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Breites Engagement für Inklusion bei der Sektion Weimar

30.11.2022, 11:45 Uhr

Die Sektion Weimar setzt sich seit 2017 für die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Bergsport ein. Inzwischen gibt es eine feste Trainingsgruppe, die in diesem Jahr sogar ihren ersten Wettkampf in der Kletterhalle abhalten konnte: Den 1. Special Olympics Thüringen Landeswettbewerb im Klettern. Eine weitere Premiere war die Teilnahme der Sportlerinnen und Sportler der Special Olympics am 22. Weimarer Kletterwettkampf.

Sterne des Sports für die Sektion Weimar

Die Auszeichnung „Sterne des Sports“ wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Volksbanken Raiffeisenbanken jährlich an Vereine verliehen, die sich mit einer besonderen Idee ehrenamtlich engagieren. Ein Angebot, das von gesellschaftlicher Relevanz ist und im besten Fall nachhaltig, viele Jahre bestehen kann.

Mit den großen Sternen in Bronze und Silber erhält die Sektion insgesamt 3500 Euro, die sie u.a. für neue Klettergriffe für spezielle Routen der Inklusionsgruppe und die Fahrt nach Berlin nutzt. Dort vertritt Weimar Thüringen bei der Verleihung für den Goldenen Stern des Sports im Januar 2023. 

 

Teilnahmerekord beim 22. Weimarer Kletterwettkampf

Mit insgesamt 107 Teilnehmenden wurde das Wettkampf-Wochenende in Weimar zu einem erneuten Höhepunkt in der Mitteldeutschen Klettercommunity. In der Woche zuvor wurde der Großteil der Kletterwände neu beschraubt und auf die Wertungsklassen angepasst. Zum ersten Mal starteten neben der Jugend A bis D, den Studierenden und den Damen und Herren auch die Sportlerinnen und Sportler der Special Olympics. Diese Wertungsklasse ist für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung. „Ich bin erstaunt über die Leistung meiner Schützlinge!“, meint Jan Schneider, der die Inklusionsgruppe im Training begleitet. Ein dynamischer Zug, der im Training eher nicht geht, ging mit der Unterstützung des Publikums.

Die Routen der Special Olympics waren auch für andere Starterinnen und Starter in der Qualifikation gut geeignet: „Die etwas leichteren Routen im fünften und sechsten Schwierigkeitsgrad hatten ihre Daseinsberechtigung für alle“, so Günther Kaufhold, Betriebsleiter der EnergieWände Kletterhalle Weimar und einer der Routenschrauber des Wettkampfs. Und das war auch das Ziel: Alle Kletternden sollten an diesem Tag Spaß haben, egal wie schwer sie klettern können, egal ob Finale oder nicht.

 

Auf dem Treppchen bei den Damen standen dann Anne Hösel, die das Finale für die Damen am Ende gewann. Zweite wurde Agnes Harnisch, Gewinnerin des letzten Weimarer Kletterwettkampfs, Platz drei ging an Lucy Peter. Bei den Herren gewann Fynn Barthel, der letztes Jahr den zweiten Platz in der Gesamtwertung gemacht hatte, dicht gefolgt von Peer Wächter, der im Finale am gleichen Griff abfiel, aus der Qualifikation allerdings mit weniger Punkten ins Finale eingezogen war. Jakob Hösel holte sich den dritten Platz im Gesamtergebnis der Herren.

 

Keine Scheu vor hohem Aufwand

„Viele Kletterhallen und Vereine scheuen den hohen Aufwand eines Kletterwettkampfs“, meint Frank Schwuntek, Vereinsvorsitzender der Sektion Weimar des Deutschen Alpenvereins. „Von der medialen Ankündigung über den tagelangen Routenbau bis zum großen Helfendenteam mit Sichernden, Schiedsrichter*innen und natürlich Personal an der Theke für die Verpflegung, bedarf es viel Zeit und Engagement einzelner. Die hohe Teilnahmezahl gibt uns die Bestätigung, dass es wichtig ist, diesen Wettkampf für Mitteldeutschland zu machen!“