Nachruf: Paraclimber Andreas Band

Wir werden Dich nie vergessen, Andreas

Am 1.1.2024 erreichte uns die traurige Nachricht, dass der Paraclimber Andreas Band unerwartet verstorben ist. Ein Nachruf vom Sebastian Depke.

Mit Entsetzen und Sprachlosigkeit nimmt das Paraclimbing Team Germany, mit dem Andreas Band von 2017 bis 2019 viele Paraclimbing-Wettkämpfen bestritten hat, die traurige Nachricht auf. Wir haben uns noch zuletzt beim November-Trainingstreffen in Nürnberg gesehen, wo Andreas mit seiner Frau und seinem Kind nochmal zu Besuch vorbei geschaut hat. Wir haben viel gelacht, über vergangene Zeiten gesprochen, Ideen für die Zukunft geschmiedet – und dann kam alles anders.

Paraclimber Andreas Band Foto: Privat

Alles was uns bleibt, ist mit Dankbarkeit zurück zu schauen auf die gemeinsame Zeit, die wir verbracht haben. Egal ob es um Wettkämpfe, Trainingslager oder auch Treffen abseits von offiziellen Anlässen ging, Andreas hat mitgerissen mit seiner Art, aus jeder Situation das Beste zu machen, trotz allen Einschränkungen das Leben zu genießen und mit einem entspannten Lächeln durchs Leben zu schreiten. 

Alles was uns bleibt, ist mit Dankbarkeit zurück zu schauen auf die gemeinsame Zeit, die wir verbracht haben.

Das Teil, das einst auf der Baustelle vom Kran fiel und Andreas unter sich begraben hatte, hat ihm fast das Leben genommen. Sein linker Arm wurde amputiert, Andreas erholte sich und startete ein neues Leben. Den Kopf in den Sand stecken war nicht seine Art, seine Arbeit führte er in der gleichen Firma nach der Genesung fort (in veränderter Rolle), und auch der Kletterei kehrte er nicht den Rücken, sondern er fokussierte sich darauf, der Schwerkraft nur mit einer Hand zu trotzen.

Somit war klar, dass er über kurz oder lang (2017) dem Paraklettern "über den Weg kletterte". Auch wenn in seiner Kategorie AU1 die Konkurrenz überschaubar und eine eigene Startklasse nicht möglich war, so konnte er trotz Vermischung mit der wesentlich stärkeren AU2-Startklasse nach dem damaligen Merging-Format sogar zwei mal auf dem Treppchen landen.

Andreas zeigte vor allem den Kollegen, die wenig Chancen hatten, wie man trotzdem das Beste daraus machen kann und warum dies noch lange kein Grund dafür ist, unglücklich zu sein oder gar das Handtuch zu werfen. Ganz nach dem Motto: Wenn Du keine Chance hast, so nutze sie doch einfach!

Danke Andreas, dass Du uns mit Deiner Art inspiriert und bereichert hast! Deine Art, das Leben so zu nehmen, wie es ist, das Beste daraus zu machen und es trotz aller Umstände genießen und lieben zu können, hat viele Menschen in Deinem Umfeld berührt, begeistert und erstaunt. Wir werden Dich nie vergessen!

 

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