Am Mittwoch an der Scheinbergspitze.
Trotz der starken Regenfälle sind noch Skitouren in den Bayerischen Alpen möglich. Foto: DAV/Pröttel
So wird´s am Wochenende

Bergbericht 27.2. bis 1.3.2026

Nach umfangreichen Neuschnee hat es seit Samstag bis in hohe Lagen geregnet. Das macht die Tourenplanung vor allem für Skitouren nicht leicht. Das Wochenendwetter wird dem meteorologischen Frühlingsanfang wiederum gerecht.

Tourenverhältnisse

Die tiefer gelegenen Deutschen Mittelgebirge sind abgesehen von Kunstschneebändern regenbedingt weitgehend schneefrei. In den Hochlagen von Bayerischem Wald oder Schwarzwald muss man aber noch mit größeren zusammenhängenden Schneeflächen rechnen.

Auch in den Nordalpen hat es bis weit hinauf geregnet. Die Schneefallgrenze stieg am Dienstag im Westen auf etwa 1900 m, vom Zillertal ostwärts bis 1300 m an.
Dementsprechend hat sich die Schneelage gerade am Alpenrand wieder sehr verschlechtert. So sind südseitige Wiesenhänge wie beim Mittleren Hörnle (Ammergebirge) wieder komplett schneefrei.
Andererseits sind dennoch Skitouren möglich. So war gestern die Forststraße zur Scheinbergspitze (Ammergebirge) zwar geräumt, doch ab der Abzweigung davon (auf knapp 1200 m) lag auf dem anschließenden Waldweg und in den Waldschneisen noch erstaunlich viel Schnee. Dieser wies oberhalb von ca. 1600 m vormittags noch einen tragenden Harschdeckel auf. Darunter folgte Bruchharsch und durchfeuchteter, aber fahrbarer Schnee.

In den Österreichischen und Schweizer Alpen fiel in Lagen über 2000 m in den letzten zwei Wochen sehr viel Schnee. In der Schweiz waren das z.B. nördlich einer Linie Rhone-Rhein und im westlichsten Unterwallis zwei bis dreieinhalb Meter Schnee! Von daher sind Felsblockgelände und Gletscher mittlerweile fast der Jahreszeit entsprechend zugeschneit – was bis jetzt nur rund um das Aostatal oder in den Seealpen der Fall war.

Lawinenverhältnisse

Im gesamten deutschsprachigen Alpenraum herrschte am Donnerstag mit Stufe 3 eine erhebliche Lawinengefahr. Bis zu den Mittagsstunden war vor allem das seit Wochen bestehende Altschneeproblem Thema. An West-, Nord- und Osthängen sind weiter ausgeprägte Schwachschichten vorhanden. Vorsicht vor allem im selten befahrenen Gelände sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee, wie z.B. bei der Einfahrt in Rinnen und Mulden. Ab Mittag kam mit der tageszeitlichen Erwärmung das Problem von Nassschneelawinen hinzu. Dies vor allem an steilen Sonnenhängen und an Felswandfüßen.

In den kommenden Tagen ist vor allem an steilen Schattenhänge nach wie vor Vorsicht vor Triebschnee und schwachem Altschnee geboten. Zudem steigt die Gefahr von nassen Lawinen auch am Wochenende im Tagesverlauf an.

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge verlaufen Freitag und Sonntag recht freundlich. Am Samstag kann es hingegen regnen. Die Maximaltemperaturen sinken am Kahlen Asten (841 m) von 12°C am Freitag auf 7°C am Sonntag.
Im Harz und im Thüringer Wald wird das Wochenendwetter ähnlich. Am windigen Brocken (1142 m) sinken die Höchstwerte von 9°C am Freitag auf 4°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge wird das ganze Wochenende eher freundlich. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) pendeln die Höchstwerte um 10°C.
Im Bayerischen Wald scheint freitags und samstags die Sonne. Der Sonntag wird bewölkter aber trocken. Die Höchsttemperaturen sinken am Großen Arber (1456 m) von 9°C auf 4°C.
Im Schwarzwald ist die Abfolge ähnlich. Am Feldberg (1493 m) sinken die Höchsttemperaturen von 10°C auf 4°C.
Alpen: Am Freitag herrscht in den Ostalpen sonniges und sehr mildes Hochdruckwetter mit wenig Wind. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 2500 m und 2900 m.
Am Samstag scheint trotz abnehmendem Hochdruckeinfluss noch verbreitet die Sonne, es zeigen sich wahrscheinlich hohe Schleierwolken und die Temperatur geht nur wenig zurück.
Der Sonntag bringt in den Nordalpen deutlich mehr Bewölkung. Unergiebige Schauer sind nicht ausgeschlossen, es kühlt leicht ab. Auch in den westlichen Zentralalpen von der Ostschweiz bis in den Tiroler Raum wird es im Tagesverlauf stärker bewölkt. An der Alpensüdseite und in der Osthälfte der Ostalpen tendenziell sonniger. Die Nullgradgrenze liegt dann zwischen 1900 m und 2500 m.
In den Westalpen wird der Samstag deutlich bewölkter und es kommt hier auch zu Niederschlägen. Ausgenommen davon sind wahrscheinlich die östlichen Teile, wie z.B. Graubünden.

Fazit

Über das Wetter kann man sich in den Mittelgebirgen nicht beschweren. Während in tieferen Regionen reine Wanderausrüstung ausreicht, sollte man für Gipfeltouren im Bayerischen Wald oder Schwarzwald eher Winterbergstiefel und Gamaschen mitnehmen. Überall macht die Mitnahme von Teleskopstöcken Sinn. Vereiste Passagen sind eher nicht zu erwarten.

Auch in den Alpen wird das Wochenendwetter mehrheitlich freundlich. In den Bayerischen Voralpen kann man südseitige Touren bis etwa 1300 m meist schneefrei begehen. Wegen Altschnee in Waldpassagen sollte man aber auch hier feste Winterbergstiefel und Teleskopstöcke dabei haben.

Wer Skitouren unternehmen möchte, muss hochgelegene, nordseitige Ausgangspunkte anvisieren. Gut ist es dabei, wenn die Tour bis auf ca. 1500 m auf Forststraßen oder Waldschneisen verläuft, wo vor dem Tauwetter mehr Schnee vorhanden war.
Oberhalb der Waldgrenze muss man einerseits das Altschneeproblem gut im Blick haben, andererseits muss man möglichst früh starten. Wegen der Gefahr von Nassschneelawinen sollten Skitouren idealerweise bereits gegen Mittag beendet sein. Andererseits kann man bei richtigem Timing in den kommenden Tagen nach klaren Nächten mit gutem Firn rechnen.

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

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