dem Kessel, Erbse war nicht mehr arbeitsfähig. Zugleich kündigte sich die nächste Wende in seinem Leben an: Er heiratete seine Freundin Tanja, sie zogen zum Ingelheimerhof und bekamen Nachwuchs, Peter, das erste von drei Kindern. Tanja hatte Heilerziehungspflegerin gelernt und hätte Karriere machen können, entschied sich aber für die Familie. Sie nahm sich insgesamt 14 Jahre Auszeit, bevor sie 2017 wieder in den Beruf zurückkehrte. Erbse hingegen beendete seine Trainerarbeit, verlegte sich komplett aufs Zeichnen und tourte durch die deutschsprachige Kletterhallenlandschaft. Das Live-Act-Zeichnen wurde zu einer neuen Einnahmequelle: Die Hallenbesucher wurden von ihm karikiert, er bemalte T-Shirts und Helme, nebenbei entstanden weitere Comic-Alben. Während ich gedankenverloren in einem von ihnen blättere, schlägt Erbse eine kleine Wanderung durch den nahen Wald vor. Anton, das jüngste von drei Kindern, begleitet uns. Er ist 14 Jahre alt, ein sympathischer Junge, der bei einer Hausgeburt auf dem Hof mit Down-Syndrom zur Welt kam. „Der kleine Mann ist ein toller Erfahrungsraum für mich“, sagt Erbse, während wir durch den Frühlingswald schlendern. „Das hat der Herrgott gut gemeint, als er mir den kleinen Mann zur Seite gestellt hat. Er ist anders, aber gesund, voll pulsierendem Leben. Er wird allerdings nie selbstständig leben können. Hat halt ein anderes Label. Aber sonst ist alles gut.“
Nach der Rückkehr auf den Hof besichtigen wir Erbses kleines Refugium, das er sich im Scheunengebäude hergerichtet hat: eine schicke Boulderwand, ein großes Regal voller Bücher, ein geräumiges Arbeitszimmer, aus dessen Fenster der Blick auf die Wiesenhügel fällt. Auf dem Schreibtisch findet sich ein großes Zeichen-Tablet, auf dem die Comics entstehen, in einer Nische gegenüber ein Hochbett. Ein toller Rückzugsort, den er nutzt, um in Ruhe arbeiten und sich entspannen zu können. Ein paar Gitarren hängen nebeneinander an der Wand.
Erbse versteht sich weitestgehend noch als „Handwerker“ und beherrscht das Analoge nach wie vor.
Erbse begibt sich an seinen Arbeitsplatz und zeigt mir, wie seine Comics entstehen. Er versteht sich weitestgehend noch als „Handwerker“ und beherrscht das Analoge nach wie vor. Meist wird eine eingescannte Bleistiftskizze aufs Tablet geladen, darauf in Ebenen übermalt und am Ende die Zeichnung koloriert. „Zeichnen war für mich schon immer etwas sehr Physisches: Wenn ich eine Mimik zeichne, dann habe ich plötzlich den gleichen Ausdruck im Gesicht – da kann ich nichts machen …“ Währenddessen ist Anton zurück in den Boulderraum gegangen, er will klettern. Erbse hilft ihm in den Sitzgurt, er bekommt Kletterschuhe an, wird angeseilt und legt los. Es gibt offenbar ein festes Programm, das er abspult. Er steigt konzentriert und ruhig bis ganz hinauf unter das Dach und hängt sich dort an zwei Henkel. Ich fotografiere ihn dabei und es scheint ihm zu gefallen. Mehrere Male zeigt er uns, wie gut er das kann. Zum Ritual gehört auch, dass nach dem Klettern ein Klettervideo geschaut wird. Wir gucken Erbses Streifen „Einmal unsterblich“, der auch Bestandteil seines zweiten Bühnenprogramms war.
