Tourenverhältnisse
Aufgrund des heißen Sommerwetters sind Wege und Steige in den Mittelgebirgen und in den Bayerischen Alpen trocken und so gut wie schneefrei. In den Nördlichen Kalkalpen, vor allem aber am Alpenhauptkamm ist Altschnee auf jeden Fall noch ein Thema. So wurde am Wochenende vom Gipfelanstieg zum Piz Kesch (3427 m, Albula Alpen) von problematischen, steilen Altschneefeldern berichtet.
Aber auch weit darunter liegt noch Altschnee. So war gestern der 2700 m hohe, südexponierte Scheikertfernersee (Ötztaler Alpen) noch mit Eisschollen bedeckt und von großen Altschneefeldern eingerahmt.
Auf den Gletschern liegt dementsprechend oberhalb von 2800 m meist noch Schnee, wie z. B. am Anstieg zum Piz Palü (3899 m, Berninagruppe). Dieser friert aber nachts nicht mehr durch. Von daher muss man sich bereits vormittags auf sehr feuchten Altschnee bzw. Firn einstellen. In den Spaltenzonen können Schneebrücken sehr instabil sein.
Und aufgrund der anhaltend heißen Witterung dürften apere Gletscher-Passagen immer häufiger zum Vorschein kommen.
Wochenendwetter
Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge verläuft der Freitag noch sonnig. Am Wochenende muss man nachmittags mit Gewittern rechnen, die am Sonntag heftig ausfallen können. Die Maximaltemperaturen liegen am Kahlen Asten (841 m) bei 30°C.
Im Harz und im Thüringer Wald soll der Samstag noch trocken verlaufen. Am Sonntag nimmt auch dort die Gewitterneigung zu. Auf dem Brocken (1148 m) pendeln die Höchstwerte um 28°C.
Im Elbsandsteingebirge wird es am Wochenende sonnig und heiß. Es werden inklusive Sonntag keine Gewitter erwartet. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) steigen die Höchstwerte auf 36°C.
Im Bayerischen Wald soll es am Wochenende ebenfalls nicht gewittern. Die Maximaltemperaturen erreichen am Großen Arber (1456 m) 28°C.
Im Schwarzwald dürften am Sonntagnachmittag hingegen Gewitter auftreten. Am Feldberg (1493 m) sinken die Höchstwerte dann von 27°C am Samstag auf 23°C am Sonntag.
Alpen: In den Ostalpen ist es am Freitag sonnig und heiß. Die Nullgradgrenze liegt bei 4600 m. Auch dort, wo Quellwolken etwas größer werden, wachsen sie sich kaum zu Gewitterzellen aus. Nur am Alpensüdrand sind nachmittags ein paar gewittrige Überentwicklungen vorstellbar.
Samstag wird im Westen Höhepunkt der extremen Hitzewelle. An der Alpensüdseite und ganz im Westen kann es am Nachmittag zu Gewittern kommen. In der gesamten Osthälfte soll der Tag gewitterfrei verlaufen.
Der Sonntag verläuft im Osten der Ostalpen meist stabil. Im Westen wird die Luft angefeuchtet und dadurch zunehmend schwül. Im Tagesverlauf steigt die Wahrscheinlichkeit für Schauer und Gewitter vom Arlberg bis zum zentralen Alpenraum sowie südlich davon an. Teilweise fallen diese kräftig aus.
Auch in den Westalpen steht heißes Bergwetter bevor, wobei die Gewittergefahr dort nachmittags generell höher ist als in den Ostalpen.
Fazit
Während man in den nördlichen und westlichen Mittelgebirgen teilweise bereits ab Samstag die Gewittergefahr im Auge haben muss, dürfte das Wetter im Osten auch am Sonntag noch stabil sein. Auch in den Alpen sollte man sich bezüglich der Gewittergefahr am besten in Richtung Osten begeben.
Überall ist die Hitze das wichtigste Thema. "Ein überwiegender Teil der tödlichen Bergunfälle ist auf Herzkreislaufversagen zurückzuführen. Besonders an Hitzetagen fällt diesem Thema besondere Bedeutung zu. Mit der richtigen Strategie kann man aber auch im Sommer erholsame Bergwanderungen erleben. Dazu gehören ein früher Aufbruch und die richtige Tourenwahl. Nord- und westseitige Anstiege am Vormittag eignen sich wesentlich besser als ost- oder gar südseitige Touren. Ausreichend Flüssigkeit bzw. die Möglichkeit Wasser nachzufüllen, müssen ebenfalls mitbedacht werden genauso wie die passende Kopfbedeckung. Wärmegewitter, wie teilweise für Sonntagnachmittag angesagt, sind ein weiteres Argument für einen frühen Aufbruch", so die Empfehlung der DAV-Sicherheitsforschung.
In Sachen Hochtouren sind Gletscheranstiege aufgrund des durchgeweichten Schnees nicht unbedingt zu empfehlen. Hochgelegene Grattouren oder (nordseitige) alpine Klettertouren – bei denen auch mal ein kühleres Lüftchen weht – sollte man hinsichtlich der Gewittergefahr am besten östlich des Wipptales unternehmen.
Tourenempfehlungen
Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.