Skitourengruppe auf dem Anstieg zum Riedberger Horn.
In den kommenden Tagen muss man sich auf unwirtliches Winterwetter einstellen. Foto: DAV/Pröttel
So wird´s am Wochenende

Bergbericht 9. bis 11. Januar 2026

Die kommenden Tage bringen vor allem freitags und samstags mit stürmischen Schneefällen höchst ungemütliches Bergwetter. Am etwas ruhigeren Sonntag kann man sich in den Bergwinter wagen, muss aber in den Alpen unbedingt auf den deutlichen Anstieg der Lawinengefahr achten.

Tourenverhältnisse

Die meisten Deutschen Mittelgebirge sind zwar leicht verschneit, aber zum Skitourengehen reicht es meistens noch nicht. Das könnte sich aber in den kommenden Tagen ändern, da bis Samstagnachmittag verbreitet Neuschnee angesagt sind.

In den Nordalpen hat sich nach den  Schneefällen vom letzten Freitag die Situation für Skitouren vor allem Richtung Westen etwas verbessert. In den Lechtaler und Allgäuer Alpen sind bis 20 cm gefallen. Dort sind mittlerweile z.B. Galtjoch (Lechtaler Alpen), Ponten oder Gaishorn (Tannheimertal), Riedbergerhorn, Bleicherhorn oder Kleiner Seekopf (Allgäuer Alpen), Kaltenberg (Verwall) oder in der Nordostschweiz Spilauer Grätli (Schyzer Alpen) oder Spitzmeilen (Glarner Alpen) möglich.

Im Osten schaut es hingegen deutlich ungünstiger aus, wo bislang z. B. selbst rund um den recht hoch gelegenen Spitzingsee oder Achensee keine Skitouren im freien Gelände möglich sind. Auch am östlicher Alpenhauptkamm liegt z.B. in den Stubaier oder Ötztaler Alpen noch sehr wenig Schnee und das Felsblockgelände ist noch unzureichend eingeschneit. Auch in der Schweiz liegt inneralpin, z.B. rund um Splügen sehr wenig Schnee.

Lawinenverhältnisse

Am Donnerstag wurde für die deutschen, österreichischen und italienischen Alpen eine maximal mäßige Lawinengefahr (Stufe 2) ausgegeben. In der Schweiz soll hingegen bereits heute im Tagesverlauf (von den Glarner Alpen über die Berner Alpen bis zum Wallis) eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) erreicht werden.
Der stürmische Wind verfrachtet Neu- und Altschnee. Die Triebschneeansammlungen werden auf eine ungünstige Altschneeoberfläche abgelagert. Lawinen können stellenweise leicht ausgelöst werden und mittlere Größe erreichen.

Bis Samstag rechnet man in der Schweiz im Westen und Norden mit 50 cm bis 80 cm Neuschnee. Für das Wochenende geht das SLF verbreitet von einer großen Lawinengefahr (Stufe 4) aus. Auch in Deutschland, Österreich und Italien wird die Lawinengefahr mit Neuschnee und starkem Wind zum Wochenende deutlich ansteigen.

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge werden die kommenden Tage windig und es fällt immer wieder Schnee. Am Sonntag kann auch die Sonne herauskommen. Die Maximaltemperaturen sinken am Kahlen Asten (841 m) von 0°C am Freitag auf -7°C am Sonntag.
Im Harz und im Thüringer Wald ist der Verlauf ähnlich, mit dem Unterschied, dass bereits am Samstagnachmittag Sonnenchancen bestehen. Am stürmischen Brocken (1142 m) sinken die Höchstwerte von- 3°C auf -9°C.
Im Elbsandsteingebirge wird es nicht ganz so windig und es könnte ebenfalls am Sonntag die Sonne herauskommen. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) liegen die Höchstwerte bei -4°C.
Im Bayerischen Wald fällt vor allem am Samstag bei stürmischen Winden anhaltend Schnee. Die Sonne zeigt sich auch dort am eiskalten Sonntag. Die Höchsttemperaturen fallen am Großen Arber (1456 m) von -2°C auf -12°C.
Im Schwarzwald ist der gleiche Wetterablauf zu erwarten. Am, bis Samstagnachmittag stürmischen Feldberg (1493 m) sinken die Höchstwerte von -1°C auf -7°C.
Alpen: Am Freitagvormittag lässt der Niederschlag im Westen der Ostalpen nach und es kann etwas Sonne durchkommen. In den Hohen Tauern und südostwärts hält der Schneefall weiter an. Mit kälterer Luft sinkt die Schneefallgrenze wieder ab. Der Wind bleibt in exponierten Lagen kräftig, schwächt sich im Tagesverlauf ab.
Am Samstag ist es wechselnd bis stark bewölkt und im Tagesverlauf werden Schneeschauer wieder häufiger. Dabei schneit es wieder bis in die meisten Täler. Weitgehend trocken und sonniger fällt der Tag auf der Alpensüdseite aus. Die Temperatur geht in allen Höhenlagen wieder spürbar zurück. Lebhafter bis starker in Hochlagen auch stürmischer Wind aus West bis Nordwest verstärkt das Kälteempfinden.
Am Sonntagvormittag klingt der Schneefall ab. Die anfangs dichten Wolken beginnen sich zu lichten. Zäher dürften die Wolken westlich des Arlberg sowie östlich von Salzburg ausfallen. Überwiegend sonniges Wetter mit auflebendem Nordföhn im Großteil der Südalpen. Auf 2000 m liegt die Temperatur zwischen -18 und -7 Grad.
Auch in den Westalpen wird das Wetter durchwachsen, wobei dort der Freitag niederschlagsreicher, der Sonntag hingegen etwas freundlicher ausfällt.

Fazit

Das Wochenendwetter wird sehr windig und tief winterlich. Von daher muss man sich bei allen Unternehmungen wirklich warm anziehen.
In den meisten Mittelgebirgen bringt der Sonntag das beste Tourenwetter. So gut wie überall wird es dann recht verschneit sein, so dass man schöne Winter- oder Schneeschuhwanderungen unternehmen kann. Warme Winterwanderstiefel, Gamaschen und Teleskopstöcke sind neben der warmen Kleidung sehr zu empfehlen.

In den Nordalpen bringen der Samstagvormittag und der Sonntagnachmittag halbwegs passables Bergwetter. Auf Sonne darf man dort aber nicht hoffen. Angesichts der ansteigenden Lawinengefahr sind ohnehin leichtere Halbtagestouren angesagt.
Skitourengeher*innen dürften vor allem im Bregenzer Wald, im Allgäu, am Arlberg oder in den Lechtaler Alpen endlich auch im freien Gelände ausreichend Schnee vorfinden. Dort werden bis 50 cm Neuschnee erwartet.
Aber Vorsicht: Oberhalb der Waldgrenze dürfte am Wochenende eine erhebliche Lawinengefahr bestehen. In der Schweiz wird sogar Stufe 4 erwartet.
 Anspruchsvollere Touren in den Nördlichen Kalkalpen und am Alpenhauptkamm sind also von der Lawinengefahr aber mit großer Sicherheit am kommenden Wochenende nicht zu empfehlen.

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

Themen dieses Artikels