Keine Angst mehr vor der Angst
Auf Anregung von Alex Huber hatte er sich bereits 2007 an seine erste Show „Wieso ausgerechnet Klettern?“ gewagt. 2011 folgte das zweite Programm „Einmal unsterblich“. Von Comics untermalte satirische Ausflüge in die Höhen und Niederungen des Klettersports wurden von scharfzüngigen Liedern begleitet. Einige von ihnen, wie zum Beispiel das Grigri-Lied („Weine nicht, wenn Kollege fällt, damdam …“) wurden echte Ohrwürmer. Er war in der Kletter-Vortrags-Szene außer Konkurrenz, alle hatten Bock auf ihn, er empfand das als ein großes Geschenk. Vor allem in das zweite Programm musste er allerdings auch sehr viel Arbeit und Ressourcen investieren, und die Höhe der Honorare mit den Veranstaltern auszuhandeln war dabei eine ständige Herausforderung.
Nach und nach wurde ihm bewusst, dass die Jugend heute medial komplett anders unterwegs ist, als er es war. Wenn er auf der Bühne mit einer Gitarre um den Hals von seiner Sturm-und-Drang-Zeit erzählte, war er der blanke Anachronismus.
Als das Programm stand, dachte er: Jetzt hast du Thermik unter den Flügeln, jetzt kriegt es eine Eigendynamik. Die Kletterwelt wächst so rasant, wenn die dein Publikum bleibt, hast du ausgesorgt. Dem war aber nicht so. Es wurde zusehends schwieriger, Termine zu akquirieren, die Shows waren zum Teil schlecht besucht, sodass er fast Skrupel hatte, den Veranstaltern das vereinbarte Honorar in Rechnung zu stellen. 2016 engagierte er eine festangestellte Assistentin, die für ihn Showtermine vereinbaren und seinen Social-Media- Auftritt betreuen sollte. Doch bald musste er sich eingestehen, dass auch das nicht funktionierte – eine bittere Erfahrung. Nach und nach wurde ihm zudem bewusst, dass die Jugend heute medial komplett anders unterwegs ist, als er es war. Wenn er auf der Bühne mit einer Gitarre um den Hals von seiner Sturm-und-Drang-Zeit erzählte, war er der blanke Anachronismus. Nach zehn Jahren und 250 Veranstaltungen beendete Corona das Bühnendasein endgültig, was er aber letztendlich als Befreiung empfand.
Auch die Arbeit als Karikaturist und Comiczeichner ist nicht mehr so unbeschwert wie zu Beginn. Vieles von dem, was er in den Anfängen gezeichnet hat, fände heute keinen Abnehmer mehr, würde mit Kopfschütteln quittiert oder fiele gar durch das immer engmaschigere Netz der politischen Korrektheit. In letzter Zeit gab es nicht nur einmal Versuche der Einflussnahme seitens seiner Auftraggeber. Erbse hegt dabei große Bedenken: Es seien schlechte Zeiten für Karikaturisten, die eigentlich von Typisierungen und Überzeichnungen lebten und ohne diese Stilmittel nicht arbeiten könnten. „Die Welt verkrampft und alle verschwinden in den Schützengräben, um ja nicht irgendetwas Unangemessenes von sich zu geben. Natürlich müssen wir wach und sensibel sein, aber unsere Wokeness wird mehr und mehr zur moralischen Instanz und vertreibt jeden Humor und alles Spielerische. Das ist nicht gut.“ Und die Zukunft? Erbse ist sich bewusst, dass es nach 20 Jahren vielleicht nicht mehr ewig mit der Arbeit für das DAV Panorama weitergeht. Wenn dann ein Einnahmestrang wegbräche, gäbe es immer noch genügend zeichnerische Privataufträge, die ein gutes Zubrot zum Familieneinkommen lieferten. Und selbst wenn nicht: „Ich habe keine Angst mehr vor der Angst. Die Erfahrung lehrt: Da kommt noch was! Mensch, überleg doch mal: Wir hocken auf einem Feuerball mit einer grün bestäubten Kruste und heizen mit aberwitziger Geschwindigkeit durch die Unendlichkeit. Dafür läuft’s doch brutal geil!“ Sagt’s, schnappt sich seine Blanda und schmettert den „Summer of 69“ in den Abendhimmel. Was der Frosch zum Anlass nimmt, nun doch in den Tümpel zu springen.
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