Am gestrigen Mittwoch an der tief verschneiten Blankensteinalm.
Die Bayerischen Alpen haben seit Montag viel Neuschnee erhalten. Foto: DAV/Pröttel
So wird´s am Wochenende

Bergbericht 3. bis 6. April 2026

Durch weitere intensive Schneefälle herrschen auf den Bergen winterliche Verhältnisse. Wer zu Ostern in die Wandersaison starten möchte, kann das in den niedrigeren Mittelgebirgen, sowie im Alpenvorland tun. Bei Schneeschuh- und Skitouren ist die, augenblicklich noch erhebliche, Lawinengefahr zu beachten.

Tourenverhältnisse

Während die niedrigeren Mittelgebirge wie Eifel oder Taunus schneefrei sind, liegt in den Hochlagen von Bayerischem Wald oder Schwarzwald eine zusammenhängende Schneedecke. Dort waren z.B. rund um den Feldberg in den letzten Tagen sogar wieder Skitouren möglich.

Die Bayerischen Alpen haben zu Wochenbeginn viel Neuschnee erhalten. Dort wuchs die Schneehöhe beispielsweise an der Messstation Brauneck (1485 m) auf 150 cm an.
Da der Schnee bis in Tallagen fiel, waren Skitouren auch wieder von tiefer gelegenen Ausgangspunkten (wie z.B. von Unterammergau auf den Teufelstättkopf) möglich. Unterhalb der Waldgrenze konnte man sich beispielsweise auf der Plankenstein Reibn (Mangfallgebirge) zumindest bis gestern über großartig lockeren Powder freuen. Dieser dürfte aber in den kommenden Tagen durch den Temperaturanstieg schwerer werden.

In den Hochlagen wurde der Neuschnee hingegen stark windverfrachtet, wodurch oft windgepresster Harsch entstanden ist. Das gilt insbesondere für den Alpenhauptkamm. Auch dort waren die Neuschneezuwachse erheblich. So stieg die Schneehöhe z.B. an der Messstation Pitztaler Gletscher von 240 cm am Montag auf 280 cm am Mittwoch an..

Lawinenverhältnisse

Für Donnerstag wurde im gesamten deutschsprachigen Alpenraum oberhalb von 1800 m (Bayern), bzw. 2200 m (Tirol) mit Stufe 3 eine erhebliche Lawinengefahr ausgeben.

Das Hauptproblem sind Neu- und Triebschnee der letzten Tage. Mittelgroße Schneebrettlawinen können vielerorts mit geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Die Gefahrenstellen liegen im kammnahen Steilgelände aller Hangrichtungen, hinter Geländekanten und in Rinnen und Mulden. Sie werden mit zunehmender Höhe häufiger. Aus felsdurchsetztem Steilgelände sind bei Sonnenschein Selbstauslösungen von mittleren Lockerschneelawinen möglich. An sehr steilen Wiesenhängen können sich zudem kleine und mittlere Gleitschneelawinen von selbst lösen.

Die Gefahr von trockenen Lawinen soll zum Wochenende hin abnehmen. Die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen steigt hingegen vor allem ab Samstag im Tagesverlauf an. Touren sollten dann früh gestartet und rechtzeitig beendet werden.

Wochenendwetter

Mittelgebirge: Im Rothaargebirge verlaufen Karfreitag und Ostermontag recht freundlich. Am Wochenende gibt es hingegen einen Mix aus Wolken, Regenschauern und kurzen Sonnenfenstern. Vor allem der Sonntag wird sehr windig. Die Maximaltemperaturen pendeln am Kahlen Asten (841 m) um 9°C.
Im Harz und im Thüringer Wald ist der Ablauf ähnlich. Am stürmischen Brocken (1142 m) liegen die Höchstwerte bei 7°C.
Im Elbsandsteingebirge wird bereits der Ostersonntag recht sonnig. Die Höchsttemperatur auf dem Großen Zschirnstein (560 m) liegt zwischen 6°C am Freitag und 19°C am Sonntag.
Im Bayerischen Wald verlaufen Freitag und Samstag durchwachsen. Sonntag und Montag dann freundlich. Es ist aber auch dort ziemlich windig. Die Höchsttemperaturen liegen am Großen Arber (1456 m) zwischen 1°C am Freitag und 10°C am Sonntag.
Im Schwarzwald wird von Freitag bis Montag ein Mix aus Sonne und Wolken erwartet, wobei auch dort am Wochenende mit Sturmböen bis 60 km/h gerechnet werden muss. Am Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte zwischen 3°C am Freitag und 11 °C am Sonntag.
Alpen: Am Freitag bessert sich das Wetter in den Ostalpen am Vormittag. Die zunächst tiefen Restwolken machen der Sonne Platz und es wird freundlicher. Bei lebhaftem Wind liegt die Nullgradgrenze zwischen 1500 m und 2300 m.
Am Samstag ziehen in der ersten Tageshälfte dichtere Wolken durch. Von der Ostschweiz bis ins Tiroler Oberland reißen die Wolken im Tagesverlauf auf. Südlich des Hauptkammes ist es deutlich sonniger, aber mit föhniger Tendenz sehr windig. Am Alpenhauptkamm können starke Sturmböen auftreten.
Für Ostersonntag wird ruhiges, sonniges und mildes Wetter erwartet. Ein paar dünne hohe Federwolken stören kaum. Der Wind weht schwach bis mäßig. Am späteren Nachmittag wird es von Nordwesten her bewölkter. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 2700 m und 3100 m.
Hinter einer möglichen Kaltfront soll sich am Montag tagsüber wieder sonniges Wetter einstellen. Es bleibt mild. Der Westwind weht aber in den Hochlagen teils lebhaft bis kräftig.

Fazit

In den meisten Mittelgebirgen verspricht der Ostermontag das beste Wanderwetter. Im Schwarzwald und im bayerischen Wald, wo in den Hochlagen noch Schnee liegt braucht man in den Hochlagen zumindest feste, hohe Bergstiefel, Gamaschen und Teleskopstöcke.

In den Alpen dürften vor allem Sonntag und Montag gutes Bergwetter bringen. In den bayerischen Alpen wird man nur im Alpenvorland schneefrei unterwegs sein. In Höhen ab ca. 1000 m liegt noch viel Schnee. Stefan Winter vom DAV betont daher: „Wer jetzt ohne entsprechende Ausrüstung unterwegs ist, bringt sich schnell in Gefahr auszurutschen oder zu durchnässen. Der Schnee liegt aktuell oft so hoch, dass man ohne Schneeschuhe oder Tourenski bis zu den Knien einsinkt und kaum vorankommt.“

In Bezug auf Schneeschuh- und Skitouren muss man die Lawinenlage gut im Blick haben. Zwar geht die Gefahr durch Triebschnee zurück. Aber durch den deutlichen Temperaturanstieg von Samstag auf Sonntag wird die Gefahr durch Nass- und Gleitschneelawinen größer. Ein früher Tourenstart ist dann wichtig. Am Montag muss man sich dann wieder auf teils starken Wind einstellen.

Nach den Feiertagen sollte man den Dienstag und den Mittwoch nutzen. Denn der aktuelle Trend sagt ab Donnerstag eine deutliche Wetterverschlechterung voraus..

Tourenempfehlungen

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

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