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Öffis clever nutzen

18.07.2021, 12:10 Uhr

Das Netz von Bussen und Bahnen aus dem süddeutschen Raum in die Alpen hinein ist dichter gewoben als man denken mag. Es lädt ein zur klimabewussten Anfahrt mit gutem Emissionsgewissen – und besonders auch zu ausgetüftelten Überschreitungen und Durchquerungen. Michael Vitzthum aus München erreicht seit gut zehn Jahren seine Bergziele praktisch ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und hat die Verbindungen in akribischer Arbeit zu einer Art Netzplan zusammengestellt. Hier gibt er noch Tipps aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz.

Tipps & Tricks

  • Mehrere Apps vergleichen bei der Verbindungsabfrage. Teilweise werden unterschiedliche Routenvorschläge angezeigt. Nicht jede kleine Haltestelle ist in jeder App hinterlegt.
  • Für die schnelle Buchung von Online-Tickets jeweils einen Account für die App anlegen.
  • Fahrpreise vergleichen: Bei grenzüberschreitenden Touren kann es teilweise günstiger sein, für jedes Land getrennt die Tickets zu kaufen. Bei längeren internationalen Fernverbindungen Ticketangebote der Anbieter vergleichen (DB, ÖBB, Trainline).
  • Vor der Abfahrt nochmal die gewählte Verbindung auf Störungen überprüfen.
  • Ausreichend Zeitpuffer bei Umsteigeverbindungen einbauen, falls möglich. Erste und letzte Tagesverbindung checken. Bei Überschreitungen ergeben sich manchmal auch bessere Fahrmöglichkeiten, wenn man die Richtung der Tour einfach mal umdreht.
  • Gepäck optimieren und nur das Material mitnehmen, was man unbedingt braucht, ein leichter Rucksack macht die Tour auch wesentlich entspannter. Bei Touren mit gleichem Start- und Endpunkt Möglichkeiten der Gepäckaufbewahrung vor Ort checken.
  • Bei längeren Wartezeiten oder Verspätungen cool bleiben und die Zeit kreativ nützen, etwa für Einkehr oder Einkauf.
 

Die Karte ist Ergebnis zahlreicher Touren und vieler Stunden, die Michael Vitzthum vor dem Computer verbracht hat. Wer Interesse hat, die Karte (zum Beispiel für die Sektionsarbeit) zu verwenden, kann eine Mail an panorama@alpenverein.de schreiben, wir stellen dann den Kontakt her. (Klicken zum Vergrößern)

 

Apps zum Abfahren

Touren mit Öffis brauchen mehr Planung, aber mit den richtigen Apps ist es ein Kinderspiel. Diese helfen dabei:

 

DB Navigator

Bahn- und Busverbindungen mit Schwerpunkt Deutschland und international, Buchung von Online-Tickets (Bahn, Fahrrad Fernverkehr national)

 

München Navigator

Bahn- und Busverbindungen mit Schwerpunkt München, Buchung von regionalen Online-Tickets und Fahrradtageskarten (MVV & Bayern)

 

Trainline

Bahn- und Busverbindungen international, Buchung von Online-Tickets

 

Bayern Fahrplan

Bahn- und Busverbindungen mit Schwerpunkt Bayern, Download von Netzplänen

 

ÖBB

Bahn- und Busverbindungen mit Schwerpunkt Österreich und international, Buchung von Online-Tickets (Bahn, Bus, Fahrradkarten national & international)

 

VVT Smart Ride

Bahn- und Busverbindungen mit Schwerpunkt Tirol, sehr detaillierte Kartenansicht mit allen Haltestellen

 

alpenvereinaktiv

Tourenplanung im gesamten Alpenraum

 

„Das Bild im Kopf ist negativer als die Wirklichkeit“

Interview mit Michael Vitzthum

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Michael ist Skitourengeher und ein Exot. Denn zu den Ausgangspunkten seiner Touren fährt er öffentlich. Ein Gespräch über Kameradschaft, die Ambivalenz vieler Bergsportler und Après-Ski-Hits. Michael, du gehst seit 20 Jahren auf Skitour, seit zehn Jahren nur noch öffentlich. Hat sich in dieser Zeit etwas geändert ins Sachen Wintersport und öffentlicher Mobilität? Michael: Ja und nein. Einerseits sind viele Skitouren-Regionen mit Bus und Bahn besser erschlossen, als noch vor einigen Jahren oder gar Jahrzehnten. Andererseits fahren sie viel zu oft leer durch die Gegend. Sprich: das Angebot wäre da, es hapert an der Nachfrage.   Ist das denn so? Sind nicht die Bahnen gerade aus den Städten heraus oft unangenehm voll? Im Sommer schon. Zum Wandern und Bergsteigen öffentlich zu fahren, ist nicht mehr unüblich. Aber im Winter haben meine Leute und ich oft den ganzen Bus für uns allein. Andere Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer sehen wir nur ab und zu. 

Skitouren mit Bus und Bahn – und es geht doch!

#bergsportisnomotorsport!

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Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berge zu fahren ist umständlich und unkomfortabel? Von wegen. Michael Vitzthum geht seit 20 Jahren Skitouren und organisiert seine Ausflüge seit zehn Jahren ohne Auto. Hier erklärt er, warum Bus, Bahn und Berg perfekt zusammenpassen. Wenn Michael am Startpunkt seiner Skitour ankommt, ist der Parkplatz meistens schon komplett voll. Aber das ist ihm egal, denn er ist ohne Auto angereist. Während andere jetzt beginnen würden zu fluchen und sich weiter auf die Suche nach einem Stellplatz machen, schnallt sich der Münchner die Tourenski an und geht los.   Statt sich mit dem Auto in den Stau zu stellen, fährt der 48-Jährige öffentlich. Zuerst von München mit dem Zug, dann weiter mit dem Bus. Häufig haben er oder die Gruppe, mit der er unterwegs ist, den Bus für sich allein. „Oft schimpfen Bergsportler, dass es zu wenig Angebote gibt. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn die Leute solche Möglichkeiten nicht nutzen, werden die Linien wieder eingestellt“, sagt Michael. Warum sich der ÖPNV bei den Winterbergsportlern nur zögerlich durchsetzt, liegt vielleicht an seiner Reputation. 

#machseinfach – Mobilität zum Berg besser denken

Bergpodcast Folge 09

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Mit gutem Gewissen in die Berge: diesem Thema widmet der DAV im Jubiläumsjahr unter dem Stichwort "Haltung zeigen" und mit der Kampagne "machseinfach – nachhaltig handeln" besondere Aufmerksamkeit. Ein wichtiges Thema ist dabei der Verkehr, denn dafür geht ein großer Teil unseres CO2-Ausstoßes drauf. Tatsächlich lässt sich auf dem Weg in die Berge viel CO2 einsparen, wenn wir zum Beispiel das Auto stehen lassen. Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Naturschutz-Experten vom DAV. Und wir haben uns vom Gay Outdoor Club zeigen lassen, wie es gehen kann. Denn der GOC ist eine der DAV-Sektionen, die die meisten Touren mit den Öffentlichen macht.   

#machseinfach

Haltung zeigen in Natur- und Klimaschutz

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Mit der Kampagne #machseinfach zeigt der Deutsche Alpenverein, wie wir alle mit einfachen Mitteln einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten und selbst nachhaltig handeln können. Ihr werdet sehen: Oft reichen schon kleine Dinge